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31.7. - 3.8.2014 - Wildhaus

Wildaus zum Zweiten

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Nach dem Silvester fahren wir nun auch über den 1. August ins Toggenburg. Die Fahrt nach Wildhaus verläuft trotz Ferienzeit problemlos und wir beziehen unser Zimmer im Hotel Hirschen. Auf einer Sonnenterrasse und bei einem kühlen Bier starten wir unseren Kurzurlaub. Ein Nachtessen im Restaurant des Hotels und ein Schlummertrunk an der Bar runden den Tag ab. Am frühen Morgen zeigen sich die Churfirsten mit unserem Ziel dem „Brisi“ noch in schönem Wetter.

Wir geniessen am Nationalfeiertag ein stärkendes Frühstück und fahren mit dem Auto nach Alt St. Johann. Bei der Talstation warten schon einige Gäste an der Kasse und auch wir kaufen zwei Retourfahrkarten. Bald sitzen wir einer kleinen Gondel, die uns auf die Alp Sellamatt bringt. Nun zeigen sich die Churfirsten bereits mit Wolken.

So starten wir die heutige Wanderung auf 1‘390 m.ü.M. Der Weg führt über Kuhweiden Richtung Zinggen. Durch die vielen Niederschläge in den letzten Tagen ist der Boden überall sehr nass und aufgeweicht. Wir stapfen durch Pflotsch und plötzlich hüpft eine Kröte über unsere Schuhe. Sie scheint sich in diesem Schlamm wohl zu fühlen. Wir hingegen bleiben im Morast fast stecken.

Der Wanderweg führt weiter durch Wälder mit neugierigen Kühen und über satte, grüne Wiesen und vorbei an verschiedenen Alpen und am Horizont sieht man die Station vom Säntis. Auf der linken Seite erheben sich die stattlichen Gipfel der Churfirsten. Wir wandern am Fusse des Schibenstoll und des Zuestoll zum Brisizimmer.

Hier beginnt nun der Aufstieg zum Brisi. Der Weg wird immer steiler und führt über verwilderte  Alpen. Auf dem Pfad sind einige Wanderer unterwegs und es kommt immer wieder zu einem kurzen Schwatz.

Der Bergweg ist steil und immer wieder verhüllen kleinere und grössere Wolken den Gipfel. Anscheinend hat sich die ganze Restbewölkung der Schweiz hier versammelt. Doch der Wind treibt sie immer wieder weiter, so dass wir die Tour fortsetzen können.

Kurz vor dem Gipfel sieht man durch einen Abbruch das erste Mal auf Walenstadt und die Bühne, wo zur Zeit „My Fair Lady“ gespielt wird.

Und die Anstrengung wird belohnt. Auf 2‘279 m.ü.M. öffnet sich ein fantastischer Blick in die Tiefe. 1‘800 Meter tiefer liegt der Walensee. Wir tragen uns im Gipfelbuch ein und knipsen einige Bilder.

Eindrückliche Nebelschwaden verhüllen den Zuestoll und verzaubern diese imposante Landschaft. Auf dem Zuestoll wurden später bis lang in die Nacht hinein Feuerwerk gezündet; wie wohl diese Berggänger wieder ins Tal gekommen sind im Dunkeln?

Der Abstieg verlangt wieder volle Konzentration und dann beginnt es leicht zu regnen. Doch bald werden die Regenwolken wieder vertrieben und bei der Thurtalerstofel öffnet sich nochmals einen Blick auf den Brisi.

Der Rückweg führt über die Alpen Loch und Mittelstofel wieder zur Sellamatt. Dort treffen wir im Gartenrestaurant wieder auf bekannte Gesichter, mit denen wir uns schon unterwegs unterhalten haben. Wir löschen den grossen Durst mit einem kühlen Getränk. Mittlerweile hat sich die Sonne wieder durchgesetzt und es ist recht warm. Mit der Sesselbahn fahren wir bequem und knieschonend wieder nach Alt St. Johann hinunter und dann zurück nach Wildhaus. Beim Eindunkeln werden die Churfirsten dann noch von der Abendsonne beleuchtet und Abendrot hüllt sie ein.

In einer gemütlichen Gaststube wird uns ein feines Znacht und ein guter Tropfen Wein serviert. Dank den recht milden Temperaturen geniessen wir dann in der Garten-Lounge des Hotels ein kleines Feuerwerk und entdecken einige Höhenfeuer.

Am Samstagmorgen regnet es wieder und wir gehen den Tag gemütlich an. Nach dem Frühstück lässt dann der Niederschlag nach und die Sonne setzt sich durch. Wir schnallen unsere vom Vortag gezeichneten Wanderschuhe wieder an. Der Schlamm ist nun trocken und lässt wenigstens teilweise etwas abklopfen.

Wir wandern vorbei an einem kleinen See mit historischer Badeanstalt zum Schönebode. Im gleichnamigen Hotel werden wir auf der Terrasse des Restaurants freundlich begrüsst. Wir gönnen uns einen Kaffee und lesen die Zeitung.

Unser nächstes Ziel ist die Ruine Wildenburg. Die Anlage ist wieder aufgebaut und mit einem Aussichtspunkt und einem sehr schönen Picknickplatz mit Feuerstelle ergänzt worden.

Kaum im Hotel zurück geht schon wieder ein Schauer nieder. Das kümmert uns wenig, denn so bietet sich ein Besuch in der kleinen Wellnessanlage an. Zwei Saunagänge und ein wenig Sprudelbad lassen die Muskeln entspannen.

Am Abend scheint dann wieder die Sonne und die Landschaft wirkt wie frisch gewaschen. Über den Höhenweg erreichen wir den Dorfteil Lisighaus. Hier ist in der Pizzeria ein Tisch für uns reserviert. Das Nachtessen ist soweit gut, obwohl wir die Pizzas von unserem letzten Besuch in besserer Erinnerung hatten.

Nach dem Zmorge am Sonntag packen wir bald unsere sieben Sachen, checken aus und verlassen Wildhaus. Wir blicken auf einen naturnahen und unkomplizierten Aufenthalt zurück. Nun haben wir die Region sowohl im Winter wie auch im Sommer kennengelernt.

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