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24.8. - 30.8.2013 - Wallis / Fiesch

In der 1. Woche gehen unsere Ausflüge von Fiesch aus.

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Samstag, 24.08.2013

Mit vollbepacktem Auto fahren wir kurz vor dem Mittag los. Auf der Gotthardstrecke staut sich der Verkehr schon wieder auf neun Kilometern, deshalb wählen wir von Anfang an die Route über die Kantonsstrasse. So kommen wir ohne Verzögerungen über Göschenen nach Andermatt und weiter Richtung Realp. Dort beginnt dann die Furkapassstrasse, die uns in unzähligen Kurven und Kehren bis zum Hospiz auf 2‘431 m.ü.M. bringt.

Dann kommen wir zum legendären, 130 Jahre alten Hotel Belvedere. Hier ist auch der Eingang zu den Eisgrotten des Rhonegletschers. Entsprechend viele Touristen schalten hier einen Stopp ein. Wir machen auch einen kurzen Halt und geniessen die prächtige Aussicht und einen ersten Blick ins Wallis.

Die wiederum kurvenreiche Strasse führt weiter hinunter nach Gletsch, wo wir auf den Verkehr der Grimselpass-Strasse treffen. In der Zwischenzeit ist der Regen stärker geworden. Doch wir erreichen Fiesch problemlos und dank GPS und Karte finden wir auch unsere Ferienwohnung im Dorfteil Birchi.

Wie vom Vermieter beschrieben, ist die Haustüre offen und der Schlüssel steckt innen, praktisch und unkompliziert, wie wir es mögen. Die Wohnung ist gemütlich, sauber und unser Heim für eine Woche.

Wir richten uns ein und fahren danach noch ins Dorf um unsere Bahntickets im Rahmen der „Wandervogel-Woche“ und etwas zum z’Nacht zu holen. Das regnerische Wetter lädt zu einem Fondue ein. Und so geniessen wir den ersten Ferienabend mit einen feinen Wein und eben einem Käsefondue.

 

Sonntag, 25.08.2013

Die Wetterprognosen sagen einen wettermässig einen durchzogenen Sonntag voraus. Am Morgen soll es noch trocken sein und für den Nachmittag sind Niederschläge angesagt. Deshalb beschliessen wir nach dem Frühstück, das Dorf Fiesch zu erkunden. Da dies schnell gemacht ist, folgen wir dem Wegweiser zur St. Anna-Kapelle. Der Weg steigt steil an und wir überqueren die Hauptstrasse und auch die Bahnlinie. Wir wandern durch den Wald der Gibelegg und geniessen die Ruhe.

Nach rund 300 Meter Aufstieg kommen wir an die Strasse, die nach Bellwald führt und dort steht auch schon die Kapelle auf 1‘353 m.ü.M. Das Innere ist schlicht gehalten und einlädt ein, kurz inne zu halten. Wir kaufen eine Kerze und tragen so etwas zum Unterhalt der kleinen Kirche bei.

Der Weg führt weiter durch den Wald Richtung Niederwald. Hier treffen wir erstmals auf andere Wanderer. Doch bald sind wir wieder die einzigen. Wir entdecken die ersten Pilze und reife Himbeeren. Der Wanderweg verläuft nun oberhalb der Kantonsstrasse und der Geleise der Matterhorn-Gotthard-Bahn. Eine Komposition des Glacier-Express durchbricht die Stille. Zwischen den Bäumen erhaschen wir ab und zu einen Blick auf die Rhone und die Weiler Mühlebach und Steinhaus auf der andern Talseite.

Kurz nach Mittag erreichen wir das schmucke Dorf Niederwald. Im Restaurant „Drei Tannen“ heisst man uns willkommen und serviert uns einen frischen Cappuccino. Danach laden wir ein Bahnbillett auf unsere iPhones und gehen zum nahen Bahnhof. Der Zug hält auf Verlangen und bringt uns wieder zurück nach Fiesch. Von der Station sind wir schnell zu Hause.

