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16.5. - 23.5.2015 Ostsee-Kreuzfahrt

Willkommen an Bord der MSC Orchestra

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Über Hamburg nach Kiel - Samstag, 16.5.2015

Die Bahnfahrt zum Flughafen nach Zürich ist schon fast Routine und doch immer etwas Spezielles. Pünktlich erreichen wir die erste Etappe der heutigen Reise und können beim Check-in 2 unsere über 20 kg schweren Koffer abgeben sowie die Bordkarte entgegennehmen. Traditionell geht’s dann zum Starbucks-Kaffee und trotz leichten Grippeanzeichen kommt langsam Ferienstimmung auf.

Info's zu unserem Reiseprogramm

Beim Boarding bietet sich dann noch die Gelegenheit die Plätze beim Notausgang zu ergattern. Den gebuchten Passagieren wird anscheinend nicht zugetraut, dass sie im Notfall die Türen öffnen können. Die Instruktionen der Flugbegleiterin sind sehr dürftig und sie verweist auf die Piktogramme, welche das Prozedere beschreiben. In der Hoffnung, dass wir nicht zum Einsatz kommen, heben wir pünktlich mit 98 andern Fluggästen in der Bombardier-Maschine der Fluggesellschaft HOP, welche zur Air France gehört, ab.

Im Hamburg kommen uns bei der Gepäckausgabe bereits zwei Mitarbeitende der MSC entgegen. Sie registrieren unsere Namen und bitten uns auf den Transfer zu warten. Leider sind die jungen Angestellten und auch einige Passagiere mit der Situation überfordert und es dauert eine ganze Weile, bis sich eine erste Gruppe im Gänsemarsch durch den Flughafen in Richtung Bus aufmacht. Dort werden dann die Koffer im Car verstaut und jeder muss sich vor dem Einsteigen nochmals melden. Anscheinend kommt es immer wieder vor, dass  Passagiere „verloren“ gehen und dann hilflos umherirren. Und so kommt auch ein älteres Ehepaar mit den Reisebus, das vorher anscheinend einen falschen Car bestiegen hat und dann nicht beim gebuchten Kreuzfahrtschiff gelandet ist ...

Die Fahrt von Hamburg nach Kiel dauert etwas mehr als eine Stunde. Der grösste Teil der Strecke ist durch Baustellen behindert, doch wir kommen ohne Stau in den Kieler Hafen. Die MSC Orchestra ist mit ihrer Grösse nicht zu übersehen.

Wiederum heisst es etwas  Geduld zu haben, denn zuerst muss eine Ladung Passagiere vor uns abgefertigt werden. Dann verlassen auch wir den Bus und eilen auf klaren Befehl eines Angestellten in den Kreuzfahrtterminal. Dort füllen wir einen Fragebogen über unseren gesundheitlichen Zustand aus und begeben uns anschliessend zum Check-in. Für den Gepäcktransport zeige sich die Crew verantwortlich, wird uns versichert.

Mit dem persönlichen Badge ausgerüstet, dürfen wir nun das riesige Schiff betreten. Doch vorher wird noch das obligate Foto mit dem Steuerrad geknipst. Freundliche Angestellte aller Nationen heissen uns an Bord willkommen und geben uns die Richtung an, welche wir für unsere Kabine einschlagen müssen. Und tatsächlich finden wir auf Anhieb unsere Bleibe für die nächste Woche.

Die Kabine 11121 ist jener sehr ähnlich, die wir auf unserer Mittelmeerkreuzfahrt hatten. Das Tollste ist der kleine Balkon, den wir für uns haben!

Im Tagesprogramm erfahren wir, dass bereits um 17.45 h das Nachtessen stattfindet. So warten wir sehnlichst auf unsere Koffer, um uns etwas frisch zu machen. Wir starten auf eine erste Erkundungstour und merken uns die wichtigsten Abzweigungen, Treppenhäuser und Liftanlagen. Leider treffen unsere Koffer nicht vor dem Essen ein. Zum Glück ist der Dresscode heute leger und so gehen wir wohl oder übel in der Reisekleidung ins Restaurant.

Wir sind an einem Vierertisch und bald tauchen auch unsere „Gspänli“ auf. Die beiden sind von der Anreise recht gebeutelt und mögen kaum reden. Sie warten auch noch auf ihr Gepäck und hoffen wie wir, dass es bald eintrifft.

