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8.9. - 13.9.2012 - Westkanada (3. Woche)

Whistler - Vancouver Island - Vancouver

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Mitten durch Vancouver / 08.09.2012

Bereits gestern vernehmen wir, dass am Samstag ein Velorennen stattfindet. Am Radio erfahren wir, dass die Fahrer in Vancouver starten und die rund 120 km nach Whistler bewältigen. Da mit gesperrten Strassen zu rechnen ist, verlassen wir die Ortschaft rechtzeitig. Unterwegs passieren wir am Rand den Garibaldi Provincial Park und haben bei sonnigem Wetter den Blick frei auf den Mt. Tantalus und weitere Gipfel.

Kurz vor Squamisch wollen wir in einem Supermarkt unsere Lebensmittel für die verbleibenden drei Tag im Van ergänzen. Der Laden bietet viel, ausser eben frischen Früchten und Gemüse. So steuern wir die nächste Einkaufszone an und haben mehr Glück, das Gesuchte zu finden. Von einem Café aus können wir sowohl das Strassenrennen der Velofahren mitverfolgen und sehen auch ganz kurz eine vorbei fahrende Komposition der berühmten Canadian Pacific Railway.

Der Highway 99 Richtung Vancouver ist wegen der Sportveranstaltung nur einspurig befahrbar und bei Britannia Beach wird der Verkehr kurz ganz angehalten. Das gibt uns Gelegenheit die wunderbare Landschaft zu bestaunen. Wir haben mittlerweile die Meeresküste erreicht und blicken auf Howe Sound und die verschiedenen Inseln.

Bei Horseshoe Bay verlassen wir die Autobahn und folgen dem Zeichen für einen Campingplatz. Leider verliert sich die Signalisation schnell und bald finden wir uns auf der Strasse, die mitten durch den Stanley Park Richtung City führt wieder. So geniessen wir eine erste Siteseeing-Tour durch Vancouver und kommen ohne Umweg wieder auf den Highway No. 1. Diesen kennen wir bereits vom Start unserer Reise und er bringt uns an einen nächsten Campground östlich der Stadt.

Auf dem Burnaby Cariboo R.V. Park bekommen wir einen Platz und viel Infrastruktur wie Fitnesscenter, Schwimmbad, Laden und eine sehr saubere und gepflegte Anlage. Mit etwas Sport, Lesen und dann einem feinen z‘Nacht draussen geniessen wir den Ferientag.

 

Fangfrisch / 09.09.2012

Nach einem gemütlichen Frühstück im Freien machen wir unser Fahrzeug wieder startklar und fahren an die Küste. Da wir noch Victoria auf Vancouver Island besuchen wollen, erkundigen wir uns in Tsawwassen im Süden der Stadt über die Fährverbindungen. Wir fahren auch kurz den Campingplatz an, auf dem wir die nächsten zwei Nächte verbringen wollen, die Reception öffnet allerdings erst nach dem Mittag.

Über Richmond fahren wir in den Fischerort Steveston. Hier fliesst der Fraser River, dem wir auf unserer Reise immer wieder begegnet sind, ins Meer bzw. in den Strait of Georgia. Die kleinen Häuser des Städtchens sind zum Teil liebevoll renoviert und viele Geschäfte sind auch am Sonntag geöffnet. In der Sonntagszeitung erfahren wir bei einem Café Latte mit Maple (sehr süsser Ahornsirup) noch mehr über das gestrige Radrennen. Über 6‘000 Teilnehmer/innen im Alter zwischen 14 und 79 Jahren registrierten sich für die 122 km lange Strecke von Vancouver nach Whistler. Die Siegerzeit liegt bei 3 Stunden, 24 Minuten und ein paar Sekunden. Eine tolle Leistung, da ja auch einige Höhenmeter zu bewältigen waren.

Wir beenden die gemütliche Kaffeerunde und schlendern weiter durch Steveston. Auf dem „Britannia Heritage Shipyard“ erfahren wir einiges über die spannende Vergangenheit der Ortschaft. Hier blühte einst die Fischerei und vor allem die industrielle Verarbeitung der Fische. „The Gulf of Georgia Cannery“ war die grösste Fischkonservenfabrik von British Columbia. Es waren japanische und später chinesische Arbeiter, die hier tonnenweise Fischfang verarbeiteten. In einer grosszügigen Anlage entlang des Flusses sind alte Fabrikhallen, Wohnhäuser der Arbeiterfamilien, Schiffe und allerlei Gerätschaften aus der Zeit von ca. 1894 bis 1930 zu bestaunen.

Noch heute scheint die Fischerei hier in asiatischer Hand zu sein. Der Frischfang wird direkt ab den angelegten Fischerbooten verkauft. Da auch viele Besucher und Käufer Asiaten sind, erleben wir eine äusserst lebendige und laute Stimmung auf dem Fischmarkt. Die nahen Restaurants servieren entsprechende Menus und manch einer lässt sich vom entsprechenden Duft verführen. Das Städtchen ist ein beliebter Ausflugsort und es herrscht eine gemütliche Stimmung, die zu diesem Sonntag passt.

