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24.5. - 31.5.2014 - Schottland (2. Woche)

Rundreise - Historic Scotland

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Samstag, 24.05.2014

… and happy landing

Trotz regnerischem Wetter hebt die Maschine pünktlich ab und nach nur einer Stunde Flugzeit landen wir in Glasgow. Das Gepäck wird schnell ausgeladen und beim von uns gewählten Autoverleih stehen kaum Leute an. So verlassen wir bald das Gebäude Richtung Parkplatz.

Das Finden des richtigen Autos ist dann schon schwieriger. Schliesslich drücken wir einfach auf den Knopf und schauen, wo’s blinkt. Der Ford Focus ist auch fast neu und bequem. Dank der Informationen des Angestellten von der Verleihfirma finden wir den Weg über etwa vier Kreisel auf die Autobahn Richtung Edinburgh.

Der Verkehr läuft bis zu einer Baustelle recht flüssig. Dann kommt’s zu einem kurzen Rückstau. Danach rollt es wieder der schottischen Hauptstadt entgegen. Leider kennt unser GPS diese Stadt nicht! So bleibt nichts anderes übrig, als mit dem vorhandenen Kartenmaterial auszukommen. Das gelingt ganz gut, bis wir uns Mitten in der Stadt in einer Zone wieder finden, wo eigentlich nur Busse und Taxis zugelassen sind.

No worries, too easy. Jetzt heisst es cool bleiben und möglichst schnell wieder auf eine „legale“ Strasse zu kommen. Ob uns dieser Irrtum noch eine Busse einbringen wird, ist offen. Auf jeden Fall finden wir das gebuchte B&B ohne weitere Umwege und vor dem Haus ist auch gleich ein Parkfeld für uns frei.

Die ältere Landlady deckt uns gleich mal mit wichtigen Informationen ein und zeigt uns dann das wiederum grosszügige Zimmer mit eigenem Bad. Das B&B liegt in einem typisch britischen Reihenhaus. Von unserem Raum aus haben wir Sicht auf den gepflegten Rasen des örtlichen Bowling Clubs, der tatsächlich am Sonntag Morgen bei Regen mit einer Maschine (Rasenmäher?) bearbeitet wird.

Durch den Holyrood Park gehen wir an einem kleinen See und einer verfallenen Burg vorbei und erreichen den Palace of Holyroomhouse. Hier residiert die Queen, wenn sie in Schottland wohnt.

Gleich gegenüber liegt der moderne Bau des schottischen Parlaments.

Auf der Canongate schlendern wir bis zur Kreuzung North Bridge und High Street. Unterwegs haben wir ein einladendes Lokal gesehen und im Anbetracht der fortgeschrittenen Zeit beschliessen wir, dort einzukehren. Wir bekommen noch den letzten freien Tisch und wählen ein feines Znacht. Die Stadt und auch die zahlreichen Restaurants sind von einheimischen und ausländischen Touristen gut besucht. Ein Grund dafür ist … siehe Bericht vom Sonntag!

 

Sonntag, 25.05.2014

… go go go!

Nach dem Frühstück und weiteren Tipps des Landlords durchqueren wir wieder den nahen Park Richtung City. Abschrankungen, Parkverbote und Tafeln deuten auf einen „special event“ hin. Heute findet der Edinburgh Marathon statt. Für einmal sind wir als Zuschauer dabei und warten am Strassenrand geduldig auf die Läufer/innen. Trotz windigen Wetter und kühlen Temperaturen harren wir aus, denn wir wissen, wie wichtig der Support der Zuschauer ist. Und dann kommt der erste Läufer bereits mit einem beachtlichen Vorsprung. Weitere Eliteläufer und dann die erste Frau folgen kurz darauf. Nach einer Weile rennt dann das grosse Feld an uns vorbei. Mit den Rennen vom Samstag und den heutigen Startern sind rund 30‘000 Teilnehmer/innen gemeldet.

Der spätere Sieger in gut 2:15 h

Wie immer hat es einige Kostümierte dabei und natürlich sind auch einige Herren im schottischen Kilt unterwegs. Das Wetter meint es gut mit den Sportler/innen. Es hellt immer mehr auf, was natürlich auch uns freut.

Wir gehen weiter zur Altstadt. Hier bewegen sich Menschenmassen Richtung Edinburgh Castle.

