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16.5. - 24.5.2014 - Südengland (1. Woche)

Rundreise - Beautiful Southwest (Cornwall)

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Freitag, 16. Mai 2014

Wellcome in Great Britain 

Wie meistens starten wir unsere Reise am Bahnhof in Rotkreuz. Der Zug zum Flughafen ist sehr gut besetzt und unsere Koffer stehen mit jenen von andern Mitreisenden im Gang. Der Zugbegleiter muss wohl oder übel über das Gepäck steigen. Auch am Flughafen herrscht Grossauflauf, dennoch können wir schnell einchecken und bekommen die Bordkarten. Die Wartezeit bis zur Öffnung des Gates überbrücken wir mit dem obligaten Kaffee bei Starbucks.

Das Boarding geht wiederum sehr schnell. Kein Wunder, denn es sitzen lediglich 35 Passagiere in der Fokker 100. Der Flug dauert keine zwei Stunden und wir landen bei warmen und sonnigen Wetter in Bristol. Da die Engländer keine Sommerzeit kennen, beträgt die Zeitverschiebung eine Stunde.

Beim Autoverleih ist dann wieder mehr Geduld gefragt. Doch ganz nach britischer Manier stehen alle in der Warteschlage, bis sie an der Reihe sind. Richard, der Angestellte erklärt uns als erstes, dass wir anstatt eines Toyotas Auris einen Vauxhall Mokka erhalten.

Wir sagen nicht nein und sitzen bald im fast neuen Auto. 884 Meilen hat der Wagen erst unter der Haube. Wir starten das GPS und geben die Hoteladresse in Bristol ein. Die allgemeine Richtung stimmt, doch im Stadtzentrum ist das Gerät überfordert und wir drehen ein paar Extrarunden in den riesigen Kreiseln der Stadt. Schliesslich finden wir das Hotel und können unser Zimmer beziehen. Ein kleines Dinner und ein Bier im Restaurant schliessen den ersten Ferientag gemütlich ab.

Samstag, 17. Mai 2014

Hier schaut alles gleich aus …

Das Frühstücksbuffet im Hotel ist reichhaltig und stärkt uns für den Tag.  Gleich hinter dem Hilton Garden Inn  befindet sich der kleine Park der Temple Church. Dies sind die Ruinen einer Kirche ohne Dach. Es stehen nur noch die Seitenwände mit den Bögen.

Danach verlassen wir Bristol bereits wieder in südlicher Richtung. Wir fahren nach Wells und besuchen dort die berühmte Kathedrale (erbaut im 12. und 14. Jahrhundert / englische Gotik). Jeder Ort, der eine Kathedrale hat, darf sich in England als Stadt bezeichnen und so gilt Wells als kleinste City im Land. An der Westfassade sind 300 Statuen zu bewundern und im Innern der Kirche beeindrucken die gewaltigen Scherenbögen.

Ein Innenhof (Kreuzgang) und ein Garten laden zum Verweilen ein. Das sonnige Wetter und die warmen Temperaturen lassen dies auch zu.

In der Stadt herrscht ein emsiges Treiben und auf dem Markt decken sich die Einheimischen mit frischem Gemüse und vitaminreichen Früchten ein, während sich die zahlreichen Touristen gemütlich zwischen den Marktständen tummeln.

Wir fahren weiter Richtung Küste. Unser nächstes Ziel ist das Dunster Castle. Die imposante Burg aus dem 11. Jahrhundert thront auf einem Hügel.

Die Gartenanlage und die Gebäude sind gut erhalten und gepflegt. Der stolze Eintrittspreis trägt dazu bei! Doch wie auch in der Kathedrale in Wells stehen hier fast in jedem Raum freiwillige Guides, die bereitwillig und ausschweifend Auskünfte erteilen. Es sind meist Pensionierte, die sich so engagieren.

Die Fahrt geht weiter nach Lynton. Unterwegs halten wir auf Meereshöhe in Bossington an und trinken "tea and coffee".