Entgegen der Prognosen bleibt es den ganzen Nachmittag sonnig und warm. Die Wolken lösen sich immer mehr auf und geben den Blick frei auf die umliegenden Berge und auf das gegenüberliegende Dorf Ernen. Wir entspannen auf den Liegestühlen und bei spannender Lektüre.

 

Montag, 26.08.2013

Mit dem Auto fahren wir über Brig nach Visp und dann auf das auf knapp 1‘000 m.ü.M. gelegene Ausserberg. Oberhalb des Bahnhofes finden wir einen schattigen Parkplatz und laufen dann durch das Dorf. Hier sind einige Einwohner damit beschäftigt, die Spuren des zweitägigen Dorffestes vom letzten Wochenende zu beseitigen.

Wir wandern auf der geteerten Fahrstrasse kontinuierlich bergauf. Weit unten haben wir Sicht auf den Talboden und die gegenüberliegende Talseite. Beim Punkt Salumfee zweigt ein schmaler Weg ab ins Baltschiedertal und wir betreten „Weltkulturerbe“! Die Wanderung führt nun entlang der Bisse (auch Suonen genannt), eines vor Jahren künstlich angelegten Wasserlaufes. Der Kanal ist in den Fels gehauen und daneben verläuft ein schmaler Weg, dann folgt der Abhang der Schlucht. Tief unten fliesst der Baltschiederbach. An manchen Stellen wir das Wasser in Holzkanälen geführt, die in die Felswände gehängt sind. Der Pfad besteht aus einem oder zwei Holzbalken. Ein paar Stellen sind mit Seilen gesichert, bei andern geht’s ohne Sicherung über den Abgrund. Leider fliesst in dieser Bisse derzeit kein Wasser, doch das Erlebnis ist dennoch riesig.

Nach etwa zwei Kilometer wird der Weg plötzlich breiter und Arbeiter sind am Planieren. Beim Punkt Ze Steinu auf 1‘287 m.ü.M. befindet sich eine Alp mit Hochlandrindern und auch hier wir beim Bach mi Baumaschinen gearbeitet. Wir vermuten, dass ein neue Wasserleitung oder gar ein Druckstollen erstellt wird.

Nach einer kurzen Pause wandern wir ein Stück zurück und biegen dann in einen Weg ab, der uns noch zu einer andern Bisse bringen wird. Zu unserer grossen Freude ist hier der Kanal mit Wasser gefüllt. Das künstliche Bächlein plätschert bei leichtem Gefälle talwärts. An manchen Stellen fliesst es durch Stollen, die in den Berg gehauen sind. Ein mit einem kleinen Wasserrad angetriebene Hammer tat früher das Funktionieren der Bisse kund. Hörte man das Hämmern nicht mehr, wusste die Bevölkerung im Tal, wo der Wasserfluss unterbrochen war.

Der eindrückliche Weg bringt uns wieder aus dem Baltschiedertal hinaus zurück nach Ausserberg. Hier haben wir auch ab und zu einen Blick auf die Geleise der Lötschberg-Südrampe. Die Bahnstrecke hat zwar mit dem Bau des Lötschberg-Basistunnels etwas an Bedeutung verloren. Die frühere Baukunst ist aber noch immer bemerkenswert.

Auf der sonnigen Terrasse eines Hotels trinken wir einen Kaffee und geniessen nochmals die prächtige Aussicht.

Nach einer kurzen Einkaufstour in Fiesch geht’s zurück in die Wohnung zum Lesen, Relaxen und Blog schreiben!

 

Dienstag, 27.08.2013

Dem heutigen Tag soll am wenigsten Sonnenschein in der ganzen Woche gegönnt sein. Uns hält das nicht von einer Aktivität in der Natur ab. Mit kleinem Proviant und Getränk im Rucksack wandern wir nach Ernen. Dazu müssen wir die Rotte (Rhone) überqueren und das ist nicht an vielen Stellen möglich. Wir folgen dem offiziellen Wanderweg und kommen so zum Zusammenfluss des Wysswassers und der Rotte. An dieser Stelle produziert ein Wasserkraftwerk Strom und eine kleine Fussgängerbrücke führt ans andere Ufer.

