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7.1. - 15.1.2017 - Pontresina / Engadin

Wenig Schnee - viel Kälte und Sonne

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Endlich trägt der Winter sein weisses Kleid und wir haben Ferien. Das passt. Wir freuen uns nach den hektischen Tagen über den Jahreswechsel auf eine erholsame Zeit im Engadin.

Wir richten uns in Pontresina in einer gemütlichen Ferienwohnung ein. Bereits im Herbst 2011 hatten wir diese Wohnung gemietet, da sie ein idealer Ausgangsort für verschiedene Aktivitäten ist.

Am Sonntag spazieren wir durch den Stazer Wald zum gleichnamigen See, wo eine hohe Eisskulptur steht. Es sind kaum Leute unterwegs und wir geniessen die Ruhe in der Natur.

Am St. Moritzer See ist dann wesentlich mehr los.

Wir überqueren das gefrorene Gewässer und wärmen uns später in einem Restaurant am See. Danach geht’s vorbei am goldigen Kunstwerk „The Sky Over Nine Columns“ von Heinz Mack zurück nach Pontresina.

Der Montag ist ein Bilderbuchtag punkto Wetter. Mit dem Bus fahren wir bis zur Station Bernina Sout.

Die Schneeschuhwanderung führt uns hinauf Richtung Bernina Pass. Es liegt nicht allzu viel Schnee und an manchen Stellen haben die kalten Temperaturen Kunstwerke aus Eis geschaffen.

Der Piz Bernina zeigt sich auch zwischen den anderen Gipfeln.

Das grösste Naturkunstwerk ist jedoch der schwarz gefrorene Lago Bianco. Die Bergkulisse ist fantastisch schön und spiegelt sich im blanken Eis. Auch hier wagen wir uns aufs Glatteis ... und überqueren den See mit den Schneeschuhen. Ein einmaliges Erlebnis!

In einem kleinen sympathischen Lokal beim Bahnhof Ospizio Bernina bekommen wir einen heissen Kaffee. Dann fahren wir mit der Rhätischen Bahn wieder nach Pontresina zurück. Eine imposante Fahrt durch ein Unesco Weltkulturerbe.

Dann steigen wir noch hoch zum fünfeckigen Burgturm Spaniola und zur Kirche St. Maria. Sie gehört zu den kostbarsten Gotteshäusern im Kanton Graubünden. Die Kirche ist geschlossen und so konnten wir die mittelalterlichen Wandmalereien leider nicht bewundern. Wir geniessen noch einmal die grandiose Sicht in die Berge und die wärmende Sonne.

Am Dienstag widmen wir uns der Kulinarik im Oberengadin. Doch vorher brauchen wir noch etwas Bewegung. Von Pontresina aus gehen wir bei geschätzten -15 Grad Celsius entlang der Flaz. Wir kommen zum Flugplatz Samedan, doch ausser dem Abflug einer Cessna und der Landung eines Privatjets gibt es keine Flugbewegungen.

Im Gebiet des Lej da Gravatscha fliesst die Flaz in den Inn und die Luftfeuchtigkeit ist etwas höher. Daher bilden sich an den Sträuchern entlang des Flusses wunderbare Eiskristalle.

In der Bar der Bever Lodge in Bever bekommen wir ein heisses Getränk und erfahren, dass das amerikanische Team während den Ski-Weltmeisterschaften im Februar hier wohnen wird. Mit dem Bus fahren wir wieder in unsere Ferienwohnung zurück.

Am Nachmittag shoppen wir in St. Moritz. Im Pur Alps decken wir uns mit verschiedenen Leckereien aus dem europäischen Alpenraum ein und geniessen eine feine Latte Macchiato.

Kulinarisch geht’s dann am Abend im Gianottis weiter. Das Restaurant im modernen Alpenschick hat eine offene Feuerstelle, wo leckere Fleischstücke zubereitet werden. Auf der vielfältigen Karte stehen auch einheimische Gerichte, die getestet werden wollen ...

Mit Sonnenschein und etwa –12 Grad Celsius starten wir in den Mittwoch. Warm eingepackt wandern wir flussaufwärts und biegen dann ins Val Roseg ein.