Die eigentlich imposante Anlage ist durch hohe Containerbauten und Gerüste verunstaltet. Im August findet auf dem Vorplatz das Military Tattoo statt und bereits jetzt werden die Tribünen aufgestellt. Die Warteschlagen an den Kassen lassen uns zum Entschluss kommen, die Burg nicht zu besuchen. Wir werden in den nächsten Tagen noch einige Gelegenheiten haben, historische Stätten zu besuchen.

An der Victoria Street finden wir ein spannendes Lokal, das einen leckeren Cappuccino serviert.

In unserem Reisebuch haben wir vom Tower Restaurant des Museum of Scotland gelesen. Kurzentschlossen gehen wir vorbei, werfen einen Blick auf die Speisekarte und reservieren uns einen Tisch für den Abend, mit Blick über die Dächer von Edinburgh.

Nun verabschieden wir uns von der Altstadt, überqueren die North Bridge und kommen zum Waterlooplace. Eigentlich wollen wir auf den Arthur’s Seat wandern, doch der Hügel ist immer in Nebelschwanden gehüllt. Der Carlton Hill erscheint uns als gute Alternative. Der höchste Punkt des Hügels ist schnell erklommen und die Sicht ist imposant und reicht bis zum Firth of Forth, wo wir ein Kreuzfahrtschiff entdecken. Auf dem Hügel stehen nebst dem Observatorium das tempelartige National Monument sowie das Nelson Monument. 170 Stufen führen auf den 106 feet hohen Turm, der in der Form eines umgedrehten Teleskops an Admiral Nelson  und seinen Sieg bei der Schlacht von Trafalgar erinnert.

Auf der schmalen Plattform des Turms befinden sich nur wenige Besucher. Dabei ist die Sicht noch beeindruckender als von unten. Allerdings weht hier oben ein kräftiger Wind. Beim Eingang  haben wir eine Broschüre erhalten, die viele der Gebäude von Edinburgh erklären. Ein sehr lohnenswerter Aufstieg mit Aus- und Weitsicht.

Mit vielen Eindrücken machen wir uns auf den Weg zum B&B. Unterwegs geht ein kurzer, aber heftiger Schauer nieder, wie es hier typisch ist. Trotz Regenjacken und Schirm kommen wir recht nass an und im Zimmer hängen überall Kleider zum Trocknen.

Zum Dinner fahren wir mit dem Bus noch einmal in die City. Der erste Fahrer hält nicht an, da sein Wagen angeblich voll ist. Der zweite Kurs ist dann bereit, uns als Fahrgäste mitzunehmen. Kaum im Bus geht schon wieder ein heftiger Schauer nieder. Wir sind nicht traurig, dass die Fahrt aufgrund des vielen Verkehrs lange dauert, denn so besteht die Chance, dass der Regen wieder nachlässt. An der Princess Street ist dann Endstation und wir gehen in die Bahnhof-Mall. Dort hat der Regen auch seine Spuren hinterlassen und das Reinigungspersonal versucht, die Schäden zu minimieren.

Wir warten eine Weile im Trocken und gehen dann fast trocken zum Restaurant. Das Publikum ist von schick bis sportlich und das Servicepersonal von engagiert bis wenig interessiert. Doch das Essen ist vorzüglich und wir geniessen das Ambiente.

 

Montag, 26.05.2014

Fangfrisch ...

Über die Forth Bridge verlassen wir Edinburgh in Richtung Norden. Unser erstes Ziel heute Morgen ist St. Andrew. Wir parken in der Market Street und gehen nach einem Kaffeebesuch zum St. Salvators‘ College und zur Burg. Die Ruine aus dem 16. Jahrhundert liegt idyllisch direkt an der Nordsee.

Unweit davon befinden sich die Überresten der ehemals grössten Kirche von Schottland. In Anlage liegt in Mitten eines Friedhofes und wirkt geheimnisvoll.

Weiter geht’s vorbei an unzähligen Golfparks entlang der Küste nach Arbroath. Wir schlendern durch die Ortschaft. Im Hafen sortieren die Fischer gerade ihren Fang und verfrachten die Krustentiere aus den Fangkörben in die Transportbehälter. Zu kleine Exemplare bekommen eine zweite Chance und landen wieder im Meer. In einer kleinen Strasse entdecken wir eine Fischräucherei. Der Betreiber erlaubt uns einen Blick in die Räucherkammer und ein Angestellter zeigt uns die Fischköpfe, die er zur Weiterverarbeitung in einen Behälter füllt.