Wir steigen auf Richtung Niederernen und gelangen schliesslich in das typische Walliserdorf mit den vielen, dunklen Holzhäusern. Die Kirche steht auf einem aussichtreichen Hügel etwas oberhalb des Dorfes und ist dem heiligen Georg geweiht. Unmittelbar neben dem Gotteshaus steht eine mächtige Linde und der Friedhof mit den Holzkreuzen. Dank der Erhaltung des ursprünglichen, alten Dorfkerns hat Ernen den Wakerpreis erhalten. Hinweistafeln nennen die geschützten Gebäude und erzählen ihre Geschichte.

Nach einem gemütlichen Latte Macchiato nehmen wir nicht den direkten Weg nach Mühlebach, sondern folgen dem Wegweiser der Trusera-Suonen. Der Weg führt durch dichten Wald und wir gewinnen weiter an Höhe. Bei einer Verzweigung entdecken wir dann die Suone, die diesmal nicht in den Fels gehauen wurde, sondern als Kanal im Waldboden verläuft. Auf einer Tafel lesen wir, dass der künstliche Bewässerungskanal erst vor ein paar Jahren wieder in Stand gesetzt worden ist. Derzeit fliesst kein Wasser, weil die starken Regenfälle im Frühjahr die Fassung der Suone komplett zerstört haben.

Durch den dichten Wald erhaschen wir ab und zu einen Blick auf Fiesch hinunter und entdecken auch das Haus mit unserer Ferienwohnung. Und auch in Richtung Fieschertal lösen sich die nebelartigen Wolken etwas auf. Auf einem schmalen und steilen Zickzackweg geht’s dann hinunter nach Mühlebach. Das Dorf wirkt ausgestorben und wenig bewohnt. Wir steigen auf den Kirchhügel und geniessen auf einer Bank ein kleines Picknick. Nach dem Besuch der sehr sorgfältig renovierten Kirche kehren wir zurück in die engen Strassen des Weilers. Bis anhin haben die mitunter grossen Wolken dicht gehalten, doch nun fallen ein paar Tropfen auf unsere Köpfe. Wir finden Schutz bei einem grossen Vordach eines Stadels und plötzlich tauchen weitere Wanderer auf, die einen trockenen Ort suchen.

Nach ein paar Minuten setzen wir unsere Wanderung Richtung Galgen bzw. zurück nach Ernen fort. Der Weg führt uns an eine frühere Richtstätte. Heute stehen hier noch drei Säulen und erinnern an den Ort, wo damals Schuldige an den Galgen kamen.

In Ernen kehren wir nochmals ein und unterstützen so die lokale Wirtschaft.

Auf demselben Weg wandern wir nach Hause und blicken von dort zurück auf die heutige Tour. Am Nachmittag bleibt noch Zeit zum Lesen und um neue Wanderpläne zu schmieden.

 

Mittwoch, 28.08.2013

Kurz vor acht Uhr fährt der Regionalzug der Matterhorn-Gotthard-Bahn in Fiesch ab und bringt uns in rund 25 Minuten nach Mörel. Dort steigen wir in die Gondelbahn um, die uns bequem über Ried-Mörel hinauf auf die Riederalp bringt. Auf rund 1‘900 m.ü.M. herrscht dichter Nebel! Im Restaurant eines Hotels genehmigen uns mal einen Kaffee und warten auf die Sonne! Doch die zeigt sich nicht und wir beginnen dennoch mit dem Aufstieg zur Riederfurka. Ein paar Höhenmeter weiter oben stehen wir dann vor der Villa Cassel, die im Nebel ganz mystisch erscheint.

Die Sichtverhältnisse verbessern sich kaum, aber lassen uns nicht aufhalten und wandern in den Aletschwald. Hier wachsen vor allem Lärchen und Arven, die bis zu 1‘000 Jahre alt werden können. In den Wipfeln der Bäume wohnen u. a. die Tannenhäher. Ihr Ruf ist laut und durchdringt die sonst so angenehme und wohltuende Stille. Ausser uns scheint niemand Lust auf diese eindrückliche Landschaft zu haben.