Und kurz darauf, kaum haben wieder die Küstenhöhe erreicht, finden wir einen wunderbaren Aussichtspunkt.

In Linton angekommen, ergattern wir mitten im Dorf einen der raren kostenlosen Parkplätze unweit des Tourist Office. Wir wollen uns nach dem Wanderweg zum Valley of the Rocks erkundigen. Doch im Office ist nur ein Hund anwesend, der kurz ein Auge öffnet und dann weiterschläft. So machen wir uns auf die Suche nach einem Wegweiser und finden diesen bald. Zuerst wandern wir auf einem Fahrsträsschen, dann geht’s über in einen Wanderweg.

Hoch über den Klippen haben wir freie Sicht auf das Meer. Das Wetter ist ideal und wir geniessen die frische Luft und die Bewegung. Wir steigen auf die Felsen um noch bessere Sicht zu erhaschen.

Die Strassen sind zum Teil sehr eng und es verlangt die volle Konzentration des Fahrers. Das Kreuzen ist zum Teil nur bei den Ausweichstellen möglich und oft muss zurückgesetzt werden. Links und rechts säumen meist meterhohe Steinmauern und Hecken die Fahrbahn. Das sieht zwar sehr schön aus, lässt aber kaum eine Orientierung zu. Für den Weg zum B&B The Round House haben wir zum Glück eine gute Beschreibung und so wir finden das abgelegene Haus bei Lower Loxhore. Zuerst empfängt uns ein freudig wedelnder Hund und dann begrüsst uns Chris in seinem Haus.

Zum Zimmer gehören ein Wohnraum und ein separates Bad. Alles ist sehr heimelig eingerichtet um nicht zu sagen überladen. Auf Empfehlung des Landlords fahren wir zum Nachtessen ins The Black Venus in Challcombe. Das Tandoori Chicken und das Salmon Filet schmecken vorzüglich und wir kosten das lokale Bier.

Wir denken, dass wir uns die zahlreichen Abzweigungen gut gemerkt haben, doch weit gefehlt. Der Rückweg zum B&B bringt einige zusätzlich Meilen mit sich. Es schaut einfach überall gleich aus: Wiesen, Hecken, Steinmauern, Schafe, Wiesen … doch zum Glück finden wir nach Hause und legen uns müde ins Bett.

 

Sonntag, 18. Mai 2014

Es lebe King Artus

Chris serviert uns ein britisches Frühstück mit allem Drum und Dran und wir verlassen gestärkt das Round House. Wir nutzen die ruhigen Morgenstunden für einen Besuch des malerischen Fischerdorfes Clovelly. Steile Gassen und weisse Häuser in den Felswänden prägen den autofreien Ort.

Das Dorf gehört privaten Eigentümern, deshalb ist für die Besichtigung auch Eintritt zu bezahlen. Wir steigen zum Hafen hinunter und bewundern den Fang der Fischer und den Start eines Drachenbootes.

Das Wetter zeigt sich noch immer warm und sonnig, die Briten reden schon von Hochsommer.

Bei Hartland Point wandern wir zum Felsen hoch über dem Leuchtturm. Das Meer ist recht ruhig, die Sicht jedoch ziemlich dunstig. Hier sind nur wenige Leute unterwegs und wir geniessen die Ruhe.

Der Strand von Bude ist bekannt und tatsächlich hat es viele Engländer an diesem sonnigen Tag in diesen Ferienort gezogen. Da Ebbe ist, liegen viele Boote noch im Trockenen.

Einige baden und surfen bereits und der Strand ist eng belegt, obwohl für uns die Temperaturen noch nicht unbedingt zum Baden im noch kalten Meer einladen.

In einem Gartenkaffee in Tintagel stärken wir uns mit Kaffee, Tee und scones with clotted cream und Erdbeermarmelade.

Wesentlich geschäftiger geht’s beim Tintagel Castle zu und her. Die Ruine ist nach einer Legende die Geburtsstätte von König Artus. Entsprechend wird dies in der Gegend vermarktet. Wir bezahlen den königlichen Obolus und dürfen nun die Anlagen besichtigen. Die Mauerreste sind auf verschiedene Felsen am Meer verteilt.