Nach einem weiteren Stopp in einem kleinen Fischerort steuern wir Dunnottar Castle an.

Der eher kleine Parkplatz ist schon gut besetzt und auf den Felsen vor der Burg geniessen viele Leute das sonnige und warme Wetter. Die eindrückliche Anlage aus dem 14. Jahrhundert liegt pittoresk am Meer. Um die Burg besuchen zu können, steigen wir zuerst ein paar Stufen den Felsen hinunter und dann wieder hinauf. Die Anlage ist gut beschrieben und in den verschiedenen Teilen der Ruine  sind einzelne Elemente wie Feuerstellen, Kamine, Backofen, Waschbecken, etc. auszumachen.

Die Aussicht aufs Meer und auch auf die Küste ist atemberaubend und fotogen. Nach dem ausführlichen Besuch fahren wir nach Stonehaven, unserem heutigen Ziel.

Das B&B in der Cameron Street macht von Aussen einen bescheidenen Eindruck. Doch hinter der Fassade verbirgt sich ein einladendes Haus mit geschmackvoll eingerichteten Zimmern. Bertha, die Gastgeberin, entschuldigt sich mehrfach für ihr Erscheinungsbild, da sie direkt von der Gartenarbeit kommt.

Wir richten uns kurz ein und gehen zu Fuss zum Hafen. Die Stimmung ist entsprechend dem Wetter heiter und wir machen es wie die Einheimischen, kaufen im Restaurant ein Bier und geniessen dieses an der Sonne auf der Hafenmauer. Danach kehren wir für ein gemütliches Nachtessen ein.

 

Dienstag, 27.05.2014

Gin, gin!

Zum Frühstück bekommen wir heute nebst dem üblichen Menu noch eine schottische Brotspezialität. Das mit viel Butter erstellte Gebäck und under erstes Porridge sättigt mächtig und gibt Kraft für die Erkundung von weiteren Sehenswürdigkeiten. Der sehr freundliche Hausherr entschuldigt sich noch für die frühe „Tagwache“ der Söhne und verabschiedet sich zusammen mit seiner Frau herzlich.

Als erstes erreichen wir in der Nähe von Tavers das Tolquhon Castle. Ein sehr engagierter Angestellter nimmt sich viel Zeit und gibt verschiedenste Informationen. Die Ruinen sind auf verschiedenen Ebenen begehbar und lassen die Ausmasse der einstigen Burg erahnen. Wie meistens ist die Anlage in eine herrliche Landschaft gebettet und das Wetter spielt auch mit. Nach einer ausgiebigen Besichtigung verlassen wir das Gelände wieder. Nun sind einige Autos mehr auf dem Parkplatz. Wir haben das Kastell noch fast für uns gehabt.

Auf zum Teil engen und kurvenreichen Strassen geht’s Richtung Küste. Nach einem kurzen Halt beim Duff House gehen wir in den Hafen von Banff.

Die Wellen brechen hier an die Mauer und spritzen nicht selten bis auf die Strasse.

Nach der Einkehr in eine schummrigen Café fahren wir über Huntly in die Hauptstadt des Malt Whisky, nach Dufftown. Hier haben sich sieben Destillieren angesiedelt und wir entschliessen uns für den Besuch bei Glenfiddich. Sie ist nicht nur Marktführerin, sondern auch die einzige Whisky-Destillerie, die noch in Familienbesitzt ist. Bereits die fünfte Generation führt das von William Grant gegründete Unternehmen. Glenfiddich bedeutet übrigens übersetzt Tal des Hirsches.

Wir haben Glück und bekommen noch einen Platz bei den begehrten, kostenlosen Führungen. So erfahren wir Interessantes für die Gründerfamilie sowie die Herstellung von Whisky und können einige Gebäude der Anlage besichtigen. Die Destillerie selber kann nicht begangenen werden, da derzeit das Dach abgebaut wird um eine neue Anlage zu installieren. Zum Schluss werden wir dann noch zur Verkostung von 12, 15 und 18 jährigem Whisky eingeladen. Die engagierte Angestellte hat mit viel Humor und Überzeugung uns einiges Wissenswertes über das „Wasser des Lebens“ weitergegeben.

