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4. Woche / 6.9. - 12.9. / Karijini Nationalpark - Tom Price - Exmouth - Coral Bay - Carnarvon - Denham

Südwärts

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Sonntag, 6.9.2015 / Karijini National Park

Nach einer eher kühlen Nacht und einem feinen Frühstück beim ersten Sonnenlicht verlassen wir South Hedland Richtung Karijini National Park. Wir passieren ein Bergbaugebiet und entsprechend viele Road Trains kommen uns entgegen, auch am Sonntag.

Ein erster kurzer Stopp legen wir bei der östlichen Munjina Schlucht ein. Ein Ringelschwanz-Agame hat es sich auf einem warmen Stein bequem gemacht und lässt sich nicht aus der Ruhe bringen. Im Auski Roadhouse geniessen wir den obligaten zweiten Kaffee des Tages.

Die Landschaft wird immer hügeliger, ja fast gebirgig und es weht ein starker Wind. Vom Great Northern Highway biegen wir in den Karijini Drive ab und kommen so auf das Gebiet des National Parks. Der Bushcamper erreicht übrigens mit dieser Fahrt den Stand von 280'000 gefahrenen Kilometern. Die Selbstregistrierung und die Entrichtung der Parkgebühr ist schnell erledigt. Die Verwaltung des weitläufigen Campgrounds hat ein Paar in Frontarbeit übernommen. Ganz in der Nähe von unserem Platz treffen wir auf einen scheuen Yellow-spotted-monitor (Waran).

Dann schnallen wir die Trekkingschuhe und die Rucksäcke an und erkunden die Dale Gorge. Vom Camp aus führt der Weg zuerst durch Buschland. Die Farbenpracht ist überwältigend. Über einen steilen Abstieg gelangen wir in die gewaltige Schlucht. Dank Wasser ist hier alles grün und gedeiht üppig. Rote und blaue Libellen begleiten uns.

Bei Circular Pool hat sich leider eine lärmende Gruppe breitgemacht, was die Idylle etwas trübt. Doch es gibt noch viel zu bestaunen und so wandern wir entlang des Flusses durch die ganze Schlucht bis zu den Fortescue Falls.

Das klare Wasser plätschert über Felsstufen in einen Pool. Hier ist Baden an angesagt. Die willkommene Erfrischung lockt viele Besucher an, so ist auch der Fern Pool ganz am Ende der Schlucht gut besucht. Auch er wird von einem eindrücklichen Wasserfall gespiessen.

Über einige Treppenstufen gelangen wir wieder an oberen Rand der Schlucht und geniessen nochmals einen Blick in die Tiefe.

Zurück auf dem Campingplatz werden wir von zwei neugierigen Spinifextaubenpaar begrüsst. Mit einem Apéro und später einem feinen Risotto beschliessen wir diesen eindrücklichen Sonntag.

 

Montag, 7.9.2015 / From Gorge to Gorge / Karijini National Park

Das monotone Zwitschern eines Vogels kündet die frühe Morgenstunde an. Bald sind wir unterwegs zur Kalamina Gorge.

Auf dem Parkplatz treffen einzig auf den jungen Franzosen, mit dem wir bereits gestern kurz gesprochen haben.

Über mehrere Felsstufen gelangen wir in die Schlucht und schon ein erster Anblick ist gigantisch. Im warmen Sonnenlicht spiegeln sich die eindrücklichen Felswände und die üppig grünen Pflanzen im klaren Wasser des Flusses.

Ein schmaler Pfad führt entlang des Wasserlaufes und zu kleineren und grösseren Pools. Einzig das Plätschern bricht die Morgenruhe. Nach ca. 2 km endet der Weg und die Landschaft gehört wieder ganz der Natur, einfach „amazing“ diese Gorge.

Auf der Schotterpiste geht’s weiter zu den Joffre Falls. Von einer Aussichtplattform blicken wir in die Tiefe und entdecken in den Felswänden Wanderer.

Da wir bereits eine Schlucht besucht haben, entscheiden wir uns gegen einen steilen und gefährlichen Abstieg.

Weiter geht es zur Knox Gorge, wo wir uns auch mit dem Lookout begnügen.

Ein weiterer Höhepunkt ist dann der Oxer Lookout. Hier treffen vier Schluchten zusammen und bilden eine gewaltige Kulisse. Auch die Vegetation ist vielseitig und leuchtet in rot, grün und beige mit dem stahlblauen Himmel um die Wette.

Wir verlassen den National Park über das Westgate und fahren ohne Umweg nach Tom Price. Das Bergbaustädtchen bemüht sich mit viel Grünanlagen um ein „nettes“ Ansehen. Im Besucherzentrum bekommen wir die nötigen Informationen, im Coles die gewünschten Lebensmittel und an der Tankstelle den Treibstoff für die nächsten paar hundert Kilometer.

Dann richten wir uns auf dem Zeltplatz ein und relaxen.

