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3. Woche / 30.8. - 5.9. / Kununurra - Purnululu Nationalpark - Halls Creek - Windjana Gorge - Broome - South Portland

Wieder in Westaustralien

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Sonntag, 30.8.2015 / Keep River National Park und Kununurra

Die Vollmondnacht ist ganz ruhig verlaufen und der Tag beginnt mit einem herrlichen Sonnenaufgang. Der Jarnem Walk beginnt gleich beim Camp und führt zuerst über weites Spinifex- Grasland. In der Ferne hören wir einen Ochsen brüllen.

Dann führt der Weg durch einen Fächerpalmenhain. Zudem stehen auch hier imposante Boabs sowie milkwood trees und die Kimberley-Heide blüht.

Nach einem kurzen Aufstieg geniessen wir den einmaligen Blick auf die Sandsteindome der nächsten Gebirgskette und die offene Landschaft.

Auf dem abwechslungsreichen Pfand sehen wir zwei Wallabies und unzählige Vögel. Wir nähern uns den bis 200 m hohen Felswände, die gerne mit den bekannteren Bungle Bungle im Purnululu National Park verglichen werden.

Nach über zwei Stunden führt uns der Rundweg wieder zurück zu unserem Auto. Nun heisst es Abschied nehmen von diesem einsamen und wunderschönen Platz.

Mit der Überquerung der Grenze zu Westaustralien gewinnen wir wieder 1.5 Stunden. Die Kontrolle am Quarantäne Checkpoint verläuft problemlos. In Kununurra sind die Läden auch am Sonntag geöffnet, was uns sehr entgegenkommt. Nach einem feinem Kaffee füllen wir uns Lebensmittelvorräte wieder auf und verstauen sie im Auto.

Der Campingplatz liegt idyllisch an einem See und wir bekommen einen Platz direkt am Wasser. Da niemand im See badet, entschliessen wir uns auch für eine Abkühlung im Swimmingpool. Bald taucht Werner auf, den wir von Timber Creek her kennen. Wir verbringen einen relaxten Nachmittag in bequemen Liegestühlen.

Bei einem feinen Znacht blicken auf einem wiederum spannenden Tag zurück und sind dankbar, diese Reise machen zu können.

 

Montag, 31.8.2015 / Echinda Gorge/Purnululu National Park

Bei einem herrlichen Sonnenaufgang frühstücken wir mit direktem Blick auf den noch ruhigen See und starten so einen weiteren sonnigen Tag in Australien.

Mit zwei vollen Tanks fahren wir noch rund 50 km auf dem Victoria Highway und biegen dann auf den Great Northern Highway ab. Im Doon Doon Roadhouse werden wir freundlich empfangen und geniessen einen starken, feinen Expresso.

Etwa 100 km vor Halls Creek zweigt die Strasse zum Purnululu National Park ab. Wir öffnen das Gate und los geht’s auf der kurvenreichen 4-WD-Piste. Von den rund dreissig Flussquerung sind nur noch fünf mit Wasser gefühlt und lassen sich bestens befahren. Nach 54 km erreichen wir die Rangerstation und registrieren uns für zwei Tage und eine Nacht. Der Ranger gibt uns wertvolle Tipps, die wir gerne befolgen.

Die Echidna Gorge ist eine gewaltige Felsspalte mit bis zu 100 Meter hohen Felswänden. Die Sonne scheint zum Teil in die immer schmaler werdende Schlucht. An manchen Stellen ist der Weg noch knapp einen Meter breit. Nach 400 m sind wir dann am Ende ...

Während in der Schlucht angenehme Temperaturen herrschen, heizt es draussen schon wieder mächtig ein. So schätzen wir die Kühlung im Auto und fahren rund 30 km zum Walardi Camp mit minimaler Infrastruktur.

Nach einem feinen Nachtessen bewundern wir den Sternenhimmel der südlichen Hemisphäre, der hier ohne störende Lichtquellen besonders schön ist.

 

Dienstag, 1.9.2015 / Cathedral Gorge / Piccaninny River / Purnululu National Park

Um 05.30 Uhr verlassen wir die Campesite und fahren zu den bekannten Sandsteindomen der Bungle Bungle Range. Die aufgehende Sonne beleuchtet die imposanten Felsformationen und die sogenannten Bienenkörbe.

Ein erster Besuch gilt der Cathedral Gorge, eine Art Amphitheater am Ende einer imposanten Schlucht. Ein kleines Wasserbecken ist von schneeweisem Sand umgeben.

