background

19.3.2014 - Nätschen – Stöckli – Fellilücke – Oberalppass

Schneeschuhtour am Seppi-Tag.

(zur Bildergallerie)

Am heutigen Josef- bzw. Seppi-Tag heisst es wieder „Ruck on tour“. Der freie Tag und die günstigen Wetterprognosen lassen uns zu einer Schneeschuhtour im Kanton Uri aufbrechen. Nach rund einer Stunde Fahrzeit erreichen wir Andermatt und werden von einer freundlichen Verkehrslotse direkt auf den Parkplatz bei der Nätschen-Sesselbahn geleitet.

Die erste Sektion der Bahn führt auf den 1‘842 m.ü.M. gelegenen Nätschen. Nach einem kurzen Fussmarsch erreichen wir das noch fast leere Bergrestaurant und gönnen uns einen Kaffee. Mit der zweiten Sesselbahn lassen wir uns bequem aufs Stöckli (2‘358 m.ü.M.) transportieren. Während der Fahrt nimmt der Nebel weiter zu und bald sehen wir kaum mehr die Hand vor den Augen. Ein plötzliches Rauschen lässt sich zuerst nicht identifizieren. Doch dann tauchen zwischen den Nebelschwaden riesige Windräder auf, welche Strom produzieren. Mit zunehmender Höhe wird der Nebel lichter und auf dem Stöckli scheint sogar die Sonne.

Guten Mutes folgen wir dem ausgeschilderten Schneeschuh Trail. Die Sonne mag sich allerdings nicht gegen den Nebel durchsetzen und so finden wir uns bald wieder in einer dichten Suppe. Die Wegweiser der markierten Tour verlieren sich ebenfalls und so folgen wir den wenigen Spuren. Mitunter kommen Zweifel auf, ob wir noch auf dem richtigen Weg sind. Dank dem Kartenmaterial können wir uns einigermassen orientieren und erreichen dann eine Hochebene. Und tatsächlich lichtet sich hier das hartnäckige Grau etwas und gibt einen Blick auf den Schneehüenerstock frei.

Die Aufhellungen sind aber nur noch kurzer Dauer und weil die Spuren immer weniger erkennbar sind, entschliessen wir uns zu einer Rast. Mittlerweile ist es auch schon bald zwölf Uhr und so setzen wir uns auf einen Stein und geniessen Käse, Brot und warmen Tee.

Die angenehme Stille wird unverhofft durch eigenartige Geräusche unterbrochen. Wir schauen uns ungläubig an und fragen uns, ob wir schon an Höhenkoller leiden. Dann wieder undefinierbare Laute über uns. Uns bleibt fast das Zmittag im Hals stecken. Doch plötzlich ist das Anfahren einer Luftseilbahn auszumachen. Jetzt wird alles klar, denn auf der Karte ist eine Bahn eingezeichnet und nun wissen wir auch wieder, wo wir sind.

Dank einer kurzen hellen Phase erhaschen wir einen Blick der Umgebung und können uns für die Fortsetzung der Tour orientieren. Wir wandern mit der nötigen Vorsicht weiter und werden belohnt. Die Sonne setzt sich endlich gegen den Nebel durch und die umliegenden Berggipfel tauchen auf.

So können wir unser nächstes Etappenziel, die Fellilücke, in Angriff nehmen. Doch wo ist der Weg? Den Spuren, denen wir folgen verlaufen ins Nichts. Wir steigen einen unscheinbaren Hügel hoch und finden uns plötzlich auf einem Vorgipfel des Schneehüenerstocks wieder.

Auf der Rückseite geht’s steil, sehr steil hinunter ins Fellital. Doch die Aussicht auf diesem schmalen Schneeband ist unbeschreiblich. Deshalb haben wir die Eindrücke mit vielen Fotos festgehalten.

Nebst den zahlreichen Berggipfeln entdecken wir die Staumauer von Curnera.

Von hier aus sehen wir nun auch die Bergstation der Luftseilbahn. Diese wird ausschliesslich für militärische Zwecke genutzt und dient dem Materialtransport.

Weit unten entdecken wir dann auch die Fellilücke. Wir sind einige Meter zu hoch hinaufgestiegen, doch das hat sich mehr als gelohnt.

Nun heisst es den Abstieg ebenso sorgfältig anzugehen wie der Aufstieg. Wir überqueren unberührte Schneefelder und sehen weit unten die Spuren von Tourenskifahrern. Doch plötzlich müssen wir erkennen, dass die gewählte Route nicht begehbar ist. Steile Hänge, Felsbänder und Schneewechten zwingen uns, einen andern Weg zu gehen.

Wir halten die Abhänge über uns immer im Auge und erreichen schliesslich den Talboden. Hier sei noch erwähnt, dass wir seit dem Start auf dem Stöckli keiner Menschseele begegnet sind und das soll bis zum Oberalppass auch so bleiben.

Nun nehmen wir noch das letzte Stück des Weges unter die Schneeschuhe. Nach ein paar herausfordernden Passagen erreichen die verwaisten Anlagen der Armee und auch die Talstation der Transportbahn.

Nebst Restaurants und Alphütten steht hier oben auch ein knallroter Leuchtturm.

Das Gebäude wirkt in der Bergwelt etwas exotisch, doch uns freut der Anblick! Nach kurzer Einkehr im Restaurant und einer durstlöschenden Schorle fahren wir mit der Furka-Oberalp-Bahn zurück nach Andermatt. Am Bahnhof treffen wir Bekannte von Schwyz. Auf der Fahrt tauschen wir die Erlebnisse des Tages aus und wünschen gegenseitig gute Heimkehr.

Ob die Schneeschuhsaison mit der heutigen Tour bereits zu Ende ist, wissen wir nicht. Doch wir blicken wieder auf eine erlebnisreiche und ein bisschen abenteuerliche Wanderung zurück – Ruck on „Special tour“ eben!

2018  Andy & Kate on Tour   globbers joomla templates