Über steile Treppen und Brücken gelangt man zu den Fundstellen. Trotz den zahlreichen Touristen lässt es sich erahnen, welche gewaltigen Bauten hier früher standen.

Da wir noch einige Meilen vor uns haben, sitzen wir nach dem eindrücklichen Ausflug wieder im Auto Richtung Helston. Wir haben eine ungefähre Adresse, die wir im GPS erfassen. Wir folgen den Anweisungen des Gerätes und landen auf der Weg nach The Lizard. Ein Schild an der Strasse zeigt die Abzweigung an und bald finden wir uns mitten im Farmland wieder. Da das B&B Tregajack Farmhouse heisst, folgen wir der Strasse und zweigen schliesslich in einen Feldweg ein. Das Haus liegt idyllisch in der Landschaft. Wo Fuchs und Hase sich gute Nacht sagen, wird hier zur Tatsache: im hohen Gras und auf den nahen Feldern entdecken wir kleine Hasen … der Fuchs ist gerade abwesend.

Das Zimmer ist liebevoll eingerichtet und wir richten uns für zwei Nächte hier ein. Jack empfiehlt uns ein Pub in der Nähe von Helston. Doch seine Wegbeschreibung ist etwas wage. Schliesslich landen wir im Restaurant vom The Angel Hotel. Das Sonntagsmenu ist sehr fein und rundet den ereignisreichen Tag perfekt ab.

 

Montag, 19. Mai 2014

Mystisch schön

Bei den Reisevorbereitungen haben wir von Monumenten aus „grauer Vorzeit“ gelesen. Die Frau von Jack, die uns ein reichhaltiges Frühstück mit Eiern, Pilzen, Tomaten, Speck und Würstchen serviert, bestätigt uns die Existenz der Fundstätte auf der Halbinsel Penwith. So starten wir den Tag mit der Fahrt Richtung Madron. Die schmale Strasse führt über wenig besiedeltes Land. Ab und zu taucht eine einsame Farm auf, auf den Wiesen weiden Kühe oder Schafe. Nur durch Zufall entdecken wir ein altes Holzschild, das auf die prähistorische Hinterlassenschaft hinweist. Wir parken bei einem Gatter und folgen dem Feldweg. Lange deutet nichts auf den Men-An-Tol hin. Doch dann entdecken wir einen wiederum einfachen Hinweis an einer Mauer. Auf dem offenen Feld stehen dann die Steinformationen u. a.  ein Stein mit einem kreisrunden Loch. Wir lassen die Kräfte auf uns wirken und wundern uns, dass dieses Monument nicht mehr Beachtung findet.

Auf Grund der Lage ist uns klar, dass wir an einer ersten Kultstätte bereits vorbeigefahren sind. So folgen wir der Strasse zurück und entdecken auch wieder mehr oder weniger zufällig Lanyon Quoit. Hier gibt es nicht einmal eine Parkmöglichkeit und so lassen wir den Wagen kurz in einer Ausweichstelle stehen. Hier liegt eine Steinplatte auf drei Felsbeinen. Die Kombination soll 4‘000 bis 5‘000 Jahre alt sein. Ein eindrücklicher Ort der Stille …

Das sommerliche Wetter lädt zu weiteren outdoor-Aktivitäten ein. So besuchen wir Trengwainton Garden bei Madron. In der riesigen Gartenanlage wachsen u. a. riesige Baumfarne und eine Vielzahl von Büschen und Sträuchern steht in Hochblüte.

Entlang eines Baches ist die Blumenpracht herrlich bunt und viele Vogelarten fühlen sich hier wohl. Von der Aussichtsterrasse blicken wir bis St Michaels Mount und in einem ummauerten Gartenteil wachsen Gemüse, Früchte und Kräuter.