Nun heisst es wieder die nächsten Meilen unter die Räder nehmen. Über Elgin erreichen wir Inverness und fahren in den Feierabendverkehr hinein. Das GPS arbeitet zwar gut, kennt aber eine Baustelle auch nicht und so suchen wir das B&B doch per Karte. Schliesslich finden wir die enge Einfahrt und werden von der Besitzerin begrüsst. Das Haus ist recht gross und hat einige Zimmer. Im Gegensatz zu andern B&B’s wirkt hier alles weniger familiär und es ähnelt mehr einem kleinen Hotel.

Das Stadtzentrum erreichen wir auch hier bestens zu Fuss und wir machen uns auf den Weg, ein Lokal fürs Nachtessen zu finden. Bereits bei der Anfahrt ist uns das Ale House aufgefallen, doch hier bekommt man derzeit nur Bier und kein Essen. Der junge Angestellte an der Bar empfiehlt uns jedoch ein Pub in der Nähe des Castels von Inverness. Und so steigen wir auf den Hügel und finden das Haus an der beschriebenen Stelle. Das Gasthaus ist gut besucht und wir warten an der Bar bei einem ersten Ale auf einen freien Tisch.

Die Burger (Vegi und Fleisch) schmecken vorzüglich und bald kommen wir mit den Gästen am Nebentisch ins Gespräch. Es stellt sich heraus, dass es sich beim einen Pärchen um Schotten handelt, die jetzt in Sydney/Australien wohnen. Sie sind für eine Hochzeit in der Verwandtschaft angereist und nutzen die Zeit um weitere Verwandte und Bekannte zu besuchen. So verleben wir einen sehr lustigen und unterhaltsamen Abend. Zum Schluss werden noch die Adressen ausgetauscht, man weiss ja nie …!

 

Mittwoch, 28.05.2014

Never ending way

Auch das Frühstück ist in diesem B&B sehr organisiert und mindestens drei Personen sorgen für das Wohl der internationalen Gäste. Dann packen wir wieder unsere sieben Sachen ins Auto und verlassen Inverness über unzählige Kreisel in Richtung Ullapool. Das Tagesprogramm passen wir dem Wetter an, das sich am Morgen noch bewölkt, aber trocken zeigt. Wir sind froh, den Stadtverkehr hinter uns zu haben und steuern den Rogle Fall an. Ein kurzer Spaziergang führt durch einen lichten Wald und entlang dem Fluss. Das Wasser ist bräunlich und schäumt mancherorts. Dann stürzt die Flut über mehrere Meter in die Tiefe.

Das Spektakel kann von einer Hängebrücke aus beobachtet werden. Als wir auf den Parkplatz zurückkehren, fährt schon der erste Reisebus vor. Das Timing stimmt mal wieder.

Beim zweiten Wasserfall, den Falls of Measach, sind schon mehr Besucher anwesend. Wiederum führt ein gepflegter Pfad durch Heideland und Mischwald. Am Boden wachsen ganz feine Gräser und viele Arten von Moosen. Unzählige Grüntöne sind auszumachen.

Plötzlich wird die angenehme Stille jäh unterbrochen. Eine Militärjet fliegt im Tiefflug über unsere Köpfe hinweg und verschwindet wieder so schnell, wie er gekommen ist.

Bald haben wir Einblick in die Corrieshalloch Gorge, eine eindrückliche Schlucht, und schliesslich erreichen wir den 45 Meter hohen Wasserfall. Von einer Plattform aus ist das Naturschauspiel besonders schön zu beobachten.

Nun geht’s weiter nach Ullapool. Der Fischerort ist ganz auf Touristen eingestellt und an der Hauptstrasse reihen sich die Souvenierläden. Ob Whisky, alles Mögliche aus Wolle oder einfach klassische Mitbringsel und Andenken, alles wird feil geboten und natürlich alles aus schottischer Produktion.

Bei einem Znünistopp in einer eher schummrigen Kneipe besprechen wir die Weiterfahrt. Angesichts der Aufhellungen beschliessen wir, zum Lighthouse of Stoer zu fahren. Die Strasse ist nun als single trail ausgeschildert und zum Kreuzen sind kleine Nischen vorhanden. Es ist eine Tour durch eine wilde und vielseitige Landschaft. Unzählige kleine Seen werden von Bächen gespeist. Zwischen den Gewässern liegen sagenumwobene Moorlandschaften. Der blühende Ginster gibt immer wieder gelbe Farbtupfen in die sonst von Grün und Braun beherrschte Gegend.