An nassen Stellen am Boden sehen wir ihre Spuren und auf dem Weg entdecken wir ihre Losungen … und plötzlich kommen sie den Hang hinunter … vier Gämsen! Das Dickicht verhindert eine gute Sicht auf die scheuen Tiere, doch wir können sie beim Grasen beobachten. Welch ein schönes Erlebnis.

Keine zehn Meter weiter streiten zwei Eichhörnchen um die Herrschaft eines Baumes. Die Tiere rennen den Stamm hinauf und hinunter und schimpfen dabei lauthals.

Doch bald kehrt wieder Ruhe ein und diese geniessen wir. Zwischen den Bäumen öffnet sich dann allmählich der Blick auf den grossen Aletschgletscher. Das Wetter hellt immer mehr auf und auf die schroffen Wände der gegenüberliegenden Talseite werden sichtbar.

Tief unten fliesst der Bach Massa. Das Wasser kommt vom Gletscher und ist deshalb milchig. Zahlreiche Zuflüsse ergiessen sich zum Teil über Wasserfälle in das Gewässer. Beim Punkt Silbersand kommen wir ganz aus dem Wald und der Weg führt steil hinunter. Beim Grünsee treffen wir auf die ersten Wanderer. Sie haben das gleiche Ziel wie wir, die 124 Meter lange Hängebrücke. Die Konstruktion verbindet die beiden Ufer der Schlucht über die Massa. Die Überquerung ist ein eindrückliches Erlebnis und fordert vor allem Schwindelfreiheit.

Danach steigen wir wieder zum Grünsee hinauf und picknicken in der vorgesehenen Arena am geschützten See. Libellen schwirren über den kleinen See und im Wasser entdecken wir schon weit entwickelte Kaulquappen.

Der Rückweg verläuft durch den dichten Teiffe Wald. Mit den zunehmend besseren Wetterverhältnissen treffen wir auch vermehrt auf andere Naturfreunde. Bei einer Gruppe von jungen Wandern scheint jedoch nicht bei allen die Freude gross zu sein …! Zurück auf der Riederfurka treffen im Restaurant wieder auf das Ehepaar, dem wir bei der Hängebrücke begegnet sind. Auf der Terrasse löschen wir unseren Durst.

Beim kleinen Laden nahe der Bergstation auf der Riederalp kaufen wir einheimische Würste für das nächste Picknick und einen Laib des nahrhaften Walliser Brots.

Mit zwei Einheimischen und somit bester Unterhaltung gondeln wir dann wieder hinunter nach Mörel. Von dort bringt uns die Bahn zurück nach Fiesch. Wiederum schauen wir auf einen eindrücklichen Tag in der Natur zurück.

 

Donnerstag, 29.08.2013

Heute wollen wir hoch hinaus. Die Prognosen sind gut und so lassen wir uns mit der Luftseilbahn von Fiesch auf die Fiescheralp hinauf transportieren. Gleich geht’s bequem weiter auf die Station des Eggishorn. Ohne Anstrengung sind wir so schon auf 2‘893 m.ü.M. Und es hat Nebel! Die Wettervorhersagen versprechen ein sonniger Tag im Wallis und wir glauben daran. Der erste Blick auf den grossen Aletschgletscher ist gigantisch und wir freuen uns auf den Tag im Hochgebirge.

Nach einem Kaffee ein einem gemütlichen Alphüttli mit einem ziemlich gestressten Wirt wagen wir den Aufstieg auf den Gipfel des Eggishorn. Zwar schleichen noch immer Nebelschwaden um die Berghänge, doch der Weg ist gut erkennbar und somit besteht keine Gefahr. Kurz vor dem höchsten Punkt kommt uns ein Paar entgegen, das bereits auf dem Abstieg ist. So gehört uns dann das Gipfelkreuz ganz allein. Die Sicht wechselt von einer Minute auf die andere. Dichte Nebelschwaden hüllen uns ein und verzaubern die Landschaft märchenhaft.