Gegen Mittag treffen wir bei Lands End ein. Am westlichsten Zipfel von Grossbritannien herrscht Jahrmarktstimmung. Restaurants, Läden und Vorführungen aller Art sorgen für Unterhaltung.

Doch eigentlich bietet hier die Natur genügend Schauspiel. Die steilen Klippen, die Wellen des Meeres und der Leuchtturm auf den vorgelagerten Inseln sowie die zahlreichen Wasservögeln geben eine fantastische Szenerie ab. Nach einem kurzen Kaffeehalt verlassen wir den Touristenort und kehren auf The Lizard zurück.

Hier befindet sich der südlichste Punkt. Auch den gibt’s nicht umsonst, doch wenigstens hat es hier viel weniger Leute. Der Leuchtturm steht hier hoch auf den Klippen und weist den Schiffen den Weg.

Von einem Guide bekommen wir Vorschläge und eine Karte für Küstenwanderungen. Wir nehmen die 5-Meilen-Tour zur Bucht Kynance Cove unter die Füsse.

Der Pfad führt auf und ab und immer blicken wir auf das offene Meer. Die Wellen brechen tief unten und umschäumen die verschiedenen Felsen. Wir schiessen viele Bilder und beobachten mit dem Fernglas die zahlreichen Möven und Kormorane.

Nach knapp zwei Stunden kommen wir zum Parkplatz zurück und fahren in den nahen Ort Lizard. In einem Pub tischt der Wirt uns wiederum ein reichhaltige Dinner und ein einheimisches Bier auf. Als wir das Lokal verlassen, giesst es wie aus Eimern. Zum Glück sind wir rechtzeitig von der Wanderung zurückgekommen. Das Timing ist perfekt.

 

Dienstag, 20. Mai 2014

Wetterprognosen kümmern uns nicht

Mit starken Regen startet auch der heutige Tag. Doch damit ist hier immer zu rechnen. Wir passen das Programm an und reisen zuerst nach Falmouth. In der Einkaufsmeile der Hafenstadt finden wir endlich den passenden Adapter um alle elektrischen Geräte zu laden. Danach besuchen wir das National Maritime Museum Cornwall.

Nach einigen einführenden Erklärung einer älteren Lady dürfen wir dann die vielseitige Ausstellung selber erkunden. Nebst verschiedenen Bootstypen wird die Seerettung beschrieben, die Geschichte von Falmouth als bedeutende Hafen- und auch Schmugglerstadt erzählt und sogar einem Bootsbauer kann über die Schulter geschaut werden. Von einem Turm aus, überblick man den Hafen von Falmouth.

Als wir das Museum verlassen, hat der Regen nachgelassen.

Angesichts der Aufhellungen entschliessen wir uns zum Besuch von Lanhydrock südöstlich von Bodmin. Mitten in einer riesigen Parkanlage befindet sich ein Landhaus, das ursprünglich aus dem 16. Jahrhundert stammt und Wohnsitz von Thomas und Mary Robarts und ihren zehn Kindern war.

Nach einem Feuer 1881 wurde das Haus wieder aufgebaut. Wir besichtigen zuerst den weitläufigen und gepflegten Garten. Auch hier blühen Rhododendren und Magnolien mit vielen weitern Pflanzen um die Wette und buhlen um die Gunst von Bienen und Hummeln. Bänke und Rasenflachen laden zum Verweilen ein.

Das Haus kann in der Vorsaison ohne Führung besichtigt werden. Der Gebäudekomplex umfasst mehr als 60 Räume mit vielen Möbeln, Einrichtungsgegenständen und persönlichen Vermächtnissen der ehemaligen Besitzerfamilie. Sogar eine eigene Molkerei, Bäckerei und Käserei sind nebst der riesigen Küche zu besichtigen. Mit Hilfe einer Beschreibung erkunden wir unzählige Salons, Schlafgemächer, Unterkünfte von Bediensteten und eine eindrückliche Galerie. Alles ist reich bestück mit Kunst- und Alltagsgegenständen aus der Zeit. Zum Schluss werden wir dann – wie immer – durch den Souveniershop hinaus geleitet – in den Regen!