Die Strasse fordert die volle Konzentration. Über unzählige Kurven nähern wir uns der Küste. Immer wieder stehen oder liegen Schafe am Strassenrand. Lämmer springen tollpatschig ihren Müttern hinterher. An den Hängen eines sehr grünen und engen Tales entdecken wir Rehe.

Dann erreichen wir den Leuchtturm von Stoer. Das Haus ist nicht mehr bewohnt, die Anlage wird heute vollautomatisch betrieben. Doch auch an diesem abgelegenen Ort steht eine kleine Fish & Chips-Bude und einige Wanderer finden sich zum Essen ein.

Wir steigen zum Turm hoch und blicken auf den North Minch hinaus und die steilen Klippen hinunter. Mit dem Fernglas beobachten wir die Kolonie der Kormorane und halten Ausschau nach möglichen Meeresbewohnern. Das Wetter ist windig und nur leicht bewölkt. Schöner könnte es nicht sein.

Mit diesem Ausflug haben wir den nördlichsten Punkt unserer Reise erreicht. Wir verlassen die Atlantikküste wieder und fahren auf engen Strassen, jedoch mit wenig Verkehr nach Bonar Bridge. Das B&B in diesem verschlafenen Ort ist absolut old fashion. Die geschäftige Landlady führt uns in den ersten Stock und zeigt das Zimmer. Das ist zwar recht gross, aber kalt und eben sehr altmodisch.

Das Nachtessen findet im einzigen Hotel von Bonar Bridge statt. Und hier essen wir dann auch erstmals Fish & Chips und löschen den Durst mit einem Bier.

 

Donnerstag, 29.05.2014

Meeting mit Nessie

Beim Frühstück stellen wir fest, dass die Besitzerin die Hinweistafel für ihr B&B abmontiert hat. Entweder hat sie Ferien oder bereits genügend verdient. Wir fragen nicht weiter nach. Mit uns frühstückt eine Familie, die mit den Rädern unterwegs ist. Die Form der Fortbewegung erachten wir jedoch als sehr gefährlich. Auf den schmalen Strassen mit den engen Kurven und sogenannten hidden summits bleibt kaum Platz für das Überholen der Radfahrer.

Wir setzten unsere Tour mit dem Wagen fort und zwar zum Loch Ness. In der Nähe von Drumnadrochit liegt das Loch Ness Centre & Exhibition. Vor dem Haus ist gleich ein Parkplatz frei und an der Kasse stehen keine Leute an. So finden wir uns bald wieder in einer visuellen Führung wieder. In sechs verschiedenen Räumen wird auf spannende Art und Weise die Entstehung der Seen erklärt und dann natürlich auf die Existenz (?) von einem Monster eingegangenen. Die Ausstellung erklärt einiges und lässt auch bewusst vieles offen, so dass die Lust und Neugier bleibt, nach Nessie Ausschau zu halten.

Nach nur 2 Meilen machen wir den nächsten Halt und besichtigen mit vielen andern Touristen das Urquhart Castel. Die Anlage liegt am Ostufer von Loch Ness und bietet schöne Ausblicke auf das Gewässer. Nessie taucht allerdings nicht auf!

In Fort Augustus besichtigen wir eine Vier-Schleusen-Anlage und geniessen draussen einen Take-away-Kaffee.

Auf der A82 nähern wir uns über viele Meilen Fort William. Der Ort ist ebenfalls ein Touristenmagnet, den er liegt am Fusse des Ben Nevis, dem höchsten Berg von Schottland. Doch so hoch hinaus wollen wir nicht. Uns genügt ein B&B, dass in Onich fantastisch oberhalb des Loch Linnhe liegt, aber nicht ganz einfach zu finden ist. Wiederum heisst uns eine freundliche Dame willkommen und erklärt uns, wie wir am besten ins Dorf kommen.

Wir fragen nach einem Weg entlang des Sees und bald wandern wir über die Steine bis zu einer Brücke, die über Loch Leven führt. Wie beobachten Wasservögel und entdecken sogar zufällig ein Nest mit 3 Eiern des Austernfischers (Haematopus ostralegus). Auf einer nahen Wiese grasen friedlich Schwarzkopfschafe.

Da es keinen offiziellen Weg gibt, steigen wir über grosse Steine und gelangen so zu einer Bootsrampe, die zufälligerweise genau zum Hotel gehört, wo wir heute einkehren werden.