Die Speisekarte bietet eine grosse Auswahl und es besteht die Gefahr, zu viel zu bestellen. Doch unsere Wahl passt und ein feiner Shiraz aus Südafrika begleitet unser erstes Dinner auf der MSC Orchestra.

Während des Essens setzt sich das Schiff in Bewegung und verlässt in Begleitung von Lotsenbooten den Hafen Richtung Kieler Bucht.

Dank der frühen Essenszeit haben wir nun genügend Zeit die Abendstimmung zu geniessen. Immer wieder durchbrechen Sonnenstrahlen die bedrohlich schwarzen Wolken. Zahlreiche Frachtschiffe sind in kürzerer und weiterer Distanz auszumachen. Zuletzt verabschiedet sich die Sonne in einer orangen Szenerie. Hier sind nun wieder Bilder anstelle von Worten angebracht ...

--> siehe auch unser Kurzfilm

 

Auf See - Sonntag, 17.05.2015

Nach einer weitgehend ruhigen Nacht folgt am Morgen ein Frühstück auf Deck 13, wo sich Hektik nicht vermeiden lässt. Obwohl alle Ferien haben und es mehr als genügend Essen für alle gibt, verhalten sich manche Passagiere äusserst nervös. Sie kurven mit überfüllten Tellern durch die Menge und suchen nach Sitzplätzen oder Verwandten.

Wir gehen den Sonntag ruhig an und erkunden weitere Ecken des gigantischen Schiffes. Das Wetter zeigt sich heute zuerst wolkenverhangen und es nieselt, bals jedoch zeigt sich die Sonne. Um 10.00 h folgen wir im Theater den Sicherheitsinstruktionen und suchen den Sammelplatz „E“ auf. Ob die Evakuation auch im Notfall funktioniert?

Wir denken nicht an Seenot, sondern suchen an diesem eher kühlen Tag nach Wärme. Diese finden wir im Spa-Bereich des Schiffes. In der Sauna und im Dampfbad lässt es sich herrlich entspannen, zumal wir fast die einzigen Gäste sind. Nach dem Sprudelbad folgt dann noch eine ganz besondere Behandlung. Wir dürfen zusammen in einen auf Asiatisch gestylten Raum und werden mit einer Thai-Sportmassage verwöhnt. So werden die letzten verspannten Muskeln gelöst. Danach ist Sport im Fitnesscenter bzw. Blog-Schreiben angesagt.

Nach soviel Wellness sind wir fit für den Galaabend! Gut gelaunt geht’s in die Villa Borghese, unserem Restaurant. Die Tischnachbarn sitzen schon am Tisch, sehen aber noch immer etwas mitgenommen. Sie erzählen uns, dass sie die Zeitumstellung (in der Nacht wurde die Uhr eine Stunde vorgestellt) nicht mitbekommen haben und ihnen deshalb den ganzen Tag diese Stunde fehlt. Zum Glück sind sie noch vor dem Abendessen darauf aufmerksam geworden.

Auch unser italienischer Kellner Domenico ist bester Laune und nimmt unsere Essenswünsche entgegen.  Wir haben das Mittagessen ausgelassen und können deshalb jetzt ein Viergang-Menu geniessen. Der Châteauneuf-du-Pape begleitet das Mahl vorzüglich. Der Nachtisch bringt unsere Mägen dann allerdings an die Kapazitätsgrenze...

Das Abendprogramm setzt sich in einer der unzähligen Bars des Schiffes fort. Zu Feier des Tages werden Cocktails offeriert und diese finden grossen Anklang bei den Gästen. Die Passagiere bewegen sich meistens paarweise durch die Menge. Manche haben sich herausgeputzt und einige Damen haben mal wieder Highheels an den Füssen. Zusammen mit Alkohol führt das zu amüsanten Szenen. Wir betrachten das Geschehen von zwei bequemen Sesseln aus.

 

Tallinn (Estland) - Montag, 18.05.2015

Den Kommentar über das Frühstück verkneife ich mir heute. Viel lieber geniessen wir die Ankunft in Tallinn, der Hauptstadt von Estland. Nachdem das Kreuzfahrtschiff mit unzähligen Seilen vertäut ist, dürfen wir von Bord. Das Wetter ist zwar noch etwas grau und die Temperaturen leicht kühl. Doch wir sind für alles ausgerüstet.