Am Nachmittag richten wir uns auf dem Campingplatz ein und sortieren unsere Unterlagen. In den gut zwei Wochen auf Achse hat sich einiges Informationsmaterial angesammelt, das wir nun nach und nach entsorgen müssen. Zudem planen wir unseren Ausflug nach Victoria, lesen in unserer Ferienlektüre und entspannen uns beim Yoga.

 

Lange Reise / 10.09.2012

Der Fussmarsch am frühen Morgen führt zuerst seitlich der Strasse und dann entlang dem Meer. Der Gulf von Georgia ist Heimat von vielen Wasservögeln, die sich hier gut beobachten und ablichten lassen.

Dank der gestrigen Erkundungstour kennen wir den Fährterminal bereits und lösen am Automaten zwei Tickets für die Überfahrt. Pünktlich verlässt das Schiff „Spirit of Vancouver Island“ Tsawwassen. Das Meer ist ruhig und die Aussicht fantastisch. Wir fahren zwischen unzähligen winzigen und etwas grösseren Inseln hindurch. Kleinere Fähren verbinden diese sogenannten Gulf-Inseln. Auf dem Weg sehen wir sogar einige Robben auf- und abtauchen.

Nach rund anderthalb Stunden erreichen wir Swartz Bay auf Vancouver Island. Ganz nach britischen Gepflogenheiten stellen wir uns in die Reihe und warten, bis wir in den bereits recht vollen Bus Richtung Downtown einsteigen können. Die Fahrt im stark heruntergekühlten Doppeldeckerbus dauert rund eine Stunde und ist schon alleine der verschiedenen Passagiere wegen die Reise wert. Da sitzen geschwätzige Touristen neben einem voll gepircten und tätowierten Pärchen und alten Kriegsveteranen.

Beim The Fairmont Empress Hotel steigen wir aus und gehen zuerst zum Tourist Office. Dort erhalten wir die nötigen Informationen für die Rückfahrt mit Bus und Fähre. Die Stadt Victoria bietet einiges, doch wir müssen uns auf einen kleinen Stadtrundgang konzentrieren. Wir schlendern durch die Altstadt mit den vielen kleinen Läden, fotografieren das Parlament sowie verschiedene Kirchen und sehen uns beim Royal British Columbia Museum um.

Spannend ist auch das Geschehen am Inner Harbour, wo wir u.a. wieder ein Wasserflugzeug, das wir von Whistler her kennen, entdecken.

Der britische Einfluss ist hier sehr deutlich zu spüren. So genehmigen wir uns dann auch ein einheimisches Bier in einem typischen schottischen Pub. Das Wetter zeigt sich sehr sonnig, doch auch extrem windig und dadurch nicht so warm.

Die Zeit drängt leider und wir setzen uns wieder in den Express-Bus zum Fährhafen. Die Fahrt ist allerdings nicht so flüssig wie gedacht, da auf dem Highway ein Stau den Verkehr blockiert. Wir sind froh, dass wir genügend Zeit eingeplant haben und können so relaxt zurücklehnen. Der engagierte Chauffeur holt mächtig auf und wir sind fast pünktlich in Swartz Bay. Mit dem Rückfahrtticket gehen wir an Board und geniessen die ruhige Fahrt vorbei an vielen Häusern und Villen entlang der Inselküsten. Und immer wieder tauchen kurz die Köpfe der Robben auf, als wollten sie uns „Hello“ sagen.

Am Festland möchten wir mit einem Taxi zum Campground zurückfahren und gehen auf einen Cab-Fahrer zu. Als wir ihm unser Reiseziel nennen, verweist er uns an einen Shuttlebus. So stellen wir uns in die Reihe der Wartenden und kommen als letzte zwei Passagiere in den Bus. Eigentlich haben wir ja unser Fahrzeug gar nicht auf dem besagten „Park and Ride“ abgestellt, doch der Fahrer nimmt uns dennoch aus Unwissen mit. Vielen Dank!

Auf dem letzten Stück des Heimwegs entdecken wir bei einem unscheinbaren Gewässer nahe des Campinggroundes einen Otter. Das scheue Tier zeigt sich nur ganz kurz und taucht dann wieder ab.

Wir geniessen einen letzten, gemütlichen Abend in unserem liebgewonnen Campervan.

 

Erster Abschied / 11.9.2012

An diesem speziellen Tag nehmen am frühen Morgen Abschied vom Campervan, mit dem wir einen Teil von Westkanada erkundet haben. Die Abgabeformalitäten dauern etwas weniger lang als bei der Übernahme des Gefährts. Zum Schluss handeln wir noch aus, dass uns das Unternehmen die Taxifahrt zum Hotel bezahlt.

Dann lernen wir den Berufsverkehr Richtung Vancouver City kennen. Die Fahrt zum Hotel Sylvia dauert rund eine Stunde und führt uns mitten durch die Metropole. Das Haus liegt fantastisch an der Beach Avenue am English Bay Beach und steht unter Denkmalschutz. Zu unserer grossen Überraschung erhalten wir nicht nur einfach ein Zimmer, sondern eine ganze Wohnung mit Schlaf- und Wohnzimmer, separater Küche und Bad. Ein riesiger Luxus nach zweieinhalb Wochen auf relativ engem Raum. Von unserem Appartement aus sehen wir aufs Meer und auf die wartenden Frachtschiffe.