Auf dem Abstieg kommen uns dann einige Berggänger entgegen. In diesem Gebiet merkt man deutlich, dass die Wanderer ohne Anstrengung in die Höhe kommen und dann nur noch kurze Strecken per pedes zurücklegen müssen.

Unserer nächstes Ziel ist der Märjelensee. Der Weg führt über den Tälligrat, wo sich ein fantastischer Blick auf den Fieschergletscher eröffnet.

Bald erreichen wir den Vordersee (Staubecken) und die Gletscherhütte (Berggasthaus).

Auf dem Weg zum Punkt Platten (2‘380 m.ü.M.) sind wir wieder alleine. Doch die Aussicht auf den Gletscher ist hier einfach grandios, etwas vom eindrücklichsten, was wir je gesehen haben! Von hier aus sehen wir u. a. das Jungfraujoch, der Mönch, der Konkordiaplatz und mit dem Feldstecher auch die Konkordiahütte und sogar einige Seilschaften auf dem Gletscher. Wir knipsen viele Fotos und geniessen auf der Felsplatte unserer Mittagessen und ruhige Momente.

Für den Abstieg entdecken wir einen kleinen Pfad. Am Anfang ist der Weg gut erkennbar und manche Stellen sind mit Seil und sogar mit Leitern gesichert. Doch dann wir das Gebiet zunehmend weglos und die einzige Orientierung sind die Steinmannchen. So kommen wir sicher hinunter zum Rand des grossen Aletschgletscher. Das Eis bricht hier in grossen Stücken ab und kann bestaunt und berührt werden. Hier kommen auch die Seilschaften von den geführten Gletscherwanderung zurück und auf entsprechend viele Leute treffen wir hier.

Der Weg führt nun entlang der kleinen Seen wieder zum Gasthaus Gletscherstube. Das Gebiet ist wasserreich und viele Blumen schmücken den kargen Bergboden.

Ein Tunnel führt von hier unter dem Tälligrat durch und verkürzt so die Wanderzeit. Wir entscheiden uns für die längere Variante zurück auf die Fiescher Alp. Auf dem Weg entlang des Vordersees begegnen wir einer Herde brauner Ziegen. Zwischen den Tieren entdecken wir auch zwei Schafe. Ob es sich dabei eventuell um den heute zum Abschuss freigegebenen Wolf im Schafspelz handelt, wissen wir nicht …

Uns öffnet sich nochmals ein imposanter Blick auf den Fiescher Gletscher und das Oberaarhorn. Tief unten erkennen wir das Fieschertal und auf der gegenüberliegenden Flanke das weit verstreute Dorf Bellwald. Der Höhenweg ist sehr angenehm und führt uns weiter Richtung Chiebode (Kühboden).

Hier kommen wir gerade rechtzeitig, um die in Bahn zu steigen, die uns wieder unter ins Tal bringt. In der Gondel sind nun wesentlich mehr Passagiere als bei der Bergfahrt am Morgen.

Im Dorf tätigen wir noch Einkäufe und berücksichtigen dabei auch die lokalen Anbieter. Bald richten wir uns dann wieder in der Wohnung gemütlich ein. Am Abend lassen wir dann andere schwitzen und verfolgen mit grossem Interesse die Leichtathleten beim Golden League Meeting Weltklasse in Zürich.

 

Freitag, 30.08.2013

Bereits ist der letzte Ferientag in der Region Fiesch angebrochen. Wir fahren früh mit dem Auto nach Blatten oberhalb von Naters. Die Luftseilbahn bringt uns hinauf auf die Belalp. Die Wanderung Richtung Hotel Belalp verläuft auf der Fahrstrasse und öffnet bald wieder ein herrlicher Blick auf den Grossen Aletschgletscher.

Nach einem kurzen Halt beim Hotel und der kleinen Kirche beginnt der Aufstieg zur SAC-Oberaletschhütte mit einem Abstieg. Dieses Phänomen wird uns auf dieser Tour noch oft begleiten. Der Weg führt über die sogenannten Steigle, einem alten und wieder in Stand gestellten Schäferpfad. Die Schafe werden über diesen in den Fels gehauen Pfad auf die Alpen im Gebiet Aletschi getrieben.