Doch der kurze heftige Schauer kann uns nichts antun, denn wir haben bereits einen Tisch im nahen Café ergattert und geniessen ein warmes Getränk. Der Regen lässt nach und wir schlendern durch den Park zurück zum Auto.

Das B&B Holway Barton liegt westlich von Exeter und so haben wir noch eine längere Fahrt vor uns. Über die Schnellstrasse kommen wir gut voran und mit dem GPS gelangen wir ohne Umweg in die Ortschaft Whimple. Das Haus finden wir dank den vorab ausgedruckten Karten, Hinweisschilder fehlen hier komplett. David, der Landlord empfängt uns herzlich, zeigt den Frühstücksraum und das sehr grosszügige Zimmer mit eigenem Bad und lädt uns gleich zum Tee ein. So sitzen wir bald relaxt im angenehm warmen Wintergarten und bekommen nebst Tea feine „Guezli“ sowie wertvolle Tipps für das Abendprogramm.

Das empfohlene Pub in Gehdistanz erweist sich als sehr landestypisch und die Auswahl an Speisen lässt nichts zu wünschen übrig. Nebst lokalem Bier wird Krabbenmuss auf frischem Salat aufgetischt, gefolgt von einem Schweinsfilet auf Kartoffelpüree und einem Red Snapper auf Ratatouille und neuen Kartoffeln. Einmal mehr freuen wir uns über das feine Znacht.

 

Mittwoch, 21. Mai 2014

Hoch hinaus

Nach einer ruhigen, erholsamen Nacht verwöhnen uns auch David und seine amerikanische Gattin mit einem reichhaltigen, englischen Frühstück. Wir verlassen Whimple in Richtung Haytor Rock im Dartmoor. Auf dem Parkplatz stehen erst zwei, drei Wagen. In der Hochsaison ist die höchste Erhebung der Gegend ein viel besuchtes Ziel von Touristen und Einheimischen. Pflichtbewusst spenden wir ein Pfund in die eingemauerte Sammelbox für das Parken und nehmen dann den Aufstieg auf den Haytor Rock unter die Füsse. Unterwegs begegnet uns einzig ein Mann mit drei Hunden. Ansonsten scheinen wir die einzigen zu sein, was uns sehr gefällt.

Die Felsformationen sind gute Fotosujets und vom obersten Punkt geniessen wir die 360-Grad-Rundsicht! Einzig ein paar harmlose Wolken zieren den blauen Himmel. In der Ferne sichten wir auf einem Feld drei Helikopter. Doch wir können nicht ausmachen, was ihre Mission ist.

Nach einem kurzen Stopp in Widecombe-in-the-Moor mit seiner historischen Kirche aus dem 16. Jahrhundert geht die Fahrt durchs Moor weiter. Auf den schmalen Strassen herrscht zwar relativ wenig Verkehr, doch frei weidende Schafe und halbwilde Pferde haben immer Vortritt. Wir treffen auf ein Ehepaar, das sich anscheinend sehr gut auskennt und weiss, dass das Fohlen erst 9 Tage alt ist. Sie füttern das Muttertier mit Brot und so verweilen die Tiere ganz nahe bei uns.

In Two Bridges lädt das gleichnamige Hotel (erbaut 1770) zum Kaffeetrinken ein. Wir setzen uns in die authentischen Hotelhalle und lassen das Ambiente auf uns wirken. Nach einem kurzen Abstecher nach Princetown ist Postbrigde unser nächstes Ziel. Im Besucherzentrum erteilt der freundliche Angestellte bereitwillig Auskunft und möchte uns noch eine Karte für die 500 Meter entfernte Packhorse Bridge verkaufen. Wir lehnen dankend ab, das werden wir noch selbst finden. Im kleinen Krämerladen, der gleichzeitig Poststelle ist, kaufen wir zwei Karten.

Die historische Steinbrücke über den East Dart River verläuft parallel zur neueren Steinbogenbrücke und gibt ein beliebtes Fotosujets ab.

