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12.8. - 17.8.2014 - Leichtathletik-Europameisterschaften in Zürich

Leichtathletik hautnah …

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Den Entscheid treffen wir vor über einem Jahr: an den Leichtathletik Europameisterschaften in Zürich möchten wir live dabei sein. Wir werden „Friends“ und erwerben zwei Wochenkarten für den Sportanlass in Zürich.

Karte Übersicht Zürich

Wir verfolgen die Vorbereitungen der Schweizer Athleten und fiebern natürlich mit unserer Trainerin Patricia Morceli um deren Qualifikation für die Teilnahme am Marathon mit. Dank dem Förderprogramm „Swiss Starters“ haben sich schliesslich 52 einheimische Sportler/innen die Teilnahme an der EM 2014 gesichert.

Am 12. August 2014 geht’s endlich los. Bei unseren Tickets ist die Fahrt mit Bahn und Bus/Tram ins Stadion inbegriffen. So reisen wir jeden Tag mit den öffentlichen Verkehrsmitteln nach Zürich. Im Letzigrundstadion haben wir die ganze Woche dieselben reservierten Sitzplätze (Block22, Reihe 13, Sitze 10 und 11).

In der sogenannten Morning Session sehen wir jeweils die verschiedenen Vorläufe und Qualifikationen in den einzelnen Disziplinen. Hier wird eine erste Vorselektion getroffen und nur die besten kommen in die nächste Runde.

Die morgendlichen Veranstaltungen enden jeweils nach dem Mittag und die Evening Sessions starten zwischen 17:00 und 18:00 Uhr. So bleibt uns am Nachmittag Zeit für andere Aktivitäten. Wir besuchen auf dem Sechseläutenplatz das „House of Switzerland“. Das ist derselbe Bau, der bereits an den Olympischen Winterspielen in Sotchi die Schweiz repräsentiert hat. Daneben haben die zahlreichen Sponsoren ihre Stände und Zelte aufgebaut. Zudem nutzen wir die Gelegenheit in Zürich, das vielseitige kulinarische Angebot zu geniessen und auch eine Shoppingtour darf nicht fehlen. Auch ein Abstecher nach Zürich-Oerlikon und ein Mittagessen mit Marc lassen sich bestens einrichten.

Am Abend ist dann das Stadion wesentlich besser besucht. Diverse Finalläufe locken mehr Besucher an. Vor allem die Sprintdisziplinen lassen immer wieder Hochstimmung aufkommen und reisen die Fans aus den Sitzen. Wie auch die Sportler ist das Publikum international. Im Hinblick auf das Diamond League Meeting Weltklasse Zürich am 28. August 2014 ehrt uns sogar Usin Bolt mit einem Besuch (leider er hat seine Teilnahme zwischenzeitlich wieder abgesagt).

Dank des grossen Daches bleiben die Zuschauer trotz zum Teil heftigem Regenschauer trocken. Doch das windige Wetter führt bei einigen Wettkämpfen zu Verzögerungen. Windböen verunmöglichen zum Beispiel faire Bedingungen für die Stabhochspringer. Die Wettkämpfe finden aber nicht nur im Stadion statt. So absolvieren die Geher und Geherinnen ihre Runden in der Innenstadt. Ihnen bleibt nichts anderes übrig, als sich durch den Regen zu kämpfen.

Für den reibungslosen Ablauf sorgen u. a. 2‘100 Volenteers aus dem In- und Ausland. Ihre Aufgaben sind sehr vielseitig: z. B. Ticketkontrolle, Kleidertransport der Athleten, Distanzmessen bei den Wurfdisziplinen (Speer, Hammer, Kugel), Ehrendame bei den Siegereherungen, Hochziehen der Fahnen der Siegernationen, Aufstellen und Abräumen von Hürden oder das Auslegen von Schwämmen auf der Tartanbahn (damit die Sportler erst nach der zweiten Runde auf die Innenbahn wechseln).

Unsere Plätze sind genau auf der Gegengerade der Ziellinie der Sprinter. Wir verfolgen die Zieleinläufe mit blossem Auge, dem Feldstecher oder halten die spannenden Entscheidungen mit der Kamera fest. Genau vor uns ist die Weitsprunganlage und in den vordersten Reihen sitzen jeweils die Trainer. So können wir beobachten, wie sich die Sportler nach einem Sprung jeweils mit ihren Betreuern austauschen und beraten.