Im Hafen warten unzählige Reisebusse, mit denen die Touristen auf die verschiedenen Ausflüge gehen. Wir nehmen den Weg zur Altstadt zu Fuss in Angriff und nach einer Viertelstunde haben wir die Grosse Strandpforte erreicht. Durch dieses Tor betreten wir die grösstenteils mit Kopfsteinpflaster belegten Strassen der Stadt, die früher auch Reval genannt wurde.

Bald biegen wir von der Hauptgasse ab und kommen in schmale Strassen, wo u. a. auch grosse Teile der mittelalterlichen Stadtmauer zu bewundern sind. Die Häuser sind zum Teil frisch renoviert oder werden gerade einem Facelifting unterzogen. Anderen Gebäuden fehlt der Verputz und sie scheinen kaum bewohnbar.

Durch einen weiteren Durchgang in der gewaltigen Mauer kommen zur Aufstieg auf den Domberg. Oben angekommen erwartet uns einerseits ein schöner Blick auf die Stadt und das Meer sowie auf unser Schiff, anderseits treffen wir hier auch auf zahllose Touristengruppen. Wir bahnen uns einen Weg durch die pittoresken Gassen vorbei an Souvenirläden und Restaurants.

Die Geschichte des Doms zu St. Marien in Tallinn geht wahrscheinlich ins Jahr 1291 zurück. Das gotische Bauwerk gehört zu den bedeutendsten Kirchen von Estland. Der Innenraum ist in Barock gehalten und sogenannte Wappenepitaphe schmücken die Wände.

Für 5 Euro pro Person dürfen wir die 140 Stufen auf den Kirchenturm hochsteigen. In 75 Meter über dem Meeresspiegel öffnet sich nun auf drei Seiten ein Blick auf die Stadt und weit darüber hinaus. Hier hinauf verirren sich nur wenige Touristen. Umso mehr geniessen wir die Stille und den Ausblick.

Die farbigen Zwiebeltürme der Alexander-Newski-Kathedrale haben wir bereits vom Turm der Domkirche aus bewundert. Nun bannen wir uns einen Weg um die Kirche herum und dann auch hinein. Das eindrückliche Gebäude ist Ende des 19. Jahrhunderts erbaut worden und reich ausgestattet. Wegen der vielen Leuten und einem eigenartigen Geschmack verlassen wir die Kirche bald wieder und steigen den Domberg hinunter.

Wir schlendern vorbei an kleinen Geschäften und Souvenirläden durch die meist autofreien Gassen von Tallinn. Da leichter Regen einsetzt, machen wir eine Kaffeepause im Restaurant Reval. Wenig später geht’s weiter mit der Stadtbesichtigung. Erwähnenswert sind die Gildehäuser, das Dominikanerkloster an der Katariina-Gasse und die Heiliggeistkirche.

Soviel Kultur macht durstig und das Kulinarische soll auch nicht zu kurz kommen. So finden wir uns im  „The First Estonian Pub / Hell Hunt“ wieder und geniessen ein einheimisches Bier.

Auf dem Rückweg zum Schiff erkunden wir noch eine halbzerfallene Hafenanlage. Die Terrassen bieten einen guten Blick auf den Cruiseterminal und den finnischen Meerbusen.

Heute Abend bleiben wir alleine am Vierertisch. Das Essen ist ganz auf Italien abgestimmt und das Servicepersonal präsentiert den Nachtisch mit viel Musik und Gesang. Die Servietten werden im Takt geschwungen und dann das Tiramisu serviert. Nach einem kleinen Schlummertrunk in der Savannah-Bar tuckern wir ruhig in russisches Gewässer.

 

St. Petersburg (Russland) - Dienstag, 19.05.2015

Heute ist früh Tagwache und das Frühstück kurz. Für den Tagesauflug nach St. Petersburg treffen wir uns im Covent Garden Theatre. Wir erhalten eine Klebmarke mit der Nr. 11 und dürfen dann das Schiff verlassen.

Jedes Mal wenn wir von Bord gehen, werden wir mit der persönlichen Karte ausgecheckt. So weiss das Personal immer, wer das Schiff verlässt und wer wieder zurück ist.