Nun haben wir mal wieder Lust auf eine Burg. Das Castle Drogo ist in der Nähe und der Beschrieb macht neugierig. Doch schon bei der Anfahrt ahnen wir nichts Gutes. Und das Befürchtete bewahrheitet sich. Der Komplex ist total eingerüstet und eingehüllt. Das massive Gebäude wird renoviert, obwohl Castle Drogo als jüngste Burg von England gilt. Da wir nun schon mal da sind, besuchen wir den liebevoll gestalteten Park mit Blumen, Hecken, Treppen, Pergolas und herrlichen Düften.

Als letzten Ort besuchen wir heute Lustleigh. Das Dorf mit den reetgedeckten Cottages wirkt recht verschlafen und das empfohlene Primerose Cottage ist geschlossen. Ein Spaziergang durch das Dorf und die nahe Landschaft ist jedoch spannend und wir entdecken einige herrschaftliche Landsitze in gepflegten Gartenanlagen.

Zurück in Whimple kaufen wir im einzigen Laden zwei Biere (Badger Fursty Ferret und Badger Tangle Foot) und kehren ins B&B zurück. Da das Essen im The Thirsty Farmer überzeigt, werden wir heute Abend nochmals  vor Ort einkehren.

 

Donnerstag, 22.05.2014

Die Sonne kommt ja wieder …

Nach dem Frühstück verabschieden wir uns von unseren Gastgebern und den andern Gästen und fahren nach Weymouth. Gleich vor dem Royal Hotel ergattern wir ein freies Parkfeld.

Dieser Ort gilt als elegantestes Seebad von Südengland, doch die ganzvollsten Zeiten scheinen vorüber zu sein. Viele Häuser entlang der Promenade sind renovationsbedürftig, stehen leer oder werden zum Verkauf angeboten. Andere Gebäude bekommen gerade ein face lifting und werden zur Hauptsaison wieder in neuem Glanz erscheinen. Unverwüstlich ist der kilometerlange Sandstrand. Hier tummeln sich vor allem Rentner/innen und ihre Vierbeiner.

Wir schlendern bis zum Fährhafen, wo moderne Fähren Autos und Passagiere u. a. auf Guernsey und Jersey befördern. Das weiterhin wechselhafte und windige Wetter lädt ein, in einem gemütlichen Lokal einen vorzüglichen doppelten Espresso zu geniessen.

Auf stark befahrenen Strassen geht’s nun von der Küste in nordöstlicher Richtung nach Salisbury. Das metrologische Programm reicht von Sonnenschein, über schwarze Wolken bis hin zu starken Niederschlägen. Wir erreichen das Stadtzentrum um die Mittagszeit und wollen die Katherdale aus dem 13. Jahrhundert besuchen. Der imposante Bau mit dem höchsten Kirchenturm (135 m) von England steht in einer weitläufigen Parkanlage.

Wie meistens werden wir von freundlichem Personal willkommen geheissen und um ein paar englische Pfund erleichtert. Die Dimensionen des Gotteshauses sind enorm und wir erkunden die verschiedenen Sehenswürdigkeiten mit Hilfe eines Planes. Im sogenannten Capitol House ist eine der vier Kopien der Magna Carta Libertatum ausgestellt. Dieser Freiheitsbrief aus dem Jahre 1215 ist die Basis der englischen Verfassung. Ein alter, schwacher Herr sitzt auf einem Stuhl und bietet mit leiser Stimme jedem Besucher Informationen an. Die Szenerie ist rührend und weltfremd zugleich. Das Fotografieren ist in diesem Raum strengstens untersagt, umso stärker bleiben diese Erinnerungen und Begegnungen haften.