Auf dem Panoramaweg ist das Laufen recht angenehm, ausser dass die Weidetiere ihre Hinterlassenschaften mitten auf den schmalen Pfad gesetzt haben. In der Wiese entdecken wir ein Murmeltier, das sich aus seiner Erdhöhle gewagt hat und ebenfalls das sonnige Wetter geniesst. Über Walkenen kommen wir zur Obfliejeregga. Dort geht’s dann wieder steil runter zu einer Brücke, die uns über den wilden Bach bringt, der aus dem Oberaletschgletscher fliesst. Weil sich die Eismassen immer mehr zurückziehen, ist dieser Weg neu angelegt worden. Die alte Route ist nicht mehr begehbar. Auf der andern Seite des schmalen Tales führt ein in den Felsen gehauener Weg steil hinauf zum Punkt Lochegga. Wir sind nun auf 2‘228 m.ü.M.

Jetzt wandern wir auf der Seitenmoräne des Gletschers und kommen gut voran. Der Wegweiser zeigt noch knapp 3 Stunden bis zur Hütte an. Es wird allmählich steiler und im Zickzack gewinnen wir Meter um Meter an Höhe. Der Blick auf den Gletscher ist imposant.

Doch der zum Teil sehr ausgesetzte Weg verlangt die ganze Aufmerksamkeit. Heikle Stellen sind mit Seilen oder Ketten gesichert. Der Bau dieser Route hat von den Arbeitern viel abverlangt. Es ist ein auf und ab, über Stufen, entlang von Felsen und immer wieder über kleine Bäche. Die SAC-Hütte ist immer wieder sichtbar, doch der Weg zieht sich hin. Unterwegs begegnen wir nur einer Handvoll anderer Wanderer.

Wir erreichen das Ziel nach gut 3 Stunden und 45 Minuten (der Wegweiser hat 4 Stunden 30 Minuten vorausgesagt). Zu Füssen des Grossen Fusshorn haben wir freie Sicht u. a. auf den Oberaletschgletscher, den Bleichgletscher, das Nesthorn, das Breithorn und das Aletschhorn. Wir geniessen die Ruhe und tanken Kraft in dieser eindrücklichen Naturkulisse. Zum Mittag essen wir Walliser Brot und Würste sowie Käse.

Auch bei der Oberalteschhütte sind wenige Leute zugegen. Wir machen eine kurze Rast und tauschen uns mit einer deutschen Familie aus. Der Rückweg ist der gleiche wie der Aufstieg zur Hütte. Und so geht’s auch beim Abstieg immer wieder aufwärts. Trotz aufkommenden Wolken ist das Wetter unbedenklich und es kommen uns auch noch einige Berggänger entgegen, die wohl in der Hütte übernachten werden.

Tief unten im Tal begleitet uns stets das Rauschen des Baches. Zwar sehen wir das Gewässer nicht, da es unter dem Eis fliesst, doch das Plätschern ist gut hörbar. Bei der Brücke kommen wir dann dem Bach nochmals sehr nahe. Und noch weiter unten sehen wir dann auch wieder den Gibidumsee, wo das milchige Geltscherwasser gestaut wird. In einem Kraftwerk wird Storm produziert, so dass wir auch wieder mit der Seilbahn nach Blatten fahren können. Auf der gegenüberliegenden Seite sieht man sehr klein wiederum die Villa Cassel.

Doch vorher müssen wir wieder die Steigle hinauf steigen und die Höhe des Hotel Belap erreichen. Um die kleine Kirche hat sich nun eine Herde von Ziegen versammelt. Die vorwitzigen Tiere turnen sogar auf den Holzbänken herum und folgen uns dann Richtung Bergstation. Mit einer Schar Ziegen im Rücken nehmen wir das letzte Wegstück in Angriff. Zum Glück legen die Tiere bei einem Brunnen einen Halt ein und wir erreichen die Bahn noch in letzter Minute.

Zuhause kochen wir dann unser letztes Nachtessen in Fiesch und planen die Weiterreise am Samstag nach Saas Fee.

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