An diesem Dienstag wird einige Geduld von uns abverlangt. Doch alles der Reihe nach. Die erste Warteschlange empfängt uns bei der Einreise nach Russland. Am Zoll prüfen die Angestellten jeden genau. Das Visum haben wir mit der Buchung des Ausfluges bestellt und im Vergleich zu andern können wir die Grenze relativ schnell passieren.

Wir sitzen schon länger im Bus Nr. 11 und haben unsere Reiseleiterin Anna kennengelernt. Doch nun heisst es wieder warten, da angeblich noch zwei Passagiere fehlen. Unzählige Angestellte wirbeln umher, telefonieren, prüfen Listen und diskutieren. Es vergeht eine weitere halbe Stunde, bis unser Chauffeur Alexander die Bewilligung erhält, loszufahren.

Anna beginnt sofort zu erzählen und hört erst wieder am Abend auf. Ihre Ausführungen sind wohl interessant und drehen sich um die russische Geschichte, gesellschaftliche Aspekte, Architektur, Kunst und auch aktuelle sowie politische Themen.

Unser erstes Ziel liegt ausserhalb von St. Petersburg. Der Bus quält sich quer durch die Stadt. Nach über einer Stunde Fahrzeit erreichen wir das 25 km südlich gelegene Puschkin. Hier besuchen wir den Katharinenpalast und einen Teil der Parkanlage. Doch zuerst heisst es wieder warten. Viele Gruppen stehen vor dem Eingang und hoffen auf baldigen Einlass. Ein steifer Wind und tiefe Temperaturen machen einigen zu schaffen. Wir haben uns zum Glück im Zwiebelsystem warm angezogen. Zudem spielt eine kleine Formation lautstarke Marschmusik und sorgt so für Unterhaltung.

Die Eintrittskontrollen sind überall extrem streng. Doch wir stellen uns geschickt an und haben nur Gepäck dabei, das wir mittragen dürfen. Und selbstverständlich passen unsere Schirme in die Taschen. So können wir weitere Wartezeiten an den Garderoben elegant umgehen. Zudem haben wir starke Blasen und können die WC-Besuche etwas steuern.

Bereits im Bus hat uns Anna mit Kopfhörer und Empfangsgeräten ausgerüstet. So kann sie uns über eine gewisse Distanz bequem informieren. Und wenn wir sie nicht mehr hören, wissen wir, dass wir schnell wieder aufschliessen müssen.

Mit Überschuhen an den Füssen dürfen wir nun über edles Parkett von Saal zu Saal wandeln, Marmortreppen auf- und absteigen und die kostbare Einrichtung bewundern. Viel Zeit zum Schauen bleibt allerdings nicht. Immer wieder mahnt uns Anna „aktiv“ weiterzugehen. Die Reiseleiter werden angehalten, ihre Gruppen effektiv und schnell durchzuschleusen. Wir sind wenig erfreut, zeigen aber Verständnis und organisieren uns entsprechend.

Die Tour durch den Palast vermittelt einen Eindruck, in welchem Prunk die Zaren gelebt haben und welche Opfer dafür erbracht wurden. Wir dürfen die meisten Räume fotografieren und halten so einige Eindrücke fest. Das weltbekannte Bernsteinzimmer ist eindrücklich, obwohl uns dessen Geschichte noch immer etwas eigentümlich vorkommt.

Etwas gemütlicher ist der Gang durch einen Teil des riesigen Schlossparks.  Die Anlage ist sehr gepflegt. Steingärten, Wege und ein alter Baumbestand sowie grössere und kleinere Nebengebäude des Schlosses sind zu bewundern. Auf dem Weg zurück zum Bus kommen wir an einer weiteren Kirche vorbei, bevor wir dann die Fahrt fortsetzen. In der ländlichen Gegend stehen neben zum Teil renovierten Villen auch einfache Holzhäuser mit Gärten. Sie dienen den Einwohner von St. Petersburg seit jeher als Sommer- und Feriensitz.

In Pawlowsk kehren wir zum Mittagessen ein. Das klassizistische Gebäude steht im vermutlich grössten Landschaftspark von Russland. Das Anwesen diente als Jagdresidenz und ist heute frei zugänglich. Wir dürfen an grossen, runden Achtertischen Platznehmen. Der Gurken-Tomaten-Salat und die Getränke stehen schon bereit. Das Wasser geniessen wir gerne, den starken Schnaps (vermutlich Wodka) lassen die meisten Gäste stehen. Anschliessend wird eine Gemüsesuppe serviert, gefolgt von einem Hauptgang mit Salzkartoffeln und nicht ganz eindeutig definierbarem Fleisch. Als Nachtisch wir eine Art gefrorene Rote Grütze und Kaffee aufgetragen.