Die junge Angestellte führt uns in einen weiss aufgedeckten Speisesaal mit herrlicher Aussicht in den Garten und auf den See. Die Menükarte ist wiederum vielseitig und wir geniessen zur Vorspeise nochmals schottischen Lachs.

Da der Weg so spannend ist, laufen wir wieder entlang dem See zurück und steigen dann noch den Hügel hoch zur Unterkunft.

 

Freitag, 30.05.2014

Natur pur

Wir schauen aus dem Fenster und können es kaum glauben: blauer Himmel und Sonnenschein. Seit Edinburgh haben wir keinen Tropfen Regen mehr gespürt, auch wenn manchmal bedrohlich schwarze Wolken aufziehen. Die heutige Tour startet mit der Fahrt über eine Hochebene in den Grampian Mountains. Vorbei an Seen und Flüssen geht’s von Ballachulish nach Tyndrung.

Hier beginnt der Loch Lomond an The Trossachs National Park. Wir halten immer wieder an und geniessen die tolle Landschaft. Ein längerer Halt bietet sich bei den Falls of Dochart an.

Dann geht’s ins Herz des Nationalparks. Beim Queen Elizabeth Forest Park informieren wir uns im Besucherzentrum über Wanderrouten. Ein freundlicher Herr gibt Auskunft und erklärt den Weg zu einem Aussichtspunkt. Mit Karte, Getränk und gutem Schuhwerk wandern wir zuerst gemütlich durch Mischwald und entlang von Wiesen. Dann steigt der Pfad steil an und führt auf einen Hügel, der eine imposante Aussicht bietet. Wir haben den Gipfel ganz für uns und verweilen einen Moment.

Der Abstieg verläuft bequem über einen bereiten Forstweg und führt vorbei an einem Seilpark für Wagemutige zurück zum Zentrum.

Uns bleibt noch die Zeit für einen weiteren Spaziergang. Ganz in der Nähe unseres heutigen Etappenziels liegt das Loch Ard. Auch hier führen gut beschilderte Wege durch einsame Landschaften und entlang des Sees.

In Aberfoyle verbringen wir dann die letzte Nacht dieser Schottlandreise. Zum Glück können wir auch hier das Auto stehen lassen und zu Fuss ins Dorf gehen. Im nahen Pub geniessen wir unser letztes Abendessen in Schottland. Das Restaurant scheint auch bei den Einheimischen sehr beliebt zu sein und so füllt sich das Lokal fast bis auf den letzten Platz. Nach einem kurzen Spaziergang durch die Ortschaft kehren wir müde und zufrieden ins B&B zurück.

 

Samstag, 31.05.2014

Time to say good bye

Auch das letzte schottische Frühstück (es gibt übrigens keinen Unterschied zum englischen Frühstück) ist reichlich und sättigt für den ganzen Tag. Nun heisst es packen, so dass wieder alles in die beiden Koffer und das Handgepäck passt. Kurz vor neun Uhr verlassen wir Aberfoyle und fahren auf der A81 nach Balmaha. Hier parken wir beim Infocenter des Nationalparks und decken uns mit einer Karte der Wanderwege ein.

Eine Wanderung entlang des Loch Lomond ist für diesen letzten Ferientag passend. Der Weg führt dem Ufer entlang und gibt immer wieder den Blick frei auf das ruhige Gewässer und die zahlreichen Inseln. Noch sind wenige Wanderer unterwegs, obwohl der Pfad auf der Route des West Highland Way liegt. Dies ist eine bekannte und auch anspruchsvolle Wanderung über mehrere Tage.

Bei Milarrochy Bay starten einige Kanufahrer ihren Ausflug und immer mehr Segelboote gleiten übers Wasser. Alle scheinen das sonnige und warme Wetter zu nutzen. Wir geniessen die Ruhe an kleinen Kieselstränden und beobachten die Wasservögel.

Auf dem Rückweg kommen wir an weidenden Kühen und Schafen vorbei und steigen dann noch auf einen Hügel hinauf. Von hier aus öffnet sich nochmals ein herrlicher Blick auf Loch Lomond und die umliegenden Hügel.

Zurück in Balmaha setzen wir uns in ein Gartenrestaurant um noch etwas zu trinken. Bald kommen wir mit den Gästen am Tisch nebenan ins Gespräch. Das ältere Paar aus Südengland reist mit Wohnmobil und Hund drei Wochen durch Schottland. Nach einem kurzen Schwatz kommt für uns die Zeit zum Aufbrechen.