Dann wandern wir im ausgetrockneten Flussbett dem sogenannten Piccaninny Creek bis zum Window, einem Loch im Felsen.

Immer wieder haben wir freien Blick auf die farbenprächtigen Felsen, einfach herrlich!

Nach rund drei Stunden kommen wir zum Parkplatz zurück und nehmen die Rückfahrt in Angriff. Einzelne Flussquerung werden durch die am Kuhfänger montierte GoPro gefilmt.

Die Weiterfahrt auf dem Great Northern Highway ist dann wieder eine Wohltat für die Rücken und das ganze Equipment im Auto.

Trotz mässig schönem Camping (wenigstens mit Strom und guten sanitären Anlagen) entschliessen wir uns für eine Übernachtung in Halls Creek. Hier treffen wir auf verschiedenste Wohnmobile und deren Bewohner. Direkt neben uns gesellt sich ein freundliches Ehepaar aus Fremantle.

 

Mittwoch, 2.9.2015 / Great Northern Highway / Tunnel Creek National Park / Windjana Gorge National Park

Heute haben wir eine recht lange Strecke vor uns und fahren deshalb um halb Sieben in Halls Creek los. Die Landschaft ist eintönig und faszinierend zugleich. Der Highway ist vergleichbar mit einer Hauptstrasse bei uns, ohne Richtungstrennung, ohne Pannenstreifen. Bei Brücken verengt sich die Fahrbahn oft auf eine Spur. Die Maximalgeschwindigkeit wird mit 110 km/h angegeben. Das Verkehrsaufkommen ist meistens gering.

In Fitzroy Crossing legen wir eine Pause ein. In einer alten zum Roadhouse umfunktionierten Tankstelle wirten Asiaten. Die Einheimischen scheinen wenig Interesse an Arbeit und am Geschäft zu haben.

Nach weiteren 43 km biegen wir auf die Leopold Downs Road ab. Die Piste ist breit, aber anfangs sehr sandig.

Im Gebiet des Devonian Reef Conservation Parks besuchen wir den Tunnel Creek National Park. Durch eine von aussen unscheinbare Felsspalte betreten wir einen ca. 750 Meter langen Tunnel unter der Napier Range. Die Wassermassen sind in das Kalksteingebirge eingedrungen und haben ein prächtiges Höhlensystem mit Tropfsteinformationen erschaffen. Nun heisst es Schuhe ausziehen und Stirnlampen anschalten. Wir durchwaten das kühle, klare Wasser und überqueren Sandbänke. Mitten im Tunnel ist es stockdunkel. Einzig das Plätschern eines kleinen Zuflusses und das Kreischen von Fledermäusen ist zu hören. Wir sind die meiste Zeit für uns.

Wieder am Tageslicht tauschen wir uns kurz mit andern Reisenden aus. Das Paar kommt vom Windjana Gorge National Park, dort wollen wir nun hin.

Nach der Selbstregistration suchen wir uns einen Platz auf dem weitläufigen Camping und bereiten uns eine feine Mahlzeit zu. Dabei bekommen wir immer wieder Besuch von neugierigen Vögeln. Der Höhepunkt ist jedoch das Treiben eines Graulaubenvogels. Er hat sein Laube direkt bei den Duschhäuschen aufgebaut und ist sich der Aufmerksamkeit der Besucher sicher.

Dann starten wir die Tour in die Schlucht. Wir scheinen die einzigen zu sein, welche die herrliche Abendstimmung in der Windjana Gorge geniessen. Auf Sandbänken entdecken wir eine Gruppe von Australienkrokodilen mit Jungtier. Scheue Schwarzfuss-Felskänguruh kreuzen den schmalen Wanderweg und lassen sich nur mit viel Glück ablichten. Unzählige Vögel bewohnen das dichte Gehölz.

Die orangen Felswände leuchten im letzten Abendlicht und wir verlassen die Schlucht mit der einsetzenden Dunkelheit. Bald strahlt wieder ein unbeschreiblich schöner Sternenhimmel über uns.