Aufgrund der knappen Zeit und der Verspätung auf dem Programm drängt unsere Reiseleiterin bald wieder zum Aufbruch. Die Fahrt in die Stadt harzt je mehr wir uns dem Zentrum nähern. Der Fahrer versucht uns so nahe wie möglich bei der Isaakskathedrale abzusetzen. In Windeseile verlassen wir den Bus, denn der Fahrer muss bei jedem Halt fürchten, von der Polizei gebüsst zu werden. Anna bittet uns wieder, ihr aktiv zu folgen.

Unter der drittgrössten Kuppel der Welt fühlt man sich schnell verloren und muss dabei aufpassen, den Anschluss an die Gruppe nicht zu verlieren! Der französische Architekt Auguste de Monferrand hat den Monumentalbau entworfen. Die Erstellung soll rund 40 Jahre gedauert haben. Die reiche Ausstattung lässt sich kaum beschreiben. Unzählige Gemälde schmücken die Wände und Decken. Aufgrund des feuchten Klimas wurden einige Bilder im Laufe der Jahre in Mosaikform repliziert. Überall glänzen mit Blattgold überzogene Verzierungen und riesige Kronleuchter bringen etwas Licht ins eher düstere Gemäuer.

Und weiter geht’s! Nächste Station: Ermitage.

Wer hier einen Gesamteindruck erhalten will, braucht viel Zeit. Mehr als 1000 Räume zählt das im Auftrag von Zarin Elisabeth erstellte Palais. Eine hier beheimatete Sammlung soll 3 Mio. Objekte umfassen.

Beschränken wir uns also auf das Wesentliche bzw. das was man uns heute zeigen will: vergoldete Säle, Galerien mit Wandgemälden und Kunstschätze vom Feinsten. Unter kundiger Leitung bewundern wir u. a. Werke von Leonardo da Vinci, Raffael und Tizian sowie eine unvollendete Skulptur von Michelangelo.

Vor den berühmtesten Gemälden bilden sich immer wieder grosse Menschenmengen. Anna gibt uns über die „Technik“ taktische Anweisungen, wie wir die andern Gruppen am besten überholen können und so näher an die Sehenswürdigkeiten herankommen.

Die Massen machen müde und wir sind froh, wieder aus dem Museum zukommen. Es gäbe noch ganz viel zu bestaunen, aber es hat für uns einfach zu viele Leute.

Am Ufer des Flusses Neva nimmt uns der Reisebus wieder in Empfang und steuert die nächste Station an. Allerdings wissen wir nicht, ob die Peter-Paul-Festung überhaupt noch offen ist.

Wir haben Glück und stehen bald in der barocken Kathedrale auf der Festungsinsel.

Die vergoldete Nadelspitze ist von weitem sichtbar. Im dreischiffigen Gotteshaus sind die Gräber von den Romanow-Zaren zu sehen. Da die Öffnungszeiten anscheinend nicht immer nachvollziehbar sind, können wir diese Sehenswürdigkeit in aller Ruhe geniessen. Es sind nur wenige, die die prächtigen Ikonen und Gräber bestaunen. Zudem kommen wir in den Genuss eines Glockenspiels. Für die Besichtigung der andern Gebäude in der Festung reicht dann die Zeit nicht mehr.

Und wieder ist Geduld gefragt. Der Bus kämpft sich nun durch den Feierabendverkehr und blockiert zeitweise vier Fahrspuren. Gemäss Programm müssen wir noch einen Besuch in einem Souvenirshop durchstehen, ob wir wollen oder nicht. Wir kaufen zwei kühle Biere und warten auf die Weiterfahrt zum Schiff.

Bei der Rückkehr auf die MSC Orchestra ist unsere Abendessenszeit schon abgelaufen. Deshalb bleibt noch die Möglichkeit, ein kleiner Snack im Selbstbedingungsrestaurant einzunehmen; besser als nichts.

Der aktive Tag mit vielen majestätischen Eindrücken wird durch einen herrlichen Sonnenuntergang gekrönt.