 

Dienstag, 8.9.2015 /Auto wieder fit für beinahe 600 km Fahrt nach Exmouth

Gestern Abend haben wir bei unserem Auto einen platten Hinterreifen entdeckt und haben sofort eine nahe Autowerkstatt ausfindig gemacht und aufgesucht. Doch der Angestellte vertröstet uns auf den nächsten Morgen um sieben Uhr.

So gilt unser erster Besuch heute Morgen dem Mechaniker. Der Chef persönlich ist vor Ort und nimmt sich der Sache selbst an. Nach knapp einer Stunde fahren wir mit geflickten Schlauch wieder los. Auf Empfehlung des Garagisten fahren wir noch zu einem „fliegenden“ Kaffeeladen. Ein junger Bursche hat sein Auto zu einer fahrbaren Kaffeemaschine ausgebaut und seine Muntermacher scheinen sehr beliebt zu sein.

Nun heisst es aber „Gas geben“. Wie wollen heute nach Exmouth und das sind beinahe 600 km Fahrt durch Buschland ohne weitere Sehenswürdigkeiten. Einzig im Nanutarra Roadhouse legen wir eine längere Pause ein. Ansonsten gibt’s nur kurze Stopps für den Fahrerwechsel.

Am Nachmittag erreichen wir unser Ziel und bekommen auf dem Cape Holiday Park einen Platz für die Übernachtung. Wir fragen nach der Möglichkeit zum Kauf von frischem Fisch (schliesslich sind wir ja direkt am Meer). Doch wir werden an den Supermarkt verwiesen, wo wir halt gefrorenen Fisch kaufen.

Auf dem Camping besucht uns dann tatsächlich ein Emu. Der flugunfähige Vogel scheint sich unter den Gästen wohl zu fühlen und stolziert zwischen den Wohnwagen und Camper hindurch.

Jetzt ist Strand angesagt. Am Twon Beach geniessen wir das herrliche Wetter und das warme Meerwasser. Wir sammeln Muscheln und lassen uns den Wind um die Ohren wehen. Mit dem Sonnenuntergang kehren wir auf den Campingplatz zurück und bereiten uns eine feine Krevettenreispfanne zu.

 

Mittwoch, 9.9.2015 / Ein ereignisreicher Tag

Nach einem Frühstück bei Sonnenaufgang erkunden wir heute den Cape Range National Park. Ein erster Halt legen wir beim Mildura Wreck ein. Viel sieht man allerdings nicht mehr vom Schiffswrack.

Dann geht’s über eine steile Stichstrasse zum Leuchtturm. Ein Foto mit unserem Auto und dem Vlamingh Head Lighthouse muss sein!

Von einer Aussichtsplattform aus entdecken wir dann weit draussen im Meer Humpback-Wale (Buckelwale). Fasziniert verfolgen wir die Sprünge der gigantischen Meeressäuger mit dem Fernglas.

Bei einer Rangerin zahlen wir den Tagespass für den Nationalpark und fahren dann an einige der unzähligen kleinen Strände. Mal ist das Ufer mit Mangroven bewachsen und die Heimat von vielen Vögeln und knallroten Sturts Ruhmesblume, mal stehen wir an kilometerlangen Standstränden.

An einigen Stellen wie zum Beispiel im Turquoise Bay ist das Ningaloo Reef sehr nahe der Küste und die Fische schwimmen uns um die Füsse.

Bei Yardie Creek haben wir eigentlich die direkte Fahrt nach Coral Bay geplant. Doch die Sandpiste ist tückisch und wir stecken tatsächlich nach ein paar hundert Meter und noch vor der ersten Wasserquerung fest. Nun heisst es weiter Luft aus den Pneus lassen und Sand schaufeln. Dank der kundigen Unterstützung und Mithilfe eines Einheimischen befreien wir uns auf der misslichen Lage. Nochmal gut gegangen ..., wir bedanken uns mit einer Flasche Wein.

Nachdem die Räder wieder gepumpt sind, fahren wir auf geteerten Strassen wieder Richtung Exmouth. Auf der Fahrt werden wir mit der Bekanntschaft einer grossen Echse (Glouds Waran) und einer Straussenmutter mit zwei Küken belohnt.

Im Visitercenter von Exmouth lassen wir uns nun für einmal einen Campingplatz vorreservieren. Da wir etwas später in Coral Bay ankommen, gehen wir auf Nummer sicher.

In Coral Bay zieht es uns dann bald wieder an den Strand. Wir hören in der Ferne ein lautes Grummeln und erkundigen uns nach dem uns unbekannten Geräusch. Schnell erfahren wir, dass das die Brandung im Riff ist, welches sich weit draussen im Meer befindet. Ganz in der Nähe des Ufers tummelt sich eine Gruppe von kleinen Haien. Am sandigen Grund entdecken wir noch einen Blaupunktrochen. Und dann versinkt die Sonne langsam im Meer ...

 

Donnerstag, 10.9.2015 / Ruhetag in Carnarvon

Das Auto vom Sand zu befreien, ist ein Ding der Unmöglichkeit, denn auch unser Standplatz gleicht einem Sandhaufen. So what.

