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20.9. + 21.9.2014 - Appenzell

Ausflug in die Ostschweiz

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Samstag – Hoher Kasten

Das heutige Wochenende führt uns mit Arbeitskollegen von Andy ins Appenzellerland. Treffpunkt am frühen Samstagmorgen ist der Bahnhof Arth-Goldau. Mit dem gut besetzten Voralpenexpress geht’s Richtung Ostschweiz.

Nach einer kurzweiligen Fahrt steigen wir in Herisau in die Bahn nach Weissbad. Hier wartet schon das Postauto für die letzte Strecke zur Talstation der Luftseilbahn. Zum Glück ist die Fahrzeit kurz, denn nebst unserer Reisegruppe gesellen sich noch einige weitere Passagiere dazu und so ist der Bus pumpenvoll.

Die einen lassen sich von hier aus mit der Bahn auf den Hohen Kasten (oder einfach Kasten) hochfahren. Die andern wollen den Berg zu Fuss erklimmen. Auf der Fahrstrasse wandern wir Richtung Pfannenstiel. Jetzt geht‘s auf einer Naturstrasse weiter durch das Brühltobel und der Weg steigt sehr steil an. Und dann fallen plötzlich grosse Tropfen. Wir packen gerade unsere Regenjacken aus und machen die Rucksäcke wetterfest, da kommen uns unzählige Schafe entgegen. Wir machen Platz und doch scheuen die wolligen Tiere kurz und wollen nicht mehr weitergehen. Durch gutes Zureden setzt die Herde den Alpabzug fort und wir wandern im Regen weiter.

Das Restaurant im Plattenbödeli (1‘279 m.ü.M.) ist glücklicherweise geöffnet und wir setzen uns auf die gedeckte Terrasse. Nun prasselt der Regen nieder und wir überlegen uns, wie wir die Wanderung fortführen sollen. Es kann doch nicht sein, dass diese Tour ins Wasser fällt.

Und siehe da! Nach etwa zwanzig Minuten lässt der Niederschlag nach und wir sind sofort wieder unterwegs. Der Weg führt oberhalb des Sämtisersee vorbei an der Messkapelle Maria Heimsuchung und dann über Alpen und durch Wälder. Unterwegs treffen wir ab und zu auf andere Berggänger und auf Arbeiter, die den Wanderweg in Stand stellen.

Wir gewinnen immer mehr an Höhe und kommen über Seewees und Grueben auf den Rohrsattel. Hier geniessen wir einen herrlichen Blick ins Rheintal. Nun ist es nicht mehr weit zum Gipfel (1‘791 m.ü.M.).

Beim Aufstieg kommen uns Kollegen entgegen, die bereits den Abstieg unter die Füsse nehmen. Beim neuen Drehrestaurant treffen wir auf weitere bekannte Gesichter und wir beantworten viele Fragen über den Aufstieg.

Die Aussicht ist grandios, obwohl immer wieder Wolkenfelder aufziehen. Bei einem lokalen Bier entspannen wir in der wärmenden Sonne bevor wir dann mit der Bahn wieder hinunter nach Brülisau gondeln.

Mit dem Postauto und der Bahn fahren wir nach Appenzell. Beim Bahnhof holen wir den Koffer und gehen den kurzen Weg zum Hotel am Landsgemeindeplatz. Nach einer kurzen Pause erkunden wir den Fleck Appenzell und schlendern durch die gut besuchten Gassen. Später treffen wir beim Rathaus auf unsere Reisegruppe. Wir haben die Gelegenheit, eine Stadtführung mitzumachen und werden in den 1. Stock des Rathauses gebeten. Ein Herr in der traditionellen Tracht schüttelt jedem Gast die Hand und wundert sich über die grosse Schar.

Kaum haben wir uns niedergelassen, beginnt Herr Suter, der gelernte Bäcker/Konditor und heutige Käseveredler uns über den geplanten Gesangsunterricht zu informieren. Wir schauen uns an und fragen uns, ob wir hier wohl richtig sind. Die Sache klärt sich schnell. Wir sind die falsche Gruppe und unsere Stadtführerinnen warten verzweifelt unten in der Gasse auf uns!