Noch sind wenig Leute unterwegs und wir geniessen die Stille. Das Tal liegt noch im Schatten und deshalb gehen wir zügig voran.

Der Blick auf die herrliche Bergkulisse öffnet sich immer mehr. Beim Restaurant Roseg auf knapp 2'000 m.ü.M. erreicht dann die Sonne den Talboden. Für einen Kaffee lassen wir uns auf der Sonnenterrasse nieder.

Wir wandern weiter auf dem schmalen Weg, der ab und zu mit dickem Eis überdeckt ist. Nach einer Weile wird der Blick auf den Tschierva-Gletscher frei. Immer wieder beeindruckend.

Irgendwann verliert sich dann die Spur im Schnee und aufkommende Wolken mahnen zur Umkehr. Somit gehen wir diesmal nicht bis zum Lej da Vadret.

Nach über 23 km in den Beinen kommen wir müde und zufrieden nach Hause. Nun haben wir uns ein feines Znacht (Vacherin Mont d’Or aus dem Ofen) verdient.

Am Donnerstag lockt der nächste Gletscher in der Gegend. Mit dem Bus fahren wir bis zur Alp Nuova an der Bernina Passstrasse. Von dort erreichen wir bald Morderatsch. Das Restaurant lassen wir ausnahmsweise Mal aus.

So wandern wir auf dem gut unterhaltenen Winterwanderweg Richtung Morderatsch-Gletscher. Wir kennen die Umgebung von einem Aufenthalt im Herbst 2011. Und wir müssen mit Schrecken feststellen, dass sich der Gletscher weiterzurückgebildet hat. Entsprechende Hinweistafeln bestätigen die traurige Tatsache.

Wir erreichen die Gletscherzunge mit den ersten Sonnenstrahlen, die auf den Talboden treffen. Einfach imposant diese Szenerie mit dem blau schimmernden Eis und der Höhle. Da wir die ersten Besucher sind, können wir alles in Ruhe geniessen.

Auf dem Rückweg nehmen wir die Route über die Chünetta (2'083 m.ü.M.). Von hier haben wir nochmals einen herrlichen Blick zum Gletscher und auf die Berggipfel.

Obwohl der schmale Bergweg teilweise vereist und daher recht herausfordernd ist, lohnt sich der Auf- und Abstieg. In einer Waldlichtung entdecken wir eine Gämse. Das Tier nimmt uns wahr, scheint aber keine Scheu zu haben. Nach einer Weile frisst es ruhig weiter. Als wir uns weiter nähern, gibt das stolze Wildtier kurze Gämspfiffe ab um uns zu sagen, dass das sein Gebiet ist. Wir freuen uns riesig über diese schöne, unerwartete Begegnung.

Hier noch zum YouTube-Film mit der Gämse.

Wie in den Prognosen angekündet verdichten sich die Wolken gegen Mittag wieder. Dennoch reicht es noch für ein einheimisches Bier im Gartenrestaurant in Morderatsch. Dann bringt uns die Rhätische Bahn in einer kurzen Fahrt wieder zurück nach Pontresina.

Am Abend treffen wir uns mit einem Bekannten zum Feierabendbier. Wir haben uns 2011 zum letzten Mal gesehen und so gibt es einiges zu berichten.

Nach einem gemütlichen Ruhetag sind wir am Samstag wieder zu Fuss unterwegs. In den letzten Tagen hat’s immer wieder leicht geschneit und das weisse Kleid aufgefrischt.

Die Temperatur ist noch immer tief, aber ohne Wind recht angenehm. Wir wandern zur Kirche San Gian bei Celerina. Rund um den Kirchenhügel halten sich die Langläufler fit.

Die Sonne versucht sich gegen die Wolken durchzusetzen, doch es gilt leider nicht ganz. Über die weite Ebene und dann entlang dem Inn führt uns der Winterwanderweg bis nach Samedan.

Nach einem „Kafi fertig“ fahren wir mit dem Bus wieder bequem zurück.

Am Abend geht’s dann zur Feier hoch hinaus. Hier noch ein YouTube-Film von der Fahrt. Auf Muottas Muragl im Romantikhotel geniessen wir ein feines Nachtessen.

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