--> siehe auch unser Kurzfilm

 

Helsinki (Finnland) - Mittwoch, 20.5.2015

Am Mittwoch Morgen liegen wir etwas länger in der Kabine, obwohl es schon früh hell ist. Einerseits haben wir vor zwei Tagen die Uhren eine Stunde vorgestellt und anderseits befinden wir uns im hohen Norden. Hier sind die Sommertage bekanntlich länger hell.

Um etwa 11.00 Uhr können wir das Kreuzfahrtschiff verlassen. Vorher haben wir noch das Flugspektakel der Möwen von unserem Balkon aus mitverfolgt. Zu Fuss erreichen wir das Zentrum von Helsinki in etwa einer halben Stunde. Die Stadt gefällt uns und wir finden uns schnell zurecht. In einem Café der Universität geniessen wir einen feinen Cappuccino und den freien Internet-Zugang.

Bei sonnigen und für finnische Verhältnisse sommerlichen Temperaturen schlendern wir weiter zum Senatsplatz mit dem Standbild von Zar Alexander II. Über die breite Treppe steigen wir zum schneeweisen Dom mit der grossen, grünen Kuppel hinauf. Äusserlich wirkt die Kirche monumental und erinnert uns an die Isaakskathedrale von St. Petersburg. Im Innern ist das Gotteshaus sehr schlicht. Das hat den Vorteil, dass man die Kirche ungestört und ohne Obolus besuchen kann.

Vorbei am Regierungspalais geht’s hinunter zum Hafen. Auf einem kleinen Hügel steht die russisch-orthodoxe Uspenski-Kathedrale. Das Dach ist mit zahlreichen goldenen Zwiebeltürmen geschmückt und das Interieur sehr opulent.

Am Kai reihen sich Marktstände und Imbissbuden auf und buhlen um Käufer. Uns interessiert noch mehr die Wanha Kauppahalli. In der gepflegten Markthalle werden allerlei Lebensmittel angeboten. Wir entdecken einen Stand, der Fleisch von Bären, Elchen und Wildscheinen in Dosen anbietet. Aber auch Frischfisch, Gemüse, Käse und Süssspeisen stehen zur Auswahl.

Der Weg führt in eine kleinen Park auf einem Hügel. Hier haben wir nochmals Aussicht auf den Hafen und die bereits besuchten Kirchen. Hier blühen Osterglocken und Tulpen; der Frühling hat eben erst Einzug gehalten.

Bei warmen Temperaturen gönnen wir uns ein Bier in einem Gartenrestaurant. Das kostet hier wegen der Alkoholsteuer zwar ein halbes Vermögen, dafür schmeckt es doppelt so gut. Gemütlich schlendern wir zurück zum Schiff und geniessen die Sonne auf dem Balkon.

Pünktlich um 18.00 Uhr verlassen wir den Hafen von Helsinki.

Beim Abendessen tauschen wir die Erlebnisse der letzten Tage mit unsern Tischnachbarn aus. Dann verfassen wir die Blogbeiträge und sortieren die vielen Fotos.

 

Stockholm (Schweden) - Donnerstag, 21.5.2015

Die Nacht ist kurz bzw. der Tag beginnt früh, obwohl die Uhren wieder eine Stunde zurückgestellt werden. Doch bereits kurz vor Vier geht die Sonne auf und wir wollen die Einfahrt in den Fjord von Stockholm nicht verpassen. Vorbei an zehntausenden von Inseln gleitet das mächtige Schiff langsam und ruhig Richtung Schwedische Hauptstadt. Vom Balkon aus geniessen wir die Fahrt und staunen über die endlose Inselwelt.

Auf vielen der Schäreninseln stehen Bauten. Mal sind es ganze Dörfer, mal nur ein paar farbige Wohn- und Bootshäuser. Meistens kann das bewaldete Eiland nur mit dem eigenen Schiff erreicht werden. Lediglich die grösseren Inseln sind mit einem Fährdienst erschlossen. Auf dem Weg kommen uns immer wieder andere Schiffe entgegen oder wir werden gar von schnelleren Gefährten überholt.

Einige Felsen ragen nur wenig aus dem Meer und sind die Heimat von Wasservögeln. Mit dem Fernglas beobachten wir Kormorane, verschiedene Möwenarten, Schwäne und Gänse.