Nach dieser amüsanten Episode starten wir nun in zwei Gruppen die lehrreiche und interessante Führung durch Appenzell. Wir erfahren viel Historisches, wissen nun weshalb es ein Inner- und ein Ausserroden gibt und warum die weit verzettelten Bauernhöfe keine Gemüsegärten haben. Letzteres weil die Bäuerinnen die Haushaltskasse mit edlen Stickereien aufbessern mussten und dafür feine Hände brauchten. Auf dem Rundgang kommen wir bei verschiedenen, bedeutenden Gebäuden vorbei und landen schliesslich wieder auf dem Landsgemeindeplatz.

Bei einem gemütlichen Nachtessen im Romantikhotel Säntis bleibt viel Zeit für angeregte Diskussionen und Plaudereien. Musikalisch begleitet uns eine junge Hackbrettspielerin, die sowohl einheimische wie auch irische und russische Stücke virtuos und mit Leidenschaft vorträgt.

Die Nacht bleibt musikalisch, denn im Hotel feiert ein Hochzeitspaar sein Fest mit vielen Gästen und eben Musik. Entsprechend kurz und unruhig fällt der Schlaf aus.

 

Sonntag – Kronberg

Ein erster Blick aus dem Fenster lässt nicht viel Hoffnung aufkommen. Und während wir frühstücken, geht draussen ein heftiger Schauer nieder. Bei einigen werden die Gesichter noch länger. Eigentlich sind heute zahlreiche Outdoor-Aktivitäten geplant. So haben sich die einen fürs Rodeln oder für den Klettergarten angemeldet und andere möchten auf den Kronberg wandern.

Doch es kommt gut! Der Regen lässt nach und der Himmel hellt auf. Also schnell den Koffer packen und zum Bahnhof bringen. Während das Gepäck bereits die Heimreise antritt, marschieren wir durch Appenzell Richtung Untere Sollegg. Alles ist still und die Luft ist frisch. Herrlich! Wir steigen hoch über die Wiesen zur Oberen Sollegg. Hier öffnet sich schon ein erster Blick auf unser Tagesziel.

Auf einem bequemen Weg wandern wir ein grosses Stück durch einen dichten Wald und gelangen dann zur Vorderen und Hinteren Wasserschaffen. Zwar hängen die Wolken teilweise noch tief, doch die Sicht auf die Gipfel des Alpsteins wird immer besser. Vorbei an weidenden Kühen kommen wir über Blatten zur Scheidegg (1‘353 m.ü.M.). Bis dahin sind uns noch nicht viele Wanderer begegnet, doch hier gibt’s ein Restaurant, das natürlich Gäste anzieht. Zudem kommen uns nun jene Berggänger entgegen, die mit der Bahn vom Jakobsbad auf den Kornberg gefahren sind und nun den Berg hinab marschieren.

Bei der kleinen St. Jakob-Kapelle machen wir einen kurzen Halt und geniessen die Aussicht. Von hier aus sehen wir fast den ganzen Bodensee. Nun nehmen wir noch den letzten Aufstieg unter die Füsse. Auf dem Gipfel (1‘663 m.ü.M.) öffnet sich ein 360-Grad-Blick. Einzig der Säntis hält sich vornehm bedeckt und bleibt wolkenverhüllt. Ein zügiger Wind sorgt für noch recht sonniges Wetter. Doch lange wird das wohl nicht mehr halten.

Wie wahr, denn auf der Terrasse des Restaurants treffen wir auf unsere Reisekollegen und wollen uns zu ihnen setzen. Doch im gleichen Augenblick spüren wir erste Tropfen und machen es uns deshalb in der Gaststube gemütlich.

Nach einem feinen Essen wird es Zeit, den Kronberg zu verlassen und ins Tal hinunter zu gondeln. Im Jakobsbad besuchen wir noch kurz die Klosteranlage und kommen dann rechtzeitig vor dem grossen Regen zum Bahnhof zurück. Leider haben nicht alle so viel Glück und werden vom Gewitter überrascht. Die Bahn lässt auf sich warten und wegen der Verspätung heisst es dann in Herisau einen Spurt hinzulegen, um den Voralpenexpress nach Arth-Goldau zu erreichen. Doch auch das schaffen alle und nach 2 Stunden ist der Ausgangsort wieder erreicht.

Wir verabschieden uns und blicken auf ein interessantes und gemütliches Wochenende zurück. Herzlichen Dank, an alle die das ermöglicht und organisiert haben!

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