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14.9.2014 - Giswilerstock

Herbstwanderung in Obwalden

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Nachdem wir bereits am letzten Sonntag nach Sarnen reisten, zieht es uns heute wieder in den Kanton Obwalden. Am frühen Sonntagmorgen ist der Verkehr noch flüssig und wir sind schnell in Giswil. Auf der sogenannten Panoramastrasse fahren bis auf gut 1‘000 m.ü.M. und parken das Auto an einer schattigen Stelle.

Die Wanderung beginnt auf einer Fahrstrasse Richtung Fluonalp. Da die Alp auch eine Bergwirtschaft betreibt, fahren immer wieder Autos durch die eigentlich ruhige Landschaft. Bevor der Weg in einen schmalen Naturpfad abbiegt, kommen wir noch am Gedenkstein von Ruedi Rymann vorbei. Der bekannte Jodler und Interpret des „Schacher Seppli“ verstarb vor ziemlich genau sechs Jahren und ist Ehrenbürger von Giswil.

Immer wieder ziehen Wolkenfelder auf und verhüllen die Gipfel. Auch eines unserer Tagesziele, der Giswilerstock bleibt uns meist verborgen. Doch dank starken Höhenwinden werden die Schwaden immer wieder vertrieben. Die Fluonalp lassen wir hinter uns und setzten die Wanderung durch den Stockwald fort. Auf dem Weg treffen wir einige Wanderer und auch auf dem Gipfel auf 1‘825 m.ü.M. sind wir nicht ganz alleine.

Die Aussicht ist prächtig, wird allerdings immer wieder durch vorbeiziehende Wolken eingeschränkt. Nun sehen wir auch auf den Sarnersee und unsere Laufstrecke von Sarnen nach Giswil, die wir am letzten Sonntag bei ähnlich sommerlichen Temperaturen bewältigt haben. Es ist ein ganz besonderes Gefühl, die Landschaft nun aus dieser Perspektive zu bewundern.

Der Ausflug könnte auch als Mondscheinwanderung durchgehen, denn der Mond begleitet uns den ganzen Tag und lässt besondere Bilder entstehen. Da immer mehr Leute  auf den Gipfel drängen, nehmen wir nach dem Eintrag ins Gästebuch wieder den Abstieg unter die Füsse. Uns kommen immer mehr Wanderer entgegen und wir sind froh, dass wir den herrlichen Rundblick und das Panorama noch einigermassen in Ruhe geniessen konnten.

Wir steigen auf 1‘632 m.ü.M. ab und dann geht es wieder aufwärts. Im Gebiet Telti beim Aufstieg treffen wir auf neugierige Schafe im Wald.

Etwas oberhalb der Baumgrenze setzen wir uns auf einen grossen Stein und stärken uns mit einem feinen Picknick. Die Sicht in auf umliegenden Gipfel ist imposant und wir geniessen die Ruhe. Hierher verirren sich anscheinend nur wenige Berggänger.

Nach der Mittagspause geht’s weiter Richtung Furgge. Auf 1‘909 m.ü.M. finden wir uns auf einer richtigen „Fuorcla“ wieder. Wir tauschen uns mit zwei andern Wandern aus, die ebenfalls den Aufstieg auf diesen Übergang auf sich genommen haben. Beim Fotografieren und Beobachten der Landschaft entdecken wir an einer steilen Flanke in der Ferne Gämsen. Leider ist das Fernglas zu Hause geblieben, doch wir können mit blossem Auge etwas sechs Tiere ausmachen. Welche schöne Begegnung, wenn auch in der Ferne!

In Richtung Norden blicken wir auf die Bergstation des Brienzer Rothorns, den Hohgant und die Schrattenfluh.

Da kommen Erinnerungen an frühere Wanderung auf. Der Abstieg Richtung Fontanen verlangt Kondition, Konzentration und Trittsicherheit. Und immer wieder lohnt sich ein Blick zurück, denn die Felsformationen sind speziell und die Szenerie hat etwas Mystisches an sich.

Wir folgen dem Wanderweg nach Alpoglen. Der Weg ist sehr nass und wir wandern einmal mehr in dieser Saison im Schlamm. Doch das langsamere und vorsichtigere Gehen hat auch Vorteile. So entdecken wir plötzlich Murmeltiere, die über die Wiesen rennen. Nicht mal das Bellen eines Hundes lassen sie im Bau verschwinden. So können wir etwa drei wohlgenährte Tiere beobachten.

Die Route führt zuerst über eine Fahrstrasse und zweigt dann in einen Waldweg ab, die Mörlialp – ein Skigebiet aus der Jugendzeit von André – lassen wir links liegen. Auch hier ist das Thema „meh Dräck“ und bei jedem Schritt „glutscht“ es unter den Füssen. Die Stille im Wald ist herrlich, wird dann aber jäh unterbrochen, als wir uns wieder Panoramastrasse nähern.

Im Gebiet Brosmatt liegen die Kühe in der wärmenden Sonne und lassen sich beim Schlafen auf dem Weg nicht stören. Wir gehen leise vorbei und kommen so bald wieder auf die Fahrstrasse, die zu unserem Auto führt.

Auf der Heimfahrt ist das Verkehrsaufkommen deutlich grösser. Dennoch kommen wir nach einem Tankstopp gut nach Hause. So blicken wir auf eine herrliche Herbstwanderung zurück und stillen den Hunger mit einem herbstlichen Nachtessen.

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