Wir wandeln durch den Kreuzgang und beschliessen, einen Abstecher in die Innenstadt zu machen. Es regnet stark und wir kehren in einem gut besuchten Lokal ein, um die Reiseroute weiter zu planen. Der Besuch von Gartenanlagen macht bei Dauerregen wenig Sinn und so beschliessen wir die Weiterfahrt Richtung Bath. Den Einheimischen scheint das Wetter so was von egal zu sein. Sie sind trotz Regen und Temperaturen um 12 Grad in kurzen Hosen und Hemden unterwegs und oft auch ohne Hut oder Schirm. Wieso auch, die Sonne kommt ja wieder …

Das GPS gibt kaum noch brauchbare Informationen von sich und so fahren wir nach Karte, Wegweisern und Gefühl. Das Tagesgangwetter ist Tatsache und wie wir uns Stonehenge nähern, lacht wieder die Sonne vom Himmel. Unterwegs haben wir erfahren, dass die weltberühmten Steinformationen stark vermarktet werden und damit das Mystische komplett verloren geht. Nach kurzer Beratung beschliessen wir, die Stätte dennoch zu besuchen.

Anstatt mit dem Bus oder dem Bimmelbähnchen zu fahren, erkundigen wir uns nach dem Fussweg. Damit gehören wir einmal mehr zu den Exoten im Umzug, doch das kümmert uns wenig. Wir durchqueren die Wasserlachen des letzten Schauers und biegen dann durch ein Gatter auf den Feldweg ein. Kaum ein paar Schritte weg vom Rummel haben wieder die Natur und die Stille Oberhand. Doch die Ruhe währt nur kurz, denn ein Helikopter donnert im Tiefflug über unsere Köpfe. Zuerst denken wir an einen sightseeing-Flug, doch dann erkennen wir den Armee-Hubschrauber.

Der Weg führt über offenes Weideland mit grasenden Kühen. Auf einer Karte sind Stellen eingezeichnet, an denen auch historische Stätten gefunden wurden oder noch vermutet werden. Das satte Grün der Wiesen und die malerischen Wolkenformationen geben eine herrliche Kulisse ab.

Wir näheren uns langsam dem berühmten Steinkreis. Rund um die Anlage wir heftig gebaut, um die künftigen Besucherströme bewältigen zu können. Der Kreis selbst ist von einem Weg umgegeben und so kann die Stätte von allen Seiten gut besichtigt werden. Angestellte passen genau auf, dass niemand die Absperrung durchbricht und sich den Steinformationen nähert.

Ja, wir geben es zu. Für den Rückweg setzten wir uns zusammen mit asiatischen Touristen in das Bähnchen, das uns zurück zum Parkplatz bringt … und es wird schon wieder dunkel ...

Nun hoffen wir auf die Tauglichkeit des GPS, denn unsere nächste Unterkunft liegt in der Stadt Bath. Gemäss Zeitplan sollten wir den Ort vor dem Feierabendverkehr erreichen, denn Bath ist für sein Verkehrschaos bekannt. Alles funktioniert bestens und wir finden das schmucke Haus auf Anhieb.

Wiederum werden wir freundlich empfangen und können unser kleines, aber feines Zimmer mit Bad in dem typischen, britischen Haus an zentraler Lage beziehen. Kurz darauf machen wir uns zu Fuss in das nur zehn Gehminuten entfernte Zentrum der Stadt. Das Auto können wir dank einer Parkkarte des Gastgebers auf der Strasse stehen lassen. Wir entdecken ein einladendes Pub und bekommen ein reichliches und sehr feines Nachtessen. Der Genuss eines lokalen Biers darf natürlich nicht fehlen.

 

Freitag, 23.05.2014

Sightseing im Regen …

Schon ist der letzte Reisetag in Südengland Tatsache. Das vorgeschlagene Programm sieht einen Ausflug in die Region Cotswolds vor. Angesichts der instabilen Wetterlage entschliessen wir uns, das Auto stehen zu lassen und zu Fuss Bath zu erkunden. Für viele gilt diese Stadt als die schönste von England. Der Ort hat seinen Reichtum vor allen heissen Quellen zu verdanken. Noch heute fliesst das 46 Grad warme Wasser in den ursprünglich von den Römern gegründeten Bädern. Historische Gebäude finden sich in der ganzen Innenstadt.

