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5. Woche / 13.9. - 19.9. / Kalbarri - Geraldton - Leeman - Cervantes - Burns Beach

Die letzte volle Woche in Australien

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Sonntag, 13.9.2015 / Kalbarri Nationalpark

Nach einer windigen Nacht verlassen wir Denham kurz nach sieben Uhr. Beim Goulet Bluff bestauen wir nochmals das Meer und die Küste.

Im Overlander Roadhouse gibt’s einen Koffeinschub und den ersten Fahrerwechsel. Bis zum Billabong Roadhouse verläuft der North West Coastal Highway auf einer Strecke von ca. 5o Kilometer schnurgerade, aber recht kupiert. Wir kommen gut voran und biegen dann in die Ajana Kalbarri Road ab. Die verschiedenen Sträucher des Buschlandes stehen in voller Blüte. Die Pflanzen übertreffen sich gegenseitig mit der Farbenpracht und den unterschiedlichen Blütenformen.

Im Kalbarri Nationalpark besuchen wir „The Loop“. Wiederum hat sich der Fluss tief ins Gestein eingefressen und ein eindrückliches Schluchtensystem geschaffen. „Nature's Window“ ist wohl eines der meist besuchten und fotografierten Wahrzeichen von Westaustralien. Auch wir sind von diesem natürlichen Felsfenster fasziniert. Bei einem Spaziergang entlang der Krete haben wir eine prächtige Sicht auf die Flussschleifen. Der Blick in die Tiefe ist genial, zumal der Murchison River auch noch Wasser führt.

Über die Gravelroad und dann wieder die Teerstrasse gelangen wir schliesslich nach Kalbarri. Unser Übernachtungsplatz liegt unweit des Strandes und ist auch die Heimat eines Tannzapfenskinks. Die gutmütige Echse lässt sich zum Glück nicht stören.

Das Meer trifft hier mit unbändiger Gewalt auf die Flussmündung und die Brandung ist gewaltig. Im ruhigeren Gewässer treffen wir auf viele Fischer und auf Pelikane, die es auf ihren Fang abgesehen haben.

 

Montag, 14.9.2015 / Kalibarri Coastal Cliffs / Geraldton

Heute morgen sind wir froh um eine warme Dusche und einen heissen Kaffee, denn die Nacht war kalt. Doch die Sonne wärmt rasch und begleitet uns auf unserer Erkundungstour entlang der Felsküste des Kalibarri National Parks.

Beim Mushroom Rock starten wir die erste Wanderung und werden bald von einem Western grey kangaroo überrascht ... oder es von uns.

Der Indische Ozean trifft hier mit voller Wucht auf die Klippen. Die weissen Schaumkronen preschen über die gewaltigen Steine. Der Weg führt hoch über dem Meer durch Buschland. Und auch hier blühen die Pflanzen um die Wette, wir entdecken u.a. die feinen Blumen der Many-flowered fringe lily, der Honey myrtle und die Murchison rose.

Weitere Stopps legen wir Pot Alley sowie beim Island Rock und bei der Natural Bridge ein. Überall geniessen wir eine herrliche Sicht aufs Meer und die Steilküste. Zudem sichten wir zwei weiter Kängurus.

Dann geht’s weiter Richtung Süden. Die nächste Attraktion ist die Hutt Lagoon. Das Gewässer ist pink aufgrund einer Meeresalge, die zurzeit in Blüte steht und den Farbstoff Beta Karotin ausscheidet. Ein imposantes Naturschauspiel, dass allerdings von einem leicht fauligen Gestank begleitet wird.

Durch eine immer grüner werdende Landschaft erreichen wir am frühen Nachmittag Geraldton. Wir fahren direkt aufs Einkaufscenter zu und decken uns gleich mit dem Nötigsten ein. Das Visitorcenter suchen wir vergebens. Später erfahren wir, dass es seinen Standort gewechselt hat. Den ersten Campingplatz scheint es auch nicht mehr zugeben, also steuern wir den nächsten an und checken für drei Nächte ein.

Am Abend geniessen wir ein Sunset-Dinner im Hafen von Geraldton.

 

Dienstag, 15.9.2015 / Geraldton

Vom Camping aus erreichen wir mit einem ca. halbstündigen Marsch das Zentrum von Geraldton. Damit können wir unseren Bewegungsdrang stillen und sehen auch gleich einiges von der Stadt.

Im neuen Visitorcenter kaufen wir australischen Honig und decken uns mit Informationsmaterial ein. Nach vielen Tagen in der Natur geniessen wir nun etwas Kleinstadtluft.

