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28.9.2014 - Druesberg und Forstberg

Der ideale Herbstwandertag

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In Weglosen SZ könnte man sich fast am Ende der Welt fühlen. Doch das ins Alter gekommene Betonparkhaus und die zahlreichen Wanderer, die hier die Autos parken sowie die Luftseilbahn zeugen von viel Zivilisation. Wir schnallen unsere Rucksäcke und die Wanderschuhe an und starten Richtung Druesberghütte. Der Weg führt zuerst über einen Bach und durch Weidegebiet. Die Kühe stehen noch etwas müde im schattigen Talboden und warten auf die wärmende Sonne. Unser Ziel der Druesberg und der Forstberg sehen wir bereits in der Ferne.

Uns sind die noch frischen Temperaturen gerade recht, denn nun beginnt der Aufstieg über die Leiteren. Im Chäserenwald wandern wir steil über unzählige Stufen hinauf und gewinnen schnell an Höhe. Das Gelände wird felsiger und bald kommen wir zur richtigen Leiter. Um die Hände frei zu haben, schnallen wir die Wanderstöcke an den Rucksack. Dies werden wir heute noch einige Male machen.

Bei Ober Grueb kommen wir auf die Fahrstrasse, die wohl bequemer aber auch länger und weniger spektakulär zum Berggasthaus führt. Weiter geht’s über die Stäfel hinauf auf 1‘582 m.ü.M. Die ersten 500 Höhenmeter haben wir bereits bewältigt. Auf der Terrasse der Hütte stärken wir uns mit einem Getränke und geniessen die tolle Aussicht und das tadellose Herbstwetter.

Der schmale blauweisblau-markierte Pfad führt über offenes Wiesland unterhalb des Twäriberg. Das Vieh wurde bereits ins Tal zurückgebracht und so ist es zeitweise wunderbar still. Ab und zu begegnen wir anderen Berggängern.

Am Fusse des Druesberges ändert dann das Gelände und wir suchen uns den Weg durch eine imposante Steinhalde. Hausgrosse Felsbrocken donnerten einst die Flanke hinunter und weit oben ist noch heute die Abbruchstelle auszumachen.

Ab dem Punkt 1‘914 geht’s im Zickzack über loses Gestein schweisstreibend Richtung Grat. Hier öffnet sich der Blick ins Muotathal und auf eine grandiose Bergkulisse.

Nach kurzer Rast und vielen Fotos nehmen wir den Aufstieg auf den Druesberg (2‘282 m.ü.M.) in Angriff. Der Bergweg ist steil und an einigen Stellen sind kurze Kletterpartien zu bewältigen. Eine weitere Herausforderung ist der kaum zwei Fuss breite Gratweg, der schliesslich zum Gipfel führt.  Doch die Mühe und Überwindung lohnt sich. Mit einigen andern Wanderer geniessen wir hier die Rundsicht: im Osten entdecken wir u. a. das Alpsteingebirge mit dem Säntis, dass wir letztes Wochenende besucht haben. Die zahlreichen Bilder lassen euch am Ausblick und dem sonnigen Wetter teilhaben.

Wie so oft ist der Abstieg genauso herausfordernd wie der Aufstieg. Wieder zurück auf namenlosen Grat zwischen Druesberg und Forstberg stärken wir uns erstmal mit einem Picknick. Mit neuen Kräften nehmen wir den nächsten Gipfel ins Visier. Um auf den Forstberg (2‘215 m.ü.M.) zu gelangen, steigen wir  zuerst wieder ein paar Höhenmeter ab und queren eine rutschige Kieshalde. Dann kraxeln wir im zum Teil weglosen Gelände Richtung Gipfelkreuz. Hier öffnet sich wiederum eine fantastische Sicht in alle Himmelsrichtungen.

Nach dem Eintrag ins Gipfelbuch verlassen wir den Forstberg mit dem nächsten Ziel Klein Sternen. Der Weg führt meist entlang dem Grat und ist steil. Doch es kommt noch spektakulärer: felsige Stellen sind mit Seilen gesichert und unsere Kletter- bzw. Abseilkünste sind gefragt. Da uns auch Berggänger entgegenkommen, kommt es zu amüsanten Kreuzungsmanövern in steilstem Gelände und engen Platzverhältnissen. Das sind eben diese Momente, wo wir die Stöcke x-Mal an- und abschnallen. Beim Klettern müssen die Hände frei sein und ansonsten sind wir sehr froh, die Wanderstöcke als Unterstützung nützen zu können.

Das letzte Wegstück zur Bergstation der Sesselbahn verläuft oberhalb der Heubrigsflue. Feine Nebelschwaden steigen aus dem Tal und sorgen für eine mystische Stimmung. Wir beobachten einige Gleitschirmflieger, die hier oben starten und auf gute Thermik hoffen.

Beim Kleinen Sternen setzen wir uns auf die Sesselbahn, die uns bequem hinunter zur Bergstation der grossen Luftseilbahn bringt. Nach über 1‘400 Meter Aufstieg gönnen wir uns die Talfahrt bis hinunter nach Weglosen. Dort waschen wir uns erstmals gründlich die Hände, denn die Kletterpartien haben einige Handarbeit abverlangt.

Für die Hinfahrt haben wir den Weg über die Ibergeregg gewählt, die Rückfahrt erfolgt dann über Einsiedeln. Wegen dem idealen Ausflugswetter herrscht viel Verkehr und es braucht Geduld. Doch das bringt die Rückkehr in die Zivilisation mit sich. Wir sind glücklich, dass wir einen dieser raren schönen Herbsttage in den Bergen verbringen und geniessen konnten!

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