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16.6.2013 - Gnipen

Heisser Sonntag am Gnipen.

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Der Sommer ist da und wir haben einen freien Sonntag. Höchste Zeit die Wandersaison richtig zu lancieren. Wir fahren mit dem Auto zum grossen Parkplatz des Tierparks in Goldau. Die heutige Wanderung beginnt mit einem recht steilen Aufstieg auf einem schmalen Pfad. Der Schuttwald ist dicht und die Pflanzen scheinen sich in der langersehnten Sommerwärme äusserst wohl zu fühlen.

Es dauert nicht lange, bis wir ein erstes Exemplar erblicken – eine prächtige Orchidee mit dem Namen Frauenschuh (Orchidee des Jahres 2010). Der gelbe Frauenschuh (Cypripedium calceolus) wie die Pflanze genau heisst, blüht jedes Jahr in dieser Gegend. Das Klima des Bergsturzgebietes am Rossberg bekommt dieser wildwachsenden Orchidee besonders gut. Die streng geschützten Blumen sind meistens in Gruppen zu bestaunen.

gelber Frauenschuh (Cypripedium calceolus)

Wir sehen auch die seltene Vogel-Nestwurz (Neottia nidus-avis), ebenfalls ein Orchideengewächs. Und wir sind nicht die einzigen, die mit der Kamera die Naturschönheiten ablichten.

Vogel-Nestwurz (Neottia nidus-avis)

Bald erreichen wir das Gebiet Ober Spitzibüel auf knapp 1‘000 m.ü.M. Hier ist der Menschenauflauf noch grösser, denn das Gebiet ist unweit einer Alpwirtschaft, die auch mit dem Auto erreichbar ist. Wir wandern weiter Richtung Gnipen. Der Weg führt immer noch durch Waldgebiet und wir entdecken weitere Orchideen u.a. die Langblättriges Waldvögelein (Cephalanthea longifolia)

Langblättriges Waldvögelein (Cephalanthea longifolia)

 

und das Gefleckte Knabenkraut (Dactylorhiza maculata - siehe folgende 2 Bilder).

Es geht steil bergwärts und die sommerlichen Temperaturen verlangen ein langsameres Tempo. Doch es gibt auch immer wieder Gründe, einen Moment inne zu halten und nebst den Pflanzen auch die Aussicht zu geniessen.

Alpen-Hornklee (Lotus alpinus)

Der Wald ist nun nicht mehr so dicht und gibt die Sicht frei auf das imposante Bergsturzgebiet. Am 2. September 1806 hat sich eine der grössten Naturkatastrophen der Schweiz ereignet und rund 40 Millionen m3 Nagelfluhgestein donnerte damals ins Tal.

Die letzten Meter zum Gnipen verlaufen in felsigem Gebiet und erfordern ein wenig Kletterkunst. Doch dann erreichen wir das Gipfelkreuz auf 1‘533 m.ü.M.

Nun sehen wir auf den Zuger-, den Ägeri- und den Lauerzersee und die unsere Blicke schweifen über die noch immer tief verschneiten Berge.

Rund 1‘000 Höhenmeter tiefer unten im Tal glitzern die Autos auf Parkplatz, wo auch unser Fahrzeug steht. Auf der Krete bläst ein Wind, der die Sommerhitze erträglich macht. Viele Wanderer geniessen ein Picknick in der Natur. Wir suchen uns etwas abseits der Massen ebenfalls einen Platz zum Rasten mit einem fantastischen Blick auf den Lauerzersee.

Der Rückweg führt entlang der östlichen Kante vorbei an der Althütte. Auf dieser Seite sind keine Orchideen heimisch, doch wir kommen vorbei an Schilfpflanzen, bunten Blumenwiesen und rauschenden Bächen.

Über den Nolberg erreichen wir die Alpwirtschaft Gribsch. Auf der Sonnenterrasse gönnen wir uns ein kühles, alkoholfreies Bier. Der Durst ist gross und die Flasche schnell leer.

Bald schliesst sich der Kreis und wir wandern wieder denselben Weg hinunter zum Parkplatz in Goldau. Wir blicken nochmals hinauf in dieses vielseitige und imposante Pflanzenschutzgebiet von nationaler Bedeutung.

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