--> siehe auch unser Kurzfilm

Bei schönstem Wetter verlassen vor neun Uhr das Schiff beim Anleger Frihamnen. Im Hafenterminal überreicht man uns einen grossen Stadtplan, was uns sehr entgegenkommt, denn wir wollen Stockholm auf eigene Faust erkunden. Der Marsch ins Stadtzentrum dauert knapp eine Stunde und stillt damit auch unseren Bewegungsdrang.

Die sommerlichen Temperaturen scheinen alle Stockholmer aus den Häusern zu locken. Im Kungsträdgarden tummeln sich unzählige Schulklassen, in Parks finden Gymnastikstunden statt und auf Gamla stan sitzen Einheimische und Touristen an den Kais und auf den Stufen der Statue von Gustav III.

Das Schloss steht etwas erhöht und hat 600 Zimmer. Wir besuchen die königliche Kapelle, wo am 13. Juni 2015 die Hochzeit von Prinz Carl Philip und Sofia Hellqvist stattfinden wird. Anschliessend werfen wir noch einen Blick in den imposanten Thronsaal. Zu unserem grossen Erstaunen dürfen wir die Räumlichkeiten ohne Eintrittspreis und ohne langes Anstehen bewundern. Gleich hinter dem Schloss steht der Stockholmer Dom. Hier werden die Mitglieder der königlichen Familie gekrönt.

Nun erkunden wir die historische Altstadt. In manchen Gassen herrscht ein hektisches Treiben. Die Touristengruppen zwängen sich vorbei an Souvenirläden, Restaurants und beachten dabei kaum die imposanten  Gebäude. Wir verlassen die Hauptgassen und finden kleine, verwinkelt Pfade. Im Café „Unter der Kastanie“ geniessen wir einen liebevoll zubereiteten Cappuccino. Der Kastanienbaum auf dem Platz ist noch in Blüte und in den Beeten blühen auch hier noch Tulpen und Osterglocken.

Als nächstes besuchen wir den Stadtteil Riddar Holmen. Von hier aus haben wir einen guten Blick auf das Gewässer Riddarfjärden. Von der Centralborn (Brücke) aus lässt sich das imposante Rathaus von Stockholm am besten begutachten.

Um die Mittagszeit schlendern wir zurück in Norrmalm City. Hier reihen sich Laden an Laden und Restaurant an Restaurant. Die meisten kaufen sich jedoch ein take-away-Gericht und geniessen die Pause an der Sonne in einem der zahlreichen Parkanlagen. Aus der Jakobs Kyrka tönen Orgelklänge und sorgen für etwas Besinnlichkeit.

Wir sind durstig und bekommen schliesslich in Jamie’s Bar (Jamie Oliver / Jamie’s Italien, Stockholm) ein kühles Bier. „Sleepy Bulldog“ schmeckt erfrischend und löscht den Durst. Hier haben wir WiFi-Zugang und können auch den Bus zurück zum Hafen ausmachen. Die nächste Haltestelle ist nur ein paar Meter entfernt. Allerdings gibt es hier keinen Ticketautomaten. Wir fragen in einem Kiosk nach und der hilfsbereite Angestellte informiert uns freundlich. Die Fahrkarten bekommen wir in der nahegelegenen U-Bahnstation.

Mit der Buslinie 1 fahren wir durch Wohnquartiere der Bezirke Östermalm und Gärdet und steigen dann bei der Endstation aus. Von hier sind es nur noch ein paar hundert Meter zur MSC Orchestra.

Pünktlich um 16.00 h verlassen wir den Hafen Firhamnen. Nochmals geniessen wir die gemütliche Fahrt durch die einmaligen Schäreninseln vom Balkon aus. Nach über vier Stunden Fahrt verlassen wir den Fjord wieder und erreichen die Ostsee.

Das Gala-Menu bietet unter anderem auch Köstlichkeiten aus dem Meer an und rundet einen wiederum interessanten und spannenden Tag ab.

 

Auf See - Freitag, 22.5.2015

Auch der letzte Tag auf See startet mit viel Sonne und recht starkem Wind. Das Frühstück im Restaurant ist viel entspannter als Selbstbedienungsbuffet und in den Ferien lassen wir uns gerne mal bedienen. Wir geniessen das Bordleben: Fitness im Spa-Bereich, fotografieren auf den obersten Decks, Lesen und Kaffee trinken auf dem kleinen Balkon und einfach aus Meer hinausgucken.