Wir schlendern durch die gemütliche Einkaufsstrasse und die Kunstgalerie, die im 1901 erbauten ehemaligen Rathaus untergebracht ist. Vom ehemaligen Bahnhof von Geraldton sieht man bereits zum HMAS Sydney II Memorial hinauf. Die Gedenkstätte liegt auf einem Aussichtspunkt und erinnert an die Opfer des Kriegsschiffes HMAS Sydney II. Das Schiff wurde im 2. Weltkrieg bombardiert und versenkt. Das Wrack wurde erst 2008 gefunden.

Und weiter geht’s mit Kultur. Die von 1916 bis 1938 durch John Cyrill Hawes erbaute St. Francis Xavier Cathedral erinnert mit dem byzantinischen Baustil stark an ein Gotteshaus in Italien. Die Kathedrale ist innen eher schlicht gehalten und die Fassade erstrahlt nach einer kürzlich erfolgten Renovation neu.

Nach einem erfrischenden Bier in der Camel Bar und Shopping, nehmen wir den Rückweg unter die Füsse.

Am Abend besuchen wir den Leuchtturm, dieser liegt unmittelbar hinter dem Campground.

Mit 34 Meter ist das Point Moore Lighthouse der höchste aus Stahl erbaute Leuchtturm in Australien. Könner im Bereich der Kite- und Windsurfer nutzen die sehr steife Brise.

Begleitet wird der Besuch wieder von einem eindrücklichen Sonnenuntergang und einem Sandsturm über der Batavia Küste.

 

Mittwoch, 16.9.2015 / Greater Area Geraldton

Heute erkunden wir das grüne Hinterland von Geraldton und Umgebung. Schon ein paar Kilometer im Landesinnern prägt die Landwirtschaft mit riesigen Feldern das Bild. Kurvige Strassen winden sich durch das hügelige Gebiet.

Nach einem Kaffeehalt auf einer Art Bauernhof mit Fleischräucherei landen wir plötzlich wieder auf einer Gravel Road. Über weite Strecke fahren wir entlang von Raps- und Getreidefeldern. Auf andere Verkehrsteilnehmer trifft man hier kaum.

Hier sei noch erwähnt, dass wir mit dem Rücktritt von Tony Abbott nichts zu tun haben J! Wir verfolgen nun die Geschicke von Malkolm Turnbull und sind gespannt, was die neue Regierung alles vor hat. Die Partei bleibt je die gleiche, die Liberale.

Am Nachmittag schlendern wir nochmals zum Leuchtturm von Geraldton und entdecken im feinen Sand nebst viel Seetang auch einen Krebs. Der Kerl hat Glück, denn er landet nicht wie die Barramundi-Filets in unserer Pfanne. Die fangfrischen Fische haben wir heute morgen direkt in einem Fish Shop gekauft.

 

Donnerstag, 17.9.2015 / Entlang der Küste gegen Süden / Greenough / Dongara / Port Denison / Leemann

Was gibt es schöneres, als den Tag mit einem Spaziergang am Strand zu beginnen?

Auf dem weiteren Weg kommen wir auf einem sogenannten Flusseukalyptus vorbei Der durch dauernde starke Winde verformte Baum liegt beinahe am Boden und wird deshalb auch "leaning tree" genannt.

Danach besuchen wir das Freilichtmuseum (Historic Settlement) in Central Greenough. Im angeschlossenen Café ist die Maschine noch nicht aufgeheizt, deshalb besuchen wir zuerst die verschiedenen Gebäude auf dem Gelände.

Sie zeugen von ehemaligen Siedlern und deren Leben. Zwei Kirchen, die heute noch genutzt werden, ein Schulhaus, ein Kloster, eine Festhalle, eine Polizeistation und verschiedene Wohnhäuser wurden wieder aufgebaut und zum Teil eingerichtet. Die Anlage ist sehr gepflegt und wir sind anfangs die einzigen Besucher.

Die Kaffeemaschine hat dann Betriebswärme und wir bekommen einen Cappuccino (André) und einen Flat white (Milchkaffee) für Katharina.

Auf dem Brand Highway fahren wir weiter nach Dongara und Port Denison, zwei kleine Orte am Meer. Im Hafen steht noch ein Obelisk, der früher den Seefahrern als Orientierungshilfe diente.

Unser Übernachtungsort heute ist Leeman. Die verschlafene Ortschaft liegt zwischen dem Indischen Ozean und Beekeepers Nature Reserve.

Der Campingplatz liegt 3 Minuten vom Strand entfernt und so sind wir bald wieder dort anzutreffen. Auf unseren Streifzügen entdecken wir nebst einem stolzen Adler auch immer wieder neue Pflanzen und Blumen. Der australische Frühling leuchtet in allen Farben!