Im Minilya Roadhouse trinken wir einen Cappuccino und nehmen dann die nächsten Kilometer auf dem North West Coast Highway unter die Räder.

Der vorgesehene Campingplatz in Carnarvon liegt uns zu weit vom Zentrum und vom Meer entfernt. Wir beschliessen, zuerst einzukaufen und zu tanken. An der Tankstelle treffen wir dann genau auf den Australier, der uns gestern in Yardie Creek geholfen hat! Wir freuen uns über das schnelle Wiedersehen. Er gibt uns reichlich Tipps, u. a. auch für einen nahen Campingplatz.

Wir richten uns ein und starten eine Waschladung in der sehr gepflegten Anlage. Auf einem Baum nahe unseres Platzes hat sich eine Eulenschwalme-Familie samt Jungtier eingenistet. Die nachtaktiven Vögel haben sich ein richtiges Tarnkleid zugelegt und sind kaum von der Baumrinde zu unterscheiden.

Am frühen Abend erkunden wir Carnarvon, dass einen eher verschlafenen Eindruck macht. Dann entdecken wir eine alte Trambrücke mit total verrosteten Geleisen. Am Ufer des Flusses stehen elegante Villen mit eigenen Bootsanlege stellen.

Schliesslich landen wir in einem typischen australischen Pub. Die Mitglieder der „Carnarvon Old Basters“ spielen eine Art „Lotto“ und laden uns ein, von ihrem Apérohäppchen zu kosten. Wir geniessen die entspannte Atmosphäre und beobachten das Treiben in der Bar.

 

Freitag, 11.9.2015 / Muscheln und Meer

Die Reise geht auf dem North Western Coastal Highway weiter Richtung Süden. Beim Wooramel Roadhouse treffen wir auf die erste (noch lebende) Mulga-Schlange und können diese auch gefahrlos fotografieren.

Unterwegs beeindruckt weiterhin die Weite und die offene Landschaft.

Beim Overlander Roadhouse biegen wir in die Shark Bay Road ab. Bald erreichen wir Shell Beach und sind begeistert von diesem aussergewöhnlichen Strand. Seit mehreren tausend Jahren werden die leeren Schalen von Herzmuscheln ans Ufer gespült und bilden hier eine bis zehn Meter hohe Schicht. Der Kontrast zum blauen Himmel und zum glasklaren Meerwasser ist gewaltig.

In Denham bekommen wir auf dem vorgesehenen Camping einen Platz mit Meersicht. Wir schlendern durch die kleine Ortschaft und beschliessen kurz entschlossen, einen Segeltörn für Samstag zu buchen.

Wir freuen uns auf den Ausflug in die Shark Bay und stossen mit einem feinen Bier darauf an, scharf beobachtet von einer der vielen Möwen.

 

Samstag, 12.9.2015 / Ins Wasser gefallen

Diesen Samstag gehen wir mit einem ausgedehnten Zmorge gemütlich an. Dann schlendern wir zur einzigen Bäckerei im Ort, bestellen zwei Kaffees und zwei Tuna-Sandwiches zum Takeaway.

Die Fahrt nach Monkey Mia dauert keine halbe Stunde. Beim Eingang zum Resort treffen wir wieder auf die Angestellte, bei der wir den Segeltörn gebucht haben. Sie erkennt uns wieder und erlässt uns die AUD 20.00 Eintrittsgebühr.

Das Resort liegt direkt am Meer und besteht aus einer weitläufigen Anlage mit Strand, Restaurant, Besucherzentrum und Unterkünften.

Ein Brillen-Pelikan lässt sich ungeniert fotografieren und bald tauchen auch schon die ersten Delfine auf. Normalerweise kommen sie nur zur Fütterungszeit ans Ufer, doch heute zeigt sich eine ganze Gruppe und kann gut beobachtet werden. Immer wieder kommt es zu kleinen „Wettkämpfen“ zwischen Delfinen und den Pelikanen. Ein herrliches Schauspiel, dass wir mit einem kühlen Drink von der Terrasse des Restaurants aus verfolgen.

Um 12.30 h machen wir uns für die Tour bereit. Doch wie wir unser Gepäck zusammen haben, beginnt es zu regnen! Es regnet ein- oder zweimal pro Jahr hier; weshalb also gerade heute?

Nach einigen Diskussionen mit der Schiffscrew, werden die Touren aufgrund der unsicheren Wetterentwicklung definitiv abgesagt. Uns wird versprochen, dass wir das Geld zurückerhalten, sofern wir nicht an einem anderen Tag teilnehmen können. Schade, but no worries!

So kehren wir nach Denham zurück und gehen wieder ins Visitorcenter. Nach einigem Hin und Her bekommen wir den Betrag wieder in bar zurück. Die Tuna-Sandwiches essen wir nun auf dem Campingplatz anstatt auf dem Segelschiff.

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