Wir statten der berühmten Bath Abbey einen Besuch ab. Der Bau des Gotteshauses geht auf das Jahr 1499 zurück. Später wird der Bau immer wieder zerstört, aber auch immer wieder aufgebaut und renoviert. Besonders beeindruckend sind die 56 Szenen im grossen Ostfenster über dem Hochaltar. Für die noch wenigen Besucher der Abbey spielt der Organist mit voller Kraft und erfüllt den riesigen Raum mit durchdringenden Orgelklängen.

Nebst den vielen geschichtsträchtigen Bauten bietet Bath auch unzähligen Einkaufs- und Einkehrmöglichkeiten. Wir stöbern u. a. durch einen grossen Bücherladen, der wohl zum jedem Thema ein Werk anzubieten hat. Im integrierten Café machen wir eine erste Rast. Dann geht’s weiter mit „Lädele“ bei stärkerem Regen und Sightseeing bei leichtem Regen. Beeindruckend ist u. a. der Royal Crescent, eine sichelförmig angelegte Häuserzeile, und die Pulteney Bridge über den River Avon.

Die Kirche St. Michael beherbergt ein Kaffee und auch eine Spendenstelle für Lebensmittel, die dann an Bedürftige abgegeben werden. Diese „Angebotserweiterung“ bzw. Umnutzung der Kirchenräume haben wir auf der Reise öfters beobachtet.

Um die Mittagzeit geniessen wir im The Ale House ein erstes Pint. Da wir heute ausschliesslich zu Fuss unterwegs sind, passt das bestens. Danach geht der Fotograf schon mal ins B&B zurück und die Schreiberin erkundet noch ein paar Läden in der Stadt.

Das Lokal für den Abend haben wir schon auf unserer Stadttour entdeckt. Ausnahmsweise kosten wir heute mal nicht typisch englisches Essen, sondern eine feine Pizza und dazu ein Glas Rotwein. Und als wäre das italienische Essen ein Zeichen, kommt ab Abend doch noch die Sonne zum Vorschein und lässt die Stadt in einem warmen Licht erscheinen.

Zum Ausklang des Tages gehen wir in ein gut besuchtes Pub nahe der Abbey. Der Freitagabend vor den Ferien scheinen die Briten/innen ausgiebig zu feiern. Eine Gruppe junger Frauen begiesst den Polterabend einer Kollegin und sorgt für Unterhaltung. Nach einem Bier (ausnahmsweise mal ein Lager) schlendern wir zurück zum White Guesthouse.

 

Samstag, 24.05.2014

Ready to take off …

Beim Frühstück lassen wir uns von andern, einheimischen Gästen noch den einfachsten Weg zum Flughafen von Bristol erklären. Doch trotz Kartenatlas lässt sich die Strecke nur ungefähr beschreiben und so werden wir nach den Wegweisern suchen und fahren. Der Regen scheint fest zu sitzen und so starten wir bei trübem Wetter die letzte Fahrt mit dem „Mokka“.

Die Rückgabe des Autos verläuft problemlos. Der Angestellte der Verleihfirma hat offensichtlich keine grosse Lust lange im Regen zu stehen! Im Flughafen herrscht aufgrund des Ferienbeginns Grossandrang. Da wir unsere Bordkarten bereits zu Hause ausgedruckt haben, müssen wir nur noch unsere Koffer aufgeben und das verläuft schnell und reibungslos. Dank der rechtzeitigen Anreise haben wir nun noch Zeit am Blog zu schreiben und das emsige Treiben im Airport zu beobachten.

Von

Bis

Meilen

Bristol Airport

Bristol

12

Bristol

Barnstaple

125

Barnstaple

Helston

159

Helston

Helston

81 (Rundreise Cornwall)

Helston

Whimple

135

Whimple

Whimple

104 (Rundreise Dartmoor)

Whimple

Bath

165

Bath

Bristol Airport

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Unsere B&B's in Südengland

 

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