Am ersten Abend wird die offizielle Eröffnung der EM 2014 mit viel Musik, Show und Feuerwerk gefeiert. Und auch nach jeder Evening Session wird jeweils noch ein Unterhaltungsprogramm geboten.

Der Samstag ist für uns ein wichtiger Tag. Heute findet der Marathon der Frauen statt und mit am Start ist Patrica Morceli. Bereits im Vorfeld haben sich die Mitglieder der Laufgruppe Cham abgesprochen und so stehen wir an der verschiedenen Orten entlang der Route.  Wir installieren uns mit Schweizerflagge „Auf der Mauer“ (steilste Passage) und warten – mal wieder im Regen – auf die Läuferinnen. Die anspruchsvolle Strecke führt hinauf bis die ETH-Polyterrasse und danach folgt ein Bergabwärtslaufen auf der Rämistrasse über den Heimplatz zum Bellevue. Der Rundkurs muss viermal absolviert werden.

Karte vom Marathon

Karte des Höhenprofils des Marathons

Bei der vierten Runde stehen wir dann mit vielen Kollegen und Kolleginnen der Laufgruppe auf der Quaibrücke und feuern Patricia auf den letzten Metern nochmals an. Am Ziel sind dann ca. 30 „Gelbe“ versammelt und können kurz einer erschöpften, gezeichneten, aber zufriedenen Patrica gratulieren. Für alle eine sehr emotionelle Situation. Sie hat das Marathonziel als 26. erreicht und für die stark kupierte Strecke gute 2.38.41 benötigt.

Am Sonntag verabreden wir uns früh morgens am Bahnhof mit einem befreundeten Paar. Den heutigen Männer-Marathon verfolgen wir gemeinsam. Wir sind alle vier Hobbyläufer und wollen unsere Schweizer Läufer live unterstützen. Besonderes Augenmerk gilt da natürlich Viktor Röthlin. Er läuft heute seinen letzten Marathon und wird damit seine Läuferkarriere abschliessen. Da heisst es auch für die Fans nochmals alles geben. Vor dem Opernhaus in Zürich bekommen wir ein knallrotes T-Shirt und sind bereit für den Support. Das Wetter zeigt sich heute von der sonnigen Seite und die Bedingungen sind gut. So erleben wir ein spannendes Rennen mit einem fünften Platz von Viktor Röthlin in der Einzelwertung und einem sagenhaften dritten Platz des Schweizer Teams.

Unsere Bekannten reisen wir nach Hause und wir fahren ein letztes Mal ins Stadion. Mittlerweile haben wir die beste und angenehmste Anfahrt herausgefunden. Die oft hoffnungslos überfüllten Trams sind nichts für uns und so legen wir den Weg nicht selten zu Fuss zurück. Dabei entdecken wir uns bis anhin ganz unbekannte Ecken der Stadt.

Highlights der Leichtathletik-EM 2014 in Zürich aus unserer Sicht:

Grandiose Stimmung im Stadion
Freundliche Sitznachbarn
Erfolgreiche Platzierungen von Mujinga Kambundji
Sieg von Kariem Hussein
Finalqualifikation der Frauen-Staffel und „Ehrenrunde“ trotz verpatztem Finallauf
Ehrenamtliche Arbeit der vielen Volenteers
Diverse persönliche Bestleistungen und mehrere Landesrekorde
Jede trockene Minute
Leistung von Patricia am Frauen-Marathon
„Schlussbouquet“ von Viktor am Männer-Marathon
Siegerehrung des Männer-Marathonteams
Leckeres Essen in der Outback Lodge
„3er“-Tramstation „Krematorium“
Laufstil von Mo Farah
Fahnenzeremonien und Aufstehen bei den Landeshymnen

Zum Schluss …

Der grosse Star der EM ist und bleibt aber … Cooly. Die sympathische und athletische Kuh ist voller Energie und überträgt diese auf die Sportler und auf das Publikum. Unter dem sieben Kilo schweren Kostüm stecken Profis, die die Fans aus den Sitzen holen und zur Unterstützung der Athleten animieren. Cooly freut sich mit Sieger und begleitet sie auf den Ehrenrunden und er tröstet Verlierer.

Das Maskottchen hat an der EM selber teilgenommen und so Kuhrekorde im Hoch- und sogar im Stabhochsprung erzielt. Aber auch für Spässe und Schabernack ist der Sympathieträger immer wieder zu haben.

Wir blicken auf eine sehr vielseitige, spannende und sportliche Woche zurück: cool, cooler, Cooly!

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