Einmal mehr geniessen wir den Sonnenuntergang am Meer. Dieses Mal ist jedoch der Grashalm im Vordergrund, dann erst kommt die Sonne.

 

Freitag, 18.9.2015 / Stockyard Gully Reserve / Green Head / Jurien Bay / Cervantes

Heute ist nochmals „offroad“ angesagt. Im Gebiet des Beekeeper Nature Reserve fahren wir zuerst über Gravel Road und dann eine Sandpiste zum Stockyard Gully Tunnel. Die eher wenig besuchte und in den Reiseführern kaum beschriebene Gegend ist von beeindruckender Schönheit. Über einen gut erhaltenen Weg wandern wir durch blühendes Heide- und Buschland und kommen dann zum Eingang eines natürlichen Tunnels. In der sogenannten „wet season“ (australischer Sommer) fliesst hier ein Bach. Jetzt ist alles trocken und wir gelangen über einige Felsbrocken ins Innere.

Nach einigen Metern wird es dann stockdunkeln und wir sind mit unseren Stirnlampen alleine. Ein ganz spezielles Gefühl. Vorsichtig schreiten wir voran. Nach ca. 300 Meter sehen wir dann wieder Licht am Endes des Tunnels.

An den hohen Wänden der Schlucht entdecken wir riesige Bienenwaben. Es summt und brummt, alles scharf beobachtet von einem Greifvogel. Entlang des Weges locken wieder unzählige Blüten um die Gunst der vielen Bienen. U. a. finden wir die feinen spider orchids.

Zurück an der Küste finden wir in Green Head ein schönes Lokal für eine Kaffeepause. Von einem Aussichtspunkt aus haben wir einen grandiosen Blick auf die drei Buchten der Ortschaft.

Jurien Bay geniesst man am besten vor der Hochsaison, denn dann ist der Ort überlaufen. Die tollen Strände locken viele einheimische Feriengäste an. Der neue Pier ist eher nüchtern, bietet aber eine gute Sicht aufs Meer.

Weiter mit Meer geht’s auch in Cervantes. Unser Standplatz liegt wieder nur wenige Meter vom Strand entfernt. Bei einem Spaziergang zum Thirsty Head sehen wir die kleinen, von Menschen unbewohnten Inseln in der Hansen Bay. Als Andenken sammeln wir ein paar Muscheln.

Auf dem Weg zurück ins Dorf begegnen wir erneut einem Tannzapfenskink. Der Kerl sonnt sich in der Wärme.

Im General Store ergänzen wir unsere Lebensmittel und kochen dann ein feines Znacht. Der stetige, zum Teil heftige Wind erfordert ein konzentriertes Arbeiten.

Am Abend tauschen wir uns mit einem Paar aus der Innerschweiz aus, welche ihren Standplatz gleich neben uns haben und auch 6 Wochen in Australien unterwegs sind.

 

Samstag, 19.9.2015 / Pinnacles Desert / Lancelin / Yanchep National Park / Burns Beach

Bei den Pinnacles handelt es sich um die Resten von wegerodierten Kalksteinschichten. Die unterschiedlich geformten Steine erheben sich zu hunderten aus dem gelblichen Stand. Trotz einigen Wolken am Himmel können wir den am Morgen besonders schönen Schattenwurf festhalten. Die wüstenartige Landschaft darf mit dem Auto befahren werden. Es lohnt sich aber auch, auf kleine Aussichtspunkte zu steigen um die Weite auf sich wirken zu lassen.

In südlicher Richtung erreichen wir die Ortschaft Lancelin. In einem kleinen Restaurant haben sich schon einige Einheimische ein „währschaftes“ Frühstück bestellt. Wir stärken uns mit einem feinen Kaffee. Auf der Weiterfahrt kommen wir an riesigen schneeweisen Sanddünen vorbei.

Als nächstes besuchen wir den Yanchep National Park nördlich von Perth. Die Anlage ist mehr ein Freizeitpark für die Städter. Mittendrin liegt ein reizender Süsswassersee und auch hier blüht es an allen Ecken. Bei einem Rundgang entdecken wir schlafende Koalas in den Eukalyptusbäumen, scheue Kängurus in den Büschen, einen aufgeweckten Kookaburra und watschelnde Enten.

Die Suche nach einem Campingplatz erweist sich heute als besonders schwierig. Einige Plätze sind zu Gunsten von riesigen Überbauungen wohl aufgegeben worden. Die Ausdehnung der Stadt Perth Richtung Norden schreitet unaufhaltsam voran. Schliesslich werden wir in Burns Beach mit einem Platz direkt am Meer belohnt.

Heute zeigen wir kein Foto vom Sonnenuntergang, denn sonst glaubt man uns nicht mehr, dass es so schön ist ... J!

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