Bald starten wir zur Erkundung der Stadt. Dank der guten Lage können wir alles zu Fuss machen. Zwischen den modernen Hochhäusern entdecken wir immer wieder ältere und zum Teil historische Gebäude und Kirchen. Wir besuchen u.a. den Robson Squarre, die Waterfront und den Canada Place. Und dann und wann lädt auch eines der vielen Geschäfte zu einem Besuch ein. Das Wetter spielt auch mit, sonnig, warm, jedoch recht windig.

Abends treffen wir uns mit Bekannten aus der Schweiz zu einem Apéro. Die beiden besuchen hier eine Sprachschule und suchen einen Job um dann länger in Kanada bleiben zu können. Wir tauschen Erfahrungen und Erlebnisse aus und berichten von unserer Reise. Wir geniessen die gemütliche Runde.

Das kulinarische Angebot in Vancouver ist gigantisch. Da die Stadt viele Einwanderer aus der ganzen Welt hat, wird auch Essen in allen Geschmacksrichtungen angeboten. Wir werden auf ein authentisches, australisches Lokal aufmerksam und können nicht widerstehen.

 

Letzter Tag / 12.09.2012

Heute wollen wir Vancouver nochmals richtig geniessen. Im Restaurant des Hotels stärken wir uns mit einem ausgiebigen Frühstück mit Eier, Speck bzw. Lachs, Kartoffeln, Toast und Saft. Dann wandern wir entlang dem False Creek bis zur Burrard St. Brigde. Wir kaufen uns einen Tagespass für das Wassertaxi und können so alle Stationen entlang des Flusses anfahren.

Das erste Ziel ist Grandville Island. Hier haben sich auf einem ehemaligen Industriegebiet verschiedenste Läden, Restaurants und Künstlerateliers angesiedelt. Besonders spannend ist der Besuch der Markthallen, wo wiederum Lebensmittel aus allen Herrenländer feilgehalten werden.

Mit dem Fährtaxi lassen wir uns zum Plaza of Nations bringen. Hier steht das BC Place Stadion und gleich dahinter auch die Rogers Arena, die Eishockeyhalle. Die Gegend wirkt etwas verlassen, da sich hier kaum Geschäft oder Restaurants angesiedelt haben. Zu Fuss gehen wir bis zum World of Science Center und treffen dort auf mehrere Schulklassen, die sich im Fahren der traditionellen Drachenboote versuchen. Für die meisten scheint es der erste Versuch zu sein, umso grösser ist das Geschrei und Gekicher der Kids. Wir rudern nicht selber, sondern gondeln gemütlich zurück und gehen kurz ins Hotel.

Das Wetter ist allerdings viel zu schön für irgendwelche Indooraktivitäten. Mit den Joggingschuhen an den Füssen und im entsprechenden Outfit umrunden wir den Stanley Park. Die Anlage ist der äusserste Zipfel von West End und ein beliebtes Naherholungsgebiet. Der Weg führt immer entlang dem Wasser und lässt die Stadt aus andern Blickwinkeln betrachten. Nach einer Trainingsrunde von 10 bzw. 16 Kilometern erfrischen wir uns in unserem Appartement um fit für den letzten Abend in Vancouver zu sein.

Einen Teil des Weges zum Vancouver Tower (Top of Vancouver - Drehrestaurant) können wir wiederum mit dem Wassertaxi machen. Unterwegs besuchen wir eine der vielen Bars im Stadtteil Yaletown. Mit einer Reservation für das Restaurant ist die Liftfahrt auf den Aussichtsturm kostenlos. Wir bekommen einen Tisch am Fenster und eine freundliche Bedienung erklärt uns die Speisekarte und das Tagesangebot. Doch wir haben zuerst nur Augen für die Aussicht. Einfach fantastisch! Das Revolving Restaurant dreht sich und so haben wir den Blick frei auf die ganze Stadt, das Umland und sogar bis zum Mt. Baker (3‘285m) mit ewigem Eis, der bereits auf US-Boden liegt.

Die langsam untergehende Sonne sorgt für optimale Lichtverhältnisse. Dazu geniessen wir ein feudales Essen und einen feinen Wein. Ein beeindruckender, unvergesslicher Abend!

 

Definitiver Abschied / 13.09.2012

Heute heisst es nun definitiv Abschied nehmen von Kanada. Wir frühstücken noch einmal ausgiebig und fahren dann mit dem Taxi zum Flughafen. Hier dauert das Einchecken, die Gepäckaufgabe und die Sicherheitskontrollen nicht allzu lange, so dass noch genügend Zeit bleibt, Blog zu schreiben.

Wir dürfen auf knapp drei sehr spannende, interessante, erlebnisreiche und zum Glück auch unfallfreie Wochen zurückschauen. Wir haben einen kleinen Teil dieses riesigen Landes besuchen können und nehmen unvergessliche Eindrücke mit nach Hause!

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