Wir fahren nun Richtung Flughafen von Glasgow. In der Nähe von Drymen kommt es wegen einer grossen Veranstaltung zu grösserem Verkehrsaufkommen. Der Stau betrifft jedoch vor allem den Gegenverkehr. Nach einem Tankstopp erreichen wir dann den Flughafen und geben das Auto zurück. In einer Bar stossen wir mit einem letzten Ale auf die unvergessliche und unfallfreie Reise an.

Der Flug nach Zürich verspätet sich aufgrund von vielen Flugbewegungen um über eine Stunde. Mit der Zeitverschiebung kommen wir dann nach Mitternacht müde zu Hause an.

Von

Bis

Meilen

Glasgow Airport

Edinburgh

52

Edinburgh

Stonehaven

121

Stonehaven

Inverness

172

Inverness

Bonar Bridge

162

Bonar Bridge

Onich (Ballachulish)

127

Onich

Aberfoyle

90

Aberfoyle

Glasgow Airport

43

Total

 

767

 

 

Land und Leute … unsere Eindrücke und Erlebnisse

Wir blicken auf zwei abwechslungsreiche Wochen zurück. Die Gastfreundlichkeit wird sowohl in Südengland wie auch in Schottland gross geschrieben und auch gelebt. Überall haben wir wertvolle Tipps und Informationen erhalten.

Nebst den Leuten hat sich auch das Wetter von der besten Seite gezeigt. Nur an zwei Tagen hat sich der Himmel entleert, ansonsten habe wir alles trocken und meist sogar bei Sonnenschein erlebt. Oft hat eine frische Brise mögliche Wolken wieder vertrieben.

Die Landschaften sind enorm vielfältig: Küsten mit Sandstränden oder schroffen Felswänden; hügelige Moorlandschaften mit gelbem Ginster; hohe Berge mit Schneefeldern an den Nordhängen; dichte Wälder mit Laub- und Nadelhölzer; kleine und grosse Seen mit Fischen und Seevögeln; weite Ebenen und enge Täler; riesige Weiden mit Kühen, Hochlandrindern, Schafen, Pferden.

Die grösseren Städte und Ortschaften bieten ein reiches kulturelles Angebot und in den ländlichen Gebieten prägen kleine Siedlungen mit wenigen Häusern das Bild. Unzählige historische Stätte und Denkmäler warten auf Besucher/innen. Schlösser und Herrenhäuser stehen an aussichtsreichen Lagen in Mitten von prächtigen Garten- oder Parkanlagen. Die Blütenpracht ist aufgrund des warmen Frühlings mancherorts drei Wochen früher und so kommen wir in den Genuss der Hochblüte in allen Farbtönen. Ruinen lassen uns in vergangene Zeiten abtauchen und geben eine wunderbare Kulisse für unzählige Fotos ab.

Wir haben ausschliesslich in B&B’s übernachtet. Diese sind sehr unterschiedlich und reichen von zwei bis fünf oder sechs Zimmern pro Haus. Teilweise waren die Räume und Betten riesig gross und an andern Orten wurde auf engstem Raum das Optimale herausgeholt. Mal nächtigen wir in typischen englischen Reihenhäuschen, mal liegt das Zimmer in einem abgelegenen Farmhaus. Die Sauberkeit war überall genügend, an den meisten Orten sehr gut. Der Empfang der Gastgeber war von freundlich zurückhaltend bis herzlich familiär.

Unsere B&B's in Schottland

Und auch kulinarisch sind wir positiv überrascht. Der Tag startet jeweils mit Müesli oder Porridge und Früchten gefolgt von einem Teller mit Rühr- oder Spiegel, Schinken, Würstchen, Tomaten, Pilzen und Bohnen. Wer dann noch Hunger hat, kann diesen mit Toast stillen. An den Küsten haben wir fangfrischen Fisch, Muscheln oder Schalentiere genossen und auch das typische Fish & Chips hat nicht gefehlt. Bei den Ale’s haben wir jeweils nach den lokal gebrauten Bieren gefragt und haben so die verschiedenen Ausprägungen kennengelernt. Den Genuss eines Whiskys im Pub haben wir uns für den letzten Abend aufgehoben.

Wir freuen uns, über eine erlebnisreiche Reise mit wertvollen Eindrücken und Begegnungen berichten zu können und euch mit den Bildern einen kleinen Einblick geben zu können.

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