Ab und zu taucht am blauen Horizont ein Frachter auf oder mitten im Nirgendwo weißt ein kleiner Leuchtturm auf eine Gefahr hin. Die Weite und die Ruhe sind fantastisch, so lässt sich Kraft schöpfen.

Am Mittag essen wir eine kleine Schale gemischter Salat und trinken deutsches Bier. Den grossen Appetit wollen wir uns für den Abend aufsparen.

In der Zwischenzeit haben wir die Informationen zur Ausschiffung und die Kofferetiketten erhalten. Unser Gepäck müssen wir bis ein Uhr Nachts vor die Tür stellen. Die Crew sammelt dann alles ein und bringt die Koffer und Taschen nach der Ankunft in den Terminal.

Noch einmal geniessen wir ein feines mehrgängiges Nachtessen und einen dazu passenden Wein. Mit dem Paar am Tisch blicken wir nochmals auf die vielseitige Woche zurück.

Wir haben:

- in sieben Tagen fünf Länder und drei Hauptstädte bereist,

- Kirchen, Kathedralen, Paläste und Museen bewundert,

- berühmte Gemälde, edles Porzellan und aufwendige Goldverzierungen bestaunt,

- unzählige Kilometer in engen Gassen, auf breiten Allen und in Parkanlagen zurückgelegt,

- sowie ganz viele Fotos geknipst.

                      

Bye bye - Samstag, 23.5.2015

Heute scheinen alle gleichzeitig ins Restaurant zu stürmen, um das Frühstück zu geniessen. Und so kommt auch an diesem sonst eher ruhigen Ort auf dem Schiff eine unnötige Hektik auf. Wir lassen uns nicht anstecken und warten bis der Kellner uns Omeletten und Spiegelei bringt.

Danach verabschieden wir uns von Domenico, der uns die ganze Woche mit viel Charme und italienischem Temperament bedient hat. Für ihn geht die Reise am Nachmittag schon wieder los. Mit neuen Gästen geht’s Richtung Norwegen.

Kiel empfängt uns wieder mit Nieselregen und dunkelgrauen Wolken. Wettermässig schliesst sich also der Kreis auch.

Das Ausschiffen geht erstaunlicherweise schnell. Die Passagiere dürfen nach Farbe der Gepäcketiketten verlassen und dann beginnt das Suchen der Koffer in der grossen Halle. Dank den grellen Farben finden wir unsere sofort und gehen zum Ausgang. Dort werden wir von zwei Zöllnern angehalten und nach Zigaretten oder andern Waren gefragt. Wir und Raucherwaren? Das können wir mit gutem Gewissen verneinen und die beiden lassen uns passieren.

Vor dem Terminal herrscht dann mal wieder Chaos pur. Alle stürmen auf die bereitstehenden Busse zu. Kurz wünschen wir uns in England zu sein, wo nun alle ordentlich anstehen und warten müssten.

Selbstverständlich hat es für alle einen Platz. Unser Airport-Transfer-Car will allerdings noch auf einen andern Chauffeur warten. Dieser kennt anscheinend den Weg zum Hamburger Flughafen nicht. Das mutet etwas seltsam an im Zeitalter von GPS und Co. Eine Passagierin erkundigt sich, ob sie wohl ihren Flug um 12.00 h erreichen wird. Nun wartet der Fahrer nicht mehr länger und nimmt Kurs auf „Freie und Hansestadt“.

Wir haben mehr als genügend Zeit, bis unser Flug startet. Doch mit shoppen, Kaffee und später Bier trinken lassen sich die Stunden überbrücken. Viertelnachvier landen wir in Zürich-Kloten und die Bahn bringt uns schliesslich ganz nach Hause. Schiff, Bus, Flugzeug, Bahn, Füsse, so schliessen wir eine wiederum lehrreiche, spannende und auch erholsame Reise ab.   

Strecke / Distanzen (1 nautische Meile = 1.852 km)

Kiel – Tallinn  598  nautische Meilen                
Tallinn – St. Petersburg         158  nautische Meilen                
St. Petersburg – Helsinki            147  nautische Meilen                
Helsinki – Stockholm              185  nautische Meilen                
Stockholm – Kiel                       516  nautische Meilen                
Total  1’604 nautische Meilen =  2'970.6  Kilometer
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