 

Donnerstag, 3.9.2015 / Broome

Mit einem wolkenlosen Himmel, doch recht frischen Temperaturen startet der Tag. Bald sind wir on the road again und kommen auf die bekannte Gibb River Road. Allerdings haben wir von verschiedenen Seiten gehört, dass der Trip nicht das hält, was er verspricht. Deshalb haben wir uns gegen eine Befahrung der ganzen Route entschlossen. Die Strasse, mal geteert, mal naturbelassen, scheint der beliebte Treffpunkt von Vieh zu sein. Manche geben den Weg nur wiederwillig frei. Auf einem Baum entdecken wir einen stolzen Adler, der nach Beute Ausschau hält.

Im Willare Bridge Roadhouse setzen wir uns mit einem Kaffee auf die Veranda und beobachten das emsige Treiben. Hier verpflegen sich die Fahrer der gewaltigen Road Trains, Bauarbeiter, Touristen und Leute auf der Durchreise. Die Lokale sind Restaurant, Motel, Tankstelle, Einkaufsladen und sozialer Treffpunkt zugleich.

Gegen elf Uhr erreichen wir Broome am Indischen Ozean. Wir kaufen frisches Obst, Gemüse, Fleisch und Brot ein und lassen uns dann am Cable Beach auf dem Camping nieder. Wir sind froh, die staubigen Kleider gründlich waschen zu können. Das Trocknen übernimmt die Sonne.

Die Sonne ist auch der Star am Abend. Am Cable Beach von Broome versammeln sich Einheimische und Gäste und verfolgen den spektakulären Sonnenuntergang. Touristen lassen sich auf den Rücken von Kamelen den Strand entlangführen. Wir geniessen das Naturschauspiel und die friedliche Stimmung am feinen Sandstrand. Ferien pur!

 

Freitag, 4.9.2015 / Broome

Nach dem Frühstück gilt unser erster Besuch wieder dem Strand. Im feinen Sand leben kleine Krabben, die mit mit Kügelchen wahre Kunstwerke schaffen. Die Möwen sind allgegenwärtig, insbesondere auch auf der Terrasse des Sunset Beach Restaurants, wo wir uns einen Kaffee gönnen. Hier klauen die frechen Vögel einen Gast das Frühstück vom Teller.

Da das Telstra-Gerät für den Internetzugang seit zwei Tagen nicht mehr richtig funktioniert, müssen wir uns heute darum kümmern. Dafür sind einige Telefonate sowie der Besuch eines Telstra-Shops in Broome nötig. Wir verbinden das mit einem Bummel durch das Städtchen. Bald haben wir wieder Internet-Zugang und können uns der Natur widmen.

Wir fahren zuerst zum Hafen und dann über eine Gravelroad zum Gantheaume Point. Das türkisfarbene Meer und die ockerfarbenen Klippen geben eine bezaubernde Kulisse ab. Wir baden die Füsse in einem kleinen Pool und geniessen die Ruhe und die Meersicht.

Die rund 30 Grad warmen Nachmittagsstunden verbringen wir mit Lesen und Schreiben im Schatten auf dem Campingplatz. Ein kühles Bier darf da nicht fehlen ...

Der Abendspaziergang führt uns noch einmal an den Strand. Dort geniessen wir erneut einen unbeschreiblich schönen Sonnenuntergang.

 

Samstag, 5.9.2915 / South Hedland

Knapp 600 km fahren wir heute von Broome nach South Hedland. Die Strecke gibt im ersten Augenblick nicht allzu viel her. Beim frühmorgendlichen Start verzaubert ein leichter Nebel die Landschaft und zahlreiche Wallabies grasen am Strassenrand und hüpfen dann zum Glück Richtung Gebüsch.

Über Kilometer ist die Landschaft eben und erstreckt sich bis an den Horizont. Manchmal weiden riesige Viehherden auf magerem Boden. Dann wechselt die Vegetation wieder und wird von Buschland beherrscht.

Abwechslung bringen die Stopps bei den Roadhouses. Im Sandfire Roadhouse stärken wir uns mit einem Kaffee und lockern die Muskeln. Weitere 140 km später im Pardoo Roadhouse lassen wir uns ein feines Glacé schmecken. Eine willkommene Abkühlung, denn Temperaturen sind schon wieder heiss. Hier beobachten wir den „alle-gegen-alle-Kampf“ von zwei kleineren Vögeln, einer Krähe und einem Reiher. Im Streit geht es um den begehrten Platz auf der Zapfsäule der Tankstelle; ein amüsantes Schauspiel.

Am frühen Nachmittag erreichen wir South Hedland, eine Industriestadt die uns lediglich zum Auffüllen der Tanks und